#1

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in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 07.05.2007 11:35
von Contravaniloquentiam • 242 Beiträge

Diesen Ausdruck sähe ich gerne nominalisiert und altorthographisch korrekt gesetzt:

die Zurverfügungstellung?
die zur Verfügungstellung (nee!)
die Zur-Verfügung-Stellung?

Eigentlich gefällt mir die erste Variante am besten. Sie findet sich aber in keinem Wörterbuch, welches ich besitze.




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#2

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in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 07.05.2007 11:53
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Das erste Beispiel ist richtig.

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#3

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in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 07.05.2007 14:50
von Bastian • 42 Beiträge

Das erste ich richtig, aber sehr schlechtes Deutsch. Eine solche Wortbildung sollte man nicht nutzen.

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#4

RE: zur Verfügung stellen

in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 07.05.2007 15:26
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Das erste Beispiel ist richtig.

Aber wie Bastian sagt, schön ist das wirklich nicht. (Nicht: nicht wirklich.)
Kann man nicht das sperrige "ung"-Wort durch eine Infinitivkonstruktion umgehen?


---
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#5

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in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 08.05.2007 00:03
von Contravaniloquentiam • 242 Beiträge

Geschrieben habe ich:

Leider habe ich erst heute morgen entdeckt, daß CLAPI darüber hinausgeht, Textkörper zur Untersuchung mit Transkription zur Verfügung zu stellen.

Lieber hätte ich geschrieben:

Leider habe ich erst heute morgen entdeckt, daß CLAPI über eine Zurverfügungstellung von Textkörpern zur Untersuchung mit Transkription hinausgeht.

Finde ich, ehrlich gesagt, nicht weniger schön. Aber es gehört eher der gesprochenen als geschriebenen Sprache an, das räume ich ein.




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#6

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in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 08.05.2007 09:15
von Bastian • 42 Beiträge
Schamane:
> Kann man nicht das sperrige "ung"-Wort durch eine Infinitivkonstruktion umgehen?

In diesem Fall kommt dann noch hinzu, daß das Wort eine hübsche Kette mit einem weiteren Ung- und einem Ion-Wort bildet. Meines Erachtens ist aber nicht einmal der Infinitiv nötig, doch dazu gleich mehr.

@Con…:
> Leider habe ich erst heute morgen entdeckt, daß CLAPI darüber hinausgeht, Textkörper zur Untersuchung mit Transkription zur Verfügung zu stellen.

Mit dem Infinitiv gefällt mir das sehr viel besser. Inbesondere scheint mir aber „Textkörper zur Untersuchung mit Transkription“ etwas schief zu sein. Ich weiß nicht, was CLAPI ist, kenne also nicht den Kontext, aber es hört sich für mich ähnlich an wie „die Suchmaschine zur Durchsuchung mit Wort“. „Darüber hinausgehen“ klingt auch komisch in meinen Ohren.

Wie wäre es denn mit diesem Satz?
Leider entdeckte ich erst heute morgen, daß CLAPI mehr als nur Textkörper zur Untersuchung mit Transkription bietet.

Zum Vergleich das „Original“:
Leider habe ich erst heute morgen entdeckt, daß CLAPI über eine Zurverfügungstellung von Textkörpern zur Untersuchung mit Transkription hinausgeht.

> Finde ich, ehrlich gesagt, nicht weniger schön
Und ich finde, ebenso ehrlich gesagt, solch einen Hauptwortstil katastrophal. ;-) Aber das ist ja nur meine Meinung.

Ein weiteres Beispiel Ludwig Reiners':
Hauptwortstil: „Anträge auf Inanspruchnahme der Unterstützungseinrichtungen sind unter Beifügung des Mitgliedsbuches mit dem Nachweis gezahlter Beiträge direkt an die Geschäftsstelle zu entrichten.“
Verbalstil: „Die Geschäftsstelle nimmt Unterstützungsanträge unmittelbar entgegen; das Mitgliedsbuch mit dem Nachweis der gezahlten Beiträge muß beiliegen.“
zuletzt bearbeitet 08.05.2007 09:34 | nach oben springen

#7

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in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 08.05.2007 19:05
von Contravaniloquentiam • 242 Beiträge

Ja, Bastian, ein möglicher Dreher könnte drin sein:

Leider habe ich erst heute morgen entdeckt, daß CLAPI* darüber hinausgeht, Textkörper mit Transkription zur Untersuchung zur Verfügung zu stellen.

So hört es sich besser an. Schade, daß man im Deutschen nicht wie in der Mathematik Klammern setzen kann. Denn "zur Untersuchung" bezieht sich auf den "Textkörper" und die Transkription ist nur ein Hilfsmittel.

Ansonsten ist es natürlich empfehlenswert, jeden Stil an seinem Orte zu lassen. So hört sich der Hauptwortstil durchaus kälter und distanzierter an. Das könnte in manchen Situationen erwünscht sein.

*http://clapi.univ-lyon2.fr




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#8

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in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 08.05.2007 19:35
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Solche Sätze müssen zunächst zergliedert werden. Wie lautet der Vorgang?

CLAPI kann Texte untersuchen? Wenn ja: Die Untersuchung von Texten vermittelst CLAPI?

„darüber hinausgeht“ – was heißt das? Vermittelst CLAPI kann man noch mehr, als nur Texte untersuchen? Wenn ja: Was?

Da ich nichts von der Materie verstehe, frage ich unbekümmert: Ist das Wort „Untersuchung“ nicht überflüssig? Kann CLAPI mehr, als nur Texte transkribieren?
zuletzt bearbeitet 08.05.2007 19:43 | nach oben springen

#9

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in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 08.05.2007 22:10
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Ich finde, es klingt mit dem Infinitiv tausendmal flüssiger.


---
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#10

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in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 08.05.2007 22:48
von Contravaniloquentiam • 242 Beiträge

Ja, so habe ich es dann ja auch gelöst. CLAPI hier genauer zu erläutern lohnt wirklich nicht, die Frage wurde ja auch schon zufriedenstellend beantwortet. Danke!




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