#1

Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 08.05.2007 17:27
von Moderator • 127 Beiträge

Unser Forum hat heute Post vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), Redaktion Bildung und Wissenschaft (F-KuWi-BiWi1) erhalten:

Zitat von MDR
Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen einer Internetrecherche bin ich auf Ihren Internetauftritt gestoßen.

Wir suchen Themen für eine neue Sendung und ich wollte Sie bitten, mir Ihre "Aufreger" bei Sprechern, Schreibern oder auch einfach im Beamtendeutsch mitzuteilen.

Über Ihre Mithilfe würde ich mich sehr freuen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Nicolá Ramminger

Redaktion Bildung und Wissenschaft
Natürlich helfen wir gerne, bitte liefert noch ein paar Stichpunkte, damit ich die Antwort aufsetzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Der (Interims-)Moderator

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#2

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 08.05.2007 22:19
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Ein ganz rotes Tuch für mich ist alles, was unter Corporate Bullspeak fällt.
Ich versuche, einmal etwas zusammenzubasteln, was verdeutlicht, was ich meine.

"Unser Department hat in 2006 unterperformt. Wir brauchen bessere Incentives für einen target-orientierten Approach. Das Distribution Team muß einen neuen Pitsch am Point of Sale launchen, das Controlling muß redefined werden, das geht nur durch eine konzertierte Corporate Strategy, um den ROI nach oben puschen." usw. usw. usw.

Börsensendungen auf n-tv anschauen hilft auch.

Das Wirtschaftsdenglisch ist mit das scheußlichste von allen, soweit es mich betrifft.

---

Eine weitere Rote-Tücher-Textilfabrik ist die Werbung. Da ich aber hier in GB nur englische Werbung sehe (die genauso öde und dämlich ist wie unsere), gebe ich zurück ans Plenum für besonders krasse Beispiele.

---
In die Klartext-Geisterwelt eingegangen am 17. April 2007
zuletzt bearbeitet 08.05.2007 22:22 | nach oben springen

#3

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 08.05.2007 22:55
von Contravaniloquentiam • 242 Beiträge

Meine persönlichen Geschmackverderber sind diese Anglizismen: in 2006, in Deutsch, "meinen" statt "bedeuten", etc. (hatten wir einen Faden für)

Und darüber hinaus mag ich keine hastig formulierten Weil-Sätze mit Verbzweitstellung, kein Plusquamperfekt à la "gemacht gehabt" und schauderlich gebrauchte Wörter sind nachhaltig und zeitgleich.




Contravaniloquentiam in foro obscuro a. d. XV. Kalendas Maias mortuus est.
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#4

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 11.05.2007 19:53
von Melina • 4 Beiträge

Hallo zusammen,

hier kommt mein erster Beitrag, hoffe auf ein ästhetisches Ergebnis....

Was gar nicht geht sind denglische Modewörter á la Event, Public Viewing, Highlights und viele mehr. Das allerneuste ist übrigens "beachen" - bedeutet Beachvolleyballspielen. Aargh!!

Ansonsten reagiere ich allergisch auf den Deppenapostrophen in Gabi's Nagelstudio oder Oma's Waffeln. Auch Gebilde wie KundenBetreuung oder UmzugsRatgeber sowie SonnenStudion treiben meinen Blutdruck in die Höhe. Von der Bindestrich-"itis" mal ganz zu schweigen. Hat ein Wort mehr als acht Buchstaben, kommt sicherheitshalber ein Bindestrich zum Vorschein, um den gemeinen Leser nicht zu überfordern. Beispiel: Informations-Technologie.

Freue mich auf nette Diskussionen und sende liebe Grüße

Melina

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#5

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 12.05.2007 13:54
von Bastian • 42 Beiträge
1) All die verarmenden Anglizismen wie Player, Event, Paper, E-Book, downloaden, timen nerven nicht nur, sie lassen sich auch nur schwer beugen, sie lassen sich nicht nach deutscher Laut-Buchstaben-Zuordnung sprechen, lesen und schreiben, der Diminutiv läßt sich meist nicht bilden und sie sind oft ungenauer als ihre deutschen Entsprechungen (siehe auch Punkt 5). Der Höhepunkt der Grausamkeit ist momentan mit Ungetümen wie downgeloaded, gepostet oder homegeschoolt erreicht, aber sicherlich kann das noch übertroffen werden.

Denglisch beschränkt sich nicht nur auf Alltag und die Medien: Als Informatik-Student ist es für mich immer wieder erschreckend zu sehen, daß sich selbst Professoren nicht ordentlich ausdrücken können, teilweise gar nicht mehr mit Deutsch über ihr Fachgebiet sprechen können und auch nicht bemerken, wie schwätzerisch sie wirken und wie gestelzt aber nichtssagend sie daherreden. Im Nebenfach Psychologie mußten manchmal Selbstverständlichkeiten und Banalitäten definiert werden, und damit das auch nur einen Hauch von Wissenschaftlichkeit bekam, drückte man sich kompliziert und mit unverständlichen Wörtern aus, ganz nach dem Motto: Wer nichts zu sagen hat, der sage es unverständlich.

2) Nach neuer Rechtschreibreform müssen „Scheinhauptwörter“, etwa im Allgemeinen, großgeschrieben werden, die eine solche Markierung nicht verdienen, da sie als Objekt im Satz keine Rolle spielen. Ebenso störend sind drei gleiche Mitlaute in Folge, etwa bei Brennnessel; das ist unlogisch und unsinnig, da man nicht Brenn-Nessel spricht, wie etwa auch Tee-Ei oder See-Ebene, sondern eben nur zwei n, in einem durch, ohne Pause: Brennessel ist die einzige Schreibweise, die zur Aussprache paßt. Häßlich lassen sich auch viele Wörter lesen, denen man einer Oberlänge beraubte, als man festlegte, das ß müsse als ss geschrieben werden, wenn nach alter Rechtschreibung an dieser Stelle ein ß auf einen kurzen Vokal folgt. Diese heysesche s-Schreibung wurde 1901 abgeschafft und 1996 wieder eingeführt, was den Eindruck hinterläßt, dies geschah einzig und allein, um seine Existenz zu rechtfertigen: Schaut her, wir haben doch etwas geändert, wir arbeiten.

3) Daß die starken Verben, die kürzeren und klangvolleren, verdrängt werden, ist schade. Ebenso verhält es sich mit einer der Stärken der deutschen Sprachen, dem Konjunktiv: in der gesprochenen Sprache kommt er so gut wie nicht mehr vor, bzw. wird der Konjunktiv II nur noch mit dem Hilfsverb würde gebildet.

4) Das „Beamtendeutsch“ ist der einzige Stil, der keine Daseinsberechtigung hat. Während der Hauptwortstil zwar unanschaulich und tot ist, doch aber objektiv wirkt, ist das „Beamtendeutsch“ zusätzlich langatmig, gestopft und undurchschaubar durch Streckverben, Klemmkonstruktionen, Häufungen von adverbialen Bestimmungen. Es gibt keinen Grund, so zu schreiben, keinen Grund, „der Verlust tritt ein“ zu sagen, wenn man „verlieren“ meint.

5) Das inhaltsleere Geschwafel in der Wirtschaft und in vielen Medien, inbesondere in der Werbung, ist sprachverarmend, ungenau und eben inhaltsleer. Vieles ist einfach toll, sehr groß, irgendwie langweilig – und das ist nichtssagend. Der allgemeine Ausdruck ist einfach zu benutzen, Ding und tun sind ohne viel Nachdenken auf alles anwendbar. Ohne Superlativ scheint man gar nicht mehr auf sich aufmerksam machen zu können – der Gegenteil ist meist der Fall –, und Fremdwörter scheinen ein Muß zu sein, sei es auch nur die Verwendung des Wortes interessant. Manche meinen, mit Fremdwörtern lasse sich besser differenzieren als mit den deutschen Entsprechungen, doch das ist oft nicht richtig: Interessant ist sehr allgemein, schwammig und sagt wenig aus, während man sich, nutzte man ein deutsches Wort, Gedanken machen müßte, was man eigentlich sagen will und warum etwas interessant ist. Da gäbe es etwa die Wörter kurzweilig, spannend, fesselnd, mitreißend, erstaunlich, vorzüglich, erhellend, belehrend, lehrreich, wissenswert, aufschlußreich, erklärend, bemerkenswert, sehenswert, anregend, erheiternd, köstlich, merkwürdig, komisch, ungewöhnlich.

Ich sage nicht, Wörter wie interessant, Ding oder tun seien unnütz, aber wann, wie und wie häufig man sie verwendet, sollte man sich überlegen!
zuletzt bearbeitet 12.05.2007 14:07 | nach oben springen

#6

Interessant bis spannend

in F r e i s t i l 13.05.2007 10:05
von Ute E. • 110 Beiträge

In Antwort auf:
Interessant ist sehr allgemein, schwammig und sagt wenig aus, während man sich, nutzte man ein deutsches Wort, Gedanken machen müßte, was man eigentlich sagen will und warum etwas interessant ist. Da gäbe es etwa die Wörter kurzweilig, spannend, ...

Bei Angelegenheiten, bei denen Fach- oder Hintergrundwissen nützlich wären, um aussagekräftig mitzureden zu können, oder bei denen man sich seines eigenen Geschmacks noch nicht sicher ist, oder bei denen man fürchtet, ein klares Darlegen des eigenen Geschmacks könne man dem Gegenüber nicht zumuten, hört man auf die Frage "Wie findest du denn das Konzert (das Bild, den Künstler, das Kunstwerk, ...)?" oft die Antwort: "Interessant!" Damit hält man sich alles weitere offen, tut keinem weh. Daß man anstelle von interessant in den letzten Jahren verstärkt auch spannend zu hören bekam, werte ich eher als "Modeerscheinung". Denn in den meisten dieser Fälle war von Spannung nichts zu bemerken.

@Bastian: Ihren obigen Beitrag finde ich vorzüglich, erhellend, lehrreich, lesenswert, lobenswert, ...!
(Noch bemerkenswert: Im VDS-Forum hätte er so wohl keine Überlebenschancen gehabt.)

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#7

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 13.05.2007 13:33
von Melina • 4 Beiträge

Zitat von Bastian
4) Das „Beamtendeutsch“ ist der einzige Stil, der keine Daseinsberechtigung hat. Während der Hauptwortstil zwar unanschaulich und tot ist, doch aber objektiv wirkt, ist das „Beamtendeutsch“ zusätzlich langatmig, gestopft und undurchschaubar durch Streckverben, Klemmkonstruktionen, Häufungen von adverbialen Bestimmungen. Es gibt keinen Grund, so zu schreiben, keinen Grund, „der Verlust tritt ein“ zu sagen, wenn man „verlieren“ meint.


Dass Beamtendeutsch nicht mehr zeitgemäß ist und am Kunden vorbei geht, ist unstreitig. Bei uns auf der (beamtenähnlichen) Arbeit gibt es regelmäßig Lehrgänge, die den schönen Namen "Weg vom Verwaltungsdeutsch" tragen. Nachdem man an so einer Fortbildung teilnehmen durfte, geht man dann beschwingt und motiviert ans Werk, aber was nützt es, wenn all die Bestrebungen von einem Vor-Gesetzten konterkariert werden, der der Meinung ist, jeder müsse sich seinem Schreibstil von 1971 unterordnen. Und von diesen Sprachbremsen gibt es leider noch zu viele in deutschen Amtsstuben. Gleiches gilt im übrigen auch für den Schreibstil der Juristen, der gekennzeichnet ist durch eine passive Ausdrucksweise und die Verwendung von mehr Substantiven, als ein Satz vertragen kann.

Im Prinzip hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder Beamtendeutsch oder hippes, extremst cooles Denglisch.






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#8

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 13.05.2007 20:28
von Ute E. • 110 Beiträge

In Antwort auf:
Im Prinzip hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder Beamtendeutsch oder hippes, extremst cooles Denglisch.
Stellt Euch vor, wir hätten ein Gesetz gegen diese Auswüchse des "hippen und coolen Denglisch-Gebrauchs" vorliegen - und keiner verstünde es oder nähme es ernst, weil es in perfektem Beamtendeutsch verfaßt wäre.

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#9

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 14.05.2007 10:52
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Zitat von Ute E.
In Antwort auf:
Im Prinzip hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder Beamtendeutsch oder hippes, extremst cooles Denglisch.
Stellt Euch vor, wir hätten ein Gesetz gegen diese Auswüchse des "hippen und coolen Denglisch-Gebrauchs" vorliegen - und keiner verstünde es oder nähme es ernst, weil es in perfektem Beamtendeutsch verfaßt wäre.



Na dann in Denglisch!


§ 1: Die Administration hat entschieden: Denglisch ist uncool.

§ 2: Wer in Denglisch talkt, postet, marketet oder anderweitig in public schreibt, wird von kick-ass Attorneys gechased, die shit hot auf Denglisch sind.

§ 3: Eine Jury unter Beratung eines Teams von Expert Counselors wird Denglisch-Usern Mega-Geldstrafen aufdonnern. It's gonna hurt ya, sucker.

§ 4: Wer dieses Gesetz nicht versteht, wird mit Englischunterricht im Auslande nicht unter zwei Jahren und mit Deutschunterricht im Inlande nicht unter fünf Jahren bestraft. Damit er endlich beides auseinanderhält.

---
In die Klartext-Geisterwelt eingegangen am 17. April 2007
zuletzt bearbeitet 14.05.2007 10:53 | nach oben springen

#10

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 16.05.2007 01:11
von gnomus • 62 Beiträge

Liebe Melina,
ich gebe Dir in fast allen Punkten recht (nicht "gebe Dir Recht", das würde ich auffassen, als ob ich Dir das Privileg der Rechtssprechung übertrage). Und beim Deppenapostrophen könnte ich auch ausrasten, zumindestens beim Genitiv oder beim Plural. Aber ich gebe zu, daß ich mir bei anderen Konstruktionen, bei denen ich früher keine Probleme hatte, inzwischen nicht mehr sicher bin. Heißt es nun "geht's gut" oder "gehts gut", "auf's Maul" oder "aufs Maul". Würde mal gefühlsmäßig sagen, "geht's" und "aufs".
Aber was die "Bindstrich-itis" betrifft, bin ich anderer Meinung. Ein Bindestrich sollte m.E. mindestens dann gesetzt werden, wenn eine Wortzusammensetzung mißverständlich ist. Ich hatte in einem anderem Forum kürzlich was von "Lachspams" gelesen. Hatte lange gegrübelt, was Spams, die zum Lachen sind, in einem Lebensmittelforum zu suchen haben, bis mir dann die Schuppen aus den Haaren fielen, daß "Lachs-Pams" gemeint war. Gut, ich hätte "...pamps" geschrieben. Und den Bindestrich finde ich auf deden Fall besser als "KundenBetreuer" oder "Kunden Betreuer".

Gruß
Gnomus

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#11

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 16.05.2007 01:40
von gnomus • 62 Beiträge

In Antwort auf:
Häßlich lassen sich auch viele Wörter lesen, denen man einer Oberlänge beraubte, als man festlegte, das ß müsse als ss geschrieben werden, wenn nach alter Rechtschreibung an dieser Stelle ein ß auf einen kurzen Vokal folgt. Diese heysesche s-Schreibung wurde 1901 abgeschafft und 1996 wieder eingeführt, was den Eindruck hinterläßt, dies geschah einzig und allein, um seine Existenz zu rechtfertigen: Schaut her, wir haben doch etwas geändert, wir arbeiten

Besonders nachteilig ist der "ss-Segen" für Leute, deren Nachnamen ein ß nach einer kurzen Silbe aufweist, was aber nach der alten Rechtschreibung korrekt war. Z.B. "Bauchkuß", "Haß", "Heß" (von Hesse), "Ruß" (von Russe , nicht vom Ofenruß). Diese Nachnamen werden immer öfter lang ausgesprochen. Bei Bauchkuß mag es zur Zeit noch gehen, aber "Hahß", "Hehß", "Ruhß" wird von den Betroffenen nicht unbedingt positiv aufgenommen. Ich habe selber einen Nachnamen, auf den dieses Problem zutrifft. Ich habe keine Lust, eine Nachnamensänderung zu beantragen. Und ich will von mir aus meinen Namen nicht verschandeln.
Ich weiß nicht, ob in Heßberg, einem kleinen DOrf bei Hildburghausen, die Brauerei noch besteht. Muß sich der Ort nun in Hessberg umbenennen, um richtig ausgesprochen zu werden?

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#12

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 16.05.2007 10:16
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Hallo Gnomus,

die Auseinander Schreibung von Zusammen Gehörenden stört mich auch ungemein. Das Auge stolpert darüber und das Schriftbild ist verhunzt. Meiner Ansicht nach ist das eine Schreibweise, die aus schlecht übersetztem Englisch zu uns gekommen ist. Sprachkundige Engländer jedenfalls sind oft neidisch auf die Fähigkeit des Deutschen, aus dem Stegreif neue und unmittelbar verständliche Wörter zu bilden, indem man einfach zwei schon bestehende Wörter zusammenschweißt. Im Englischen dagegen kann man die Wörter oft nur isoliert hintereinanderstellen, mit Leerfeldlücke. Oder neudeutsch, mit Leer Feld Lücke.

Den "Lachspams" habe ich auch nicht verstanden. Ein Lachs ist ein Fisch, aber "pams"? Pamela Andersons etwa, im lachsfarbener Kleidung? Bei uns anne Ruhr gibt es Pampe, Pamp und vielleicht noch Pamps, aber keinen "Pams".

---
In die Klartext-Geisterwelt eingegangen am 17. April 2007
zuletzt bearbeitet 16.05.2007 10:17 | nach oben springen

#13

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 16.05.2007 10:47
von Contravaniloquentiam • 242 Beiträge
Die Leerfeldlücke ist nicht nur für die Augen zum Stolpern, sondern auch für die Aussprache. Lese ich Zusammenschreibung, betone ich vorn. Lese ich hingegen zusammen Schreibung, will ich zweimal betonen. Die Zusammenschreibung hatte eben auch aus Gründen der Leseerleichterung ihren Sinn. Bei Nicht-Berücksichtigung dieser Regelung, wird Vorlesen eines nie gelesenen Textes deutlich erschwert.

Was den Pamps angeht, dachte ich an Lach-Spams. E-Müll lustigen Inhalts, wie ihn einige Zeitgenossen im Überfluß bei Langeweile auf der Arbeit verschicken.

Der Rechtschreibfehler ist allerdings interessant. Ich bin manchmal versucht, "morgends" zu schreiben. Das hat zwei Gründe: 1. Analogie zu abends und 2. Wer die Konsonantenfolge ns oder ms spricht, gerät in die Situation, zwischen Nasal (Luft strömt nur aus Nase) und Frikativ (Luft strömt zwischen Zunge und Zähnen heraus) einen Plosiv (Luftstrom wird kurz unterbrochen => d/t - b/p) zu setzen.

Und so hat jemand vielleicht gedacht, der Plosiv 'p' gehört nicht zwischen 'm' und 's', falls Ihr versteht, was ich meine ;-)


Contravaniloquentiam in foro obscuro a. d. XV. Kalendas Maias mortuus est.
zuletzt bearbeitet 16.05.2007 10:50 | nach oben springen

#14

RE: Mitarbeit erforderlich!

in F r e i s t i l 16.05.2007 11:13
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Auch dazu einen albernen Witz:

Ein Mann im Metzgerladen: "Ich hätte gern ein Pfund Nackend."
Der Metzger: "Wie bitte?"
Der Mann: "Ein Pfund Nackend, bitte."
Der Metzger: "Ach, Sie meinen Nacken!"
Der Mann: "Ebend!"


---
In die Klartext-Geisterwelt eingegangen am 17. April 2007
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#15

Apostrophie

in F r e i s t i l 16.05.2007 23:48
von Ute E. • 110 Beiträge

In Antwort auf:
Heißt es nun "geht's gut" oder "gehts gut", "auf's Maul" oder "aufs Maul". Würde mal gefühlsmäßig sagen, "geht's" und "aufs".

Aufs (Treppchen) war schon immer so richtig, wie ins (Bett) oder unterm (Tannenbaum). Und ist es auch geblieben.
Mit geht's geht's jetzt auch so: gehts; nach neuer RS kann man den hier bisher geforderten Apostroph weglassen.

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