#16

RE: Spass an der Mass

in F r e i s t i l 12.04.2007 00:57
von gnomus • 62 Beiträge | 62 Punkte

In Antwort auf:
Die Reformer haben bei der Festsetzung der Schreibung "Spaß" nicht beachtet, daß in der Tat das a in vielen Regionen kurz gesprochen wird. Den bayerischen Schulkindern haben sie nachträglich das offizielle Zugeständnis gemacht, die "Maß Bier", wenn sie sie auch noch nicht trinken dürfen, so doch "Mass Bier" schreiben zu dürfen.


Wie jetzt, sprechen die Bayern ihre "Maß" kurz aus? Wäre mir neu. Aber wie dem auch sei, Bier in Massen getrunken, ist nicht gesundheitsschädlich.
Naja, bei der alten Rechtschreibung wurde bei Großbuchstaben empfohlen, das Bier in MASZEN zu trinken.

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#17

RE: Antwort auf Ute und Frage @Fritz-Franz

in F r e i s t i l 12.04.2007 02:04
von gnomus • 62 Beiträge | 62 Punkte

Lieber Fritz-Franz,
ich glaube, wir sind hier in mehreren Punkten einer Meinung. Ich ärgere mich zum Beispiel immer, wenn es bei und in der Kantine "Klösse und Sosse" gibt. (Nichts gegen das Essen an sich, das schmeckt dort wirklich gut.) Aber dort schießt man in puncto der Deformierung der deutschen Sprache gewaltig über das Ziel hinaus. Also es handelt sich um eine Kantine in Deutschland, wo das "ß" noch noch durch den Duden geregelt wird.
Zum Gebrauch oder Nichtgebrauch des "ß" bei Euch wollte ich Dich sowieso mal einiges fragen, will das aber hier wegen inkognito nicht weiter ausführen. Ich denke, Du weißt, worauf ich hinaus will.
Ich ärgere mich auch oft über das leichtfertige "Verwechseln" von "das" und "daß" (oder von mir aus "dass".) Aber ich muß gestehen, daß ich beim Korrekturlesen diesen Fehler bei mir selbst auch ab und zu mal finde. Aber ich merke das wenigstens. Die wenigsten wissen ja, daß der "Erfinder" der RSF sogar "das" und "daß" gleichsetzen wollte, weil er selbst die Regeln nicht beherrschte. Ich weiß nicht, ob er eine Lese-Rechtschreib-Schwäche hat, aber er wollte die Rechtschreibung an sein Niveau anpassen. Meine große Tochter hat selber LRS, sie ist aber sehr ehrgeizig und braucht ein festes Regelwerk, an dem sie sich festhalten kann. Und das muß vor allem logisch sein (Sie ist ein Mathematik-As, was für LRS nicht untypisch ist). Und mit der Rechtschreibreform hat man ihr (gerade als rechtschreib-schwaches Kind) keinen Gefallen getan. Nun klammert sie sich an die reformierte Reform in der Hoffnung, dort endlich ihre Sicherheit zu finden.

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#18

RE: Antwort auf Ute und Frage @Fritz-Franz

in F r e i s t i l 12.04.2007 02:16
von Tybalt • 63 Beiträge | 63 Punkte

In Antwort auf:

Der folglich von mir zitierte Satz: „Ich muß auch immer kotzen, wenn ich sehe, das sich Leute ehrenamtlich(!), also unbezahlt(!) um Jugendliche kümmern“, steht weiter oben im Original zu lesen. Genau so ergeht es mir, wenn ich Leute vor mir sehe, die nicht mehr fähig sind, zwischen „das“ und „daß“ zu unterscheiden.



Schön. Ich kotze sie also an. Nun ja, was solls. Kann ich mit leben...

Nebenbei, sie wissen schon, daß anderen Rechtschreibfehler vorzuhalten in Foren generell als die letzte Zuflucht der Argumensbefreiten gilt?

Nun, jetzt wissen sie es.

Sehen sie? Man kann jeden Tag etwas neues lernen.



Tybalt


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( o o )
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Das ist Bunnythulhu. Er ist erwacht, und er wird alle in den Wahnsinn treiben. Kopiere Bunnythulhu in deine Signatur oder koste seinen süßen Wahnsinn!
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#19

RE: Antwort auf Ute und Frage @Fritz-Franz

in F r e i s t i l 12.04.2007 02:50
von gnomus • 62 Beiträge | 62 Punkte

Nun, lieber Tybalt, sehen Sie doch einfach meine Selbstkritik auf meine eigene Schwäche, mich bei "das" und "daß" auch mal zu verschreiben, als einen Fakt an, dem auch Fritz-Franz nicht widersprechen kann.
Und ich denke schon, daß Sie in der Lage sind, zu entscheiden, wo "das" oder "daß" (bzw. "dass") hingehört. Aber ich kann Fritz-Franz auch verstehen, wenn ihn die "das-daß-Ignoranz" ankotzt. Ist aber kein Grund für ihn, jemanden persönlich anzugreifen. Weder das "das-daß" noch das "Ankotzen".

Und @Fritz-Franz: Danke, daß Du mich hierher geführt hast. Aber muß das sein, daß wir anderen ihre Schreibfehler vorwerfen? Außer wenn sie beabsichtigt und provokativ sind. Aber das traue ich Tybalt nicht zu.

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#20

RE: Antwort auf Ute und Frage @Fritz-Franz

in F r e i s t i l 12.04.2007 03:34
von gnomus • 62 Beiträge | 62 Punkte

Mach Dich nicht schlechter als Du bist ;-)
Ich melde mich bald bei Dir.

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#21

RE: Antwort auf Ute und Frage @Fritz-Franz

in F r e i s t i l 12.04.2007 08:52
von Tybalt • 63 Beiträge | 63 Punkte

@ Fritz-Franz

Kein Problem. Wir hatten einen schlechten Start, also laß uns neu anfangen.

Da sind z.B. noch die Antworten auf meine Fragen in Bezug auf deine Denglisch-Liste offen. Das ist etwas, was ich ziemlich interessant finde, und die Fragen und Anmerkungen waren ernst gemeint. In meinen Augen sind diese Grundlagen wichtig, es ist wichtig zu wissen, wer was wann wie und wieso sagt, sozusagen.

mfg,
Tybalt


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#22

RE: Antwort auf Ute und Frage @Fritz-Franz

in F r e i s t i l 12.04.2007 12:08
von Erika Ciesla • 116 Beiträge | 116 Punkte

Hallo „FF“,

Een Grammatik hebbt wii för dat Plattdütsche ok ne, dar möt wii alns nar dem Muhl schreven. Tja, un wenn dat denn schreven is, denn weet je jümmers nor nich, as dat to praaten is.
auf See auf See
Aber zu dem „EsZet“ wollte ich eigentlich was sagen. An sich ist die Bezeichnung „EsZet“ falsch und irreführend, denn das EsZet ist nicht wirklich ein EsZet, sondern die Ligatur aus „s“ und „s“, genauer gesagt, aus „ſ“ und „s“, hat mit den kurzen und den langen Vokalen à la KuMiKo also gar nichts zu tun.

Bis 1941 war noch allgemein bekannt, daß man üblicherweise ein langes „ſ“, und nur am Wortende ein rundes „s“ schreibt. Wörter, die auf einem Doppel-s enden, konnten darum weder mit „ſſ“, noch mit „ss“ geschrieben werden, denn beides ist falsch, geht einfach nicht. Die einzig richtige Schreibweise ist „ſs“, und genau das und nichts anderes ist, was das „ß“ darstellt.

Nun mag manch einer einwenden, daß das doch nur ein Artefakt aus der Zeit sei, als man noch Fraktur druckte, ein altes Gelumpe also, dessen man sich entledigen müsse. Dem wage ich zu widersprechen! Wie wertvoll dieser Buchstabe ist, offenbart sich nämlich erst im Kompositum. Ein Meßingenieur zum Beispiel, ist in bewährter Orthographie stets ein Meßingenieur, aber was lese ich da, wenn mir dieses Wort in neuer Schreibung vorkommt? Ich sehe plötzlich nur noch Messingenieur, und stelle fest, dieses Wort ist mir unbekannt. Dito beim Messergebnis, das kann ich wahrlich nicht mehr lesen!

Ergo: Im Kompositum steht das „ß“ mit seiner augenfreundlichen Oberlänge an der Trennfuge, wie der Leuchtturm an der Hafeneinfahrt. So wie das Licht dem Kapitän auf See eine sichere Heimkehr gewährt, so führt das „ß“ das lesende Auge sicher durch den Text, gibt dem Leser Halt und Orientierung.

Angeblich soll, so sagen die Minister, durch die Regel mit dem langen und dem kurzen Vokal das Schreiben erleichtert werden, und genau das ist der Kardinalfehler der ganzen Rechtschreibreform! Wir schreiben doch gar nicht um des Schreibens willen, sondern damit es gelesen werde! Orthographie hat also die Aufgabe, uns einen gut lesbaren Text zu geben, das Schreiben muß man hingegen schon lernen!

Und schließlich sei noch angemerkt, daß das vorgebliche Ziel noch nicht einmal erreicht wurde. Wenn ich heute Wörter wie „Hinderniss“, „Graßnarbe“, „Sinuss“, „Blaßmusik“, „Außschusssitzung“, und „Orgassmuss“ lese, et cetera, dann kann ich nur noch hämisch grinsen.

Es werden im Schulunterricht seit Einführung der neuen deutschen Doofschreibung nicht weniger, sondern signifikant mehr Fehler geschrieben. Diese Reform ist ein ganz und gar mißratenes Experiment, welches nur aus Gründen einer falsch verstandenen Staatsräson nicht beendet wird!

Glückauf!
Erika Ciesla


Und an dieser Stelle abermals meinen aufrichtigen Dank an die Gründer dieses Forums, denn beim VDS, dieser Betriebskampfgruppe der Ess-Ess-Orthographie mit Spezialbegabung allein für das Denglische, hätte dieser Artikel keine Überlebenschance; der wäre gelöscht, noch ehen man „Papp“ sagen kann.
zuletzt bearbeitet 12.04.2007 12:25 | nach oben springen

#23

RE: Spass an der Mass

in F r e i s t i l 12.04.2007 12:44
von Erika Ciesla • 116 Beiträge | 116 Punkte

Moin!

Die Reformisten wollten etwas schaffen, was wir (nämlich seit 1901) längst hatten: eine gleiche und gemeinsame Orthographie für alle Menschen deutscher Sprache. Tatsächlich aber haben sie genau diese Zerstört. Vor allen das angebliche Sahnestückchen der Reform, die sogenannte heysesche S-Schreibung von 1829, 1879 in Österreich schonmal getestet, dort 1902 wieder verworfen (weil sie nix taugt!), führt nicht nur zu unlesbaren Pimmmmmelwörtern (ich sage nur: Flussschifffahrt!), sondern ist überdies im Zuge der Übergeneralisierung auch noch Ursache für ca. 20% mehr Rechtschreibfehler als zuvor.

Ach ja, die Einheitlichkeit. Während der Rheinländer jetzt partout „Spass“ statt „Spaß“ schreiben will, kann der Österreicher gar nicht begreifen, wieso man plötzlich „Geschoss“ statt „Geschoß“ schreiben soll. Der Unsinn mit den langen und kurzen Vokalen scheitert also schon an regionalen Unterschieden in der Aussprache, taugt also definitiv nichtz.

Tatsache ist: was Konrad Duden fügte, und was hundert Jahre hielt, fällt nun auseinander. Und jene, die dafür verantwortlich sind, hätten es verdient, daß sie die Schweine Beißen!

Glückauf!
Erika Ciesla

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#24

RE: Antwort auf Ute und Frage @Fritz-Franz

in F r e i s t i l 12.04.2007 12:52
von Erika Ciesla • 116 Beiträge | 116 Punkte

Hallo alle mit ein ander!

Damit da keine Mißverständnisse aufkommen, ich mußte nicht wegen Rechtschreibfehler kotzen, sondern wegen der Outdooraktivitäten, et cetera. Rechtschreibfehler macht jeder mal und ein Hundsfott ist, wer nur darum einen anderen geringschätzt.

Glückauf!
Erika Ciesla

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#25

RE: Antwort auf Ute und Frage @Fritz-Franz

in F r e i s t i l 12.04.2007 18:24
von Erika Ciesla • 116 Beiträge | 116 Punkte
Lieber FF,

das Ding ist zu riesig, um es in fünf Minuten gelesen zu haben, aber ich gehe mal davon aus, daß Sie mir »Denkstoff« anbieten.

Wie gesagt, ich weiß (noch!) nicht, was der Professor schreibt, aber gedanken machte ich mir schon. Die Familiäre Abstammung des »ß« ist meiner meinung nach ohne Zweifel aus der Ligatur zwischen »ſ« und »s« hervorgegangen. Merkwürdig ist, wie diese Letter dennoch zu dem Namen »Eszett« kam, und in der Schreibschrift sogar tatsächlich mit »ſ« und »z« geschrieben wird.

Ich glaube, und das stammt jetzt nicht von dem Professor, sondern das ist meine Idee, daß die Metamorphose vom »es-es« zum »es-zet« unmittelbar in der Schreibschrift stattgefunden hat. Nämlich, wenn ich in der deutschen Kurrent nach dem Lang-s (ſ) ein Rund-s anfüge (siehe Bild 1), dann habe ich damit am Wortende kein Problem. Ich habe aber ein solches im Kompositum, denn wenn ich den zweiten Wortteil am ersten anhängen will, muß ich oben die Feder ab- und unten neu ansetzen. Dieses Problem habe ich nicht mehr, wenn ich statt »ſs« »ſz« schriebe (siehe Bild 2), dann ziehe ich die Feder nach einem eleganten Unterschwung in einem Zug durch, muß nicht absetzen.

Nachdem das in der SChrift so war, wird man da auch in der Druckerei so nachgemacht haben. Das Bild 3 zeigt ein EsZet aus der Times, der 08/15-Schrift. Es ist ohne Charakter und ähnelt eher einem griechischen Beta denn einem deutschen EsZet.

Bild 4 zeigt denselben Buchstaben aus der URW-Bookman, und schon sehen wir durchaus sowohl das lange, als auch das runte s, gleichwohl man sich hier noch nicht ganz sicher ist.

Ganz deutlich aber sieht man das, was ich sagen will, in den beiden letzten Beispielen (Dejavu-Serif und Dejavu-Sans), da sind »ſ« und »s« ja geradezu im Original erhalten! Der Typograph, der diese Buchstaben schuf, der hat genau gewußt was er tut, chappeau!

Servus!
Erika Ciesla
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zuletzt bearbeitet 12.04.2007 18:28 | nach oben springen

#26

RE: Antwort auf Ute und Frage @Fritz-Franz

in F r e i s t i l 12.04.2007 23:29
von Erika Ciesla • 116 Beiträge | 116 Punkte
Vorwort: Ich kam leider immernoch nicht dazu, den Artikel des Prof. Brekle zu lesen, ist einfach zu groß um sich das ding en passant einzuverleiben.

Zur Sache: die These des Max Bollwages, daß das »ß« ein lateinischer Gastabreiter sei, erscheint mir gewagt, da hätte ich schon gerne eine Begründung für. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, welcher lateinische Buchstabe das gewesen sein soll, und wenn, wieso das ein »Gastabreiter« sein soll, wo wir doch eh das lateinische Alphabet adaptiert haben.

Zur Erinnerung, hier das lateinische Alphabet:

ABCDEFHIKLMNOPQRSTVXZ

Wie man sieht, besteht es ausschließlich aus Majuskeln und hat nicht mehr als 21 Zeichen. Die Buchstaben G, J, U, W und Y sind nicht lateinisch sondern wurden dem Alphabet nachträglich (von uns) hinzugefügt. Und wo ist da jetzt der Gastarbeiter?

Ich weiß es nicht, ich frage nur!

Erika Ciesla
zuletzt bearbeitet 12.04.2007 23:33 | nach oben springen


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