#31

RE: Max Goldt

in Deutsch in Medien und Literatur 28.01.2008 23:51
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Einem Rezensenten namens Marcus Römer haben wir die folgenden Sätze zu verdanken:

„Braune Hose, braune Schuhe, dunkelgrünes Sakko, gestreiftes Hemd – Max Goldt bevorzugt einen Kleidungsstil, dessen Schlichtheit ihn an den Rand der Selbstverleugnung treibt. Ein unbeobachteter Agent ist er, der allein durch die Straßen läuft und, entzückt vom Zauber des seitlich dran Vorbeischreitens, die unberücksichtigten Petitessen des Lebens in den Rang unschuldiger Glorie erhebt.“

„In seinem ‚vollkommen sinnlosen‘, aber äußerst reizvollen Stück ‚5 Gurken‘ rhapsodiert Goldt über Margret Thatchers ‚für ihr Alter schöne Beine‘, an anderer Stelle plädiert er für die Beibehaltung des bayerischen Sargzwangs, um ein paar Absätze weiter zu meinen, Albert Speer hätte sicherlich einen repräsentativeren neuen Berliner Hauptbahnhof konzipiert.“

„Max Goldt ist ein höflicher Mensch, der sich in einem 5-Sterne-Text auch um das Problem der Pünktlichkeit sorgt und räsonniert, dass Verfrühungen bei verabredeten Hausbesuchen weit unhöflicher seien als sanfte Verspätungen.“

Mein Null-Sterne-Text lautet wie folgt: Braune Hose, braune Schuhe, dunkelgrünes Sakko und –stop! Denn gestreifte Hemden trugen andere auch, gezwungenermaßen. Und schon bin ich bei den ‚Petitessen des Lebens‘ angelangt, bei Margret Thatchers Beinen, welche, wie Max Goldt meint, „für ihr Alter schön“ sind. Wohl- oder mißverstanden: Hier kommt es nicht auf den Sinn an. Albert Speer hat mehrere Tausend Bücher gelesen während seiner Haftzeit im Kriegsverbrechergefängnis Spandau. Er war also ein literarisch gebildeter Mensch.

Es gibt Rezensenten, die Aasgeier sind, intellektuell verwandt mit den Autoren, die ihren Lebensunterhalt mit Leichenfledderei verdienen. Sigmund Freud war einer von ihnen.

Quelle
zuletzt bearbeitet 29.01.2008 00:34 | nach oben springen

#32

Nochmal zu den "Studierenden"

in Deutsch in Medien und Literatur 04.05.2009 18:32
von AndyOSW • 631 Beiträge

Ich habe hier einen sehr, sehr alten Text im Faksimile vorliegen. Er datiert vom 15. September 1834, wie jeder selbst nachlesen kann und beinhaltet die damalige Studienordnung der Juristischen Fakultät Leipzig. Alle Studenten werden dort als "Studirende" angesprochen...


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studentika_studienordnung_leipzig.pdf studentika_studienordnung_leipzig.pdf
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