#16

RE: Kein Abschied!

in F r e i s t i l 02.07.2007 19:16
von AndyOSW • 631 Beiträge
Die Typographie, die Sprache und die Rechtschreibung sind nicht im Arsch. Nur das Hirn mancher Typographen, Schreiber und Sprecher.

Fehlentwicklungen aufzuzeigen, anzuprangern und ihnen gegenzusteuern ist UNSERE Aufgabe - wir sind das Volk!

Dazu benötigt man ein offenes Forum (das ist vorhanden) und den guten Willen (der ist es auch). Der gute Wille schlummert manchmal noch (verschieden) tief, ist aber immer erweckbar.

Andere aufzuwecken - dazu braucht es wache Geister - also JEDEN von uns!
zuletzt bearbeitet 02.07.2007 19:17 | nach oben springen

#17

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 06.07.2007 21:00
von gnomus • 62 Beiträge
Lieber Fritz-Franz,
ich hatte vorübergehend weder Zeit noch Muße, zu schreiben. Aber jetzt muß ich doch! Also Deine Verabschiedung lasse ich nicht gelten! Hier hast Du doch mehr Gleichgesinnte (oder zumindestens aufgeschlossenere Mitglieder) als "drüben". Und was Du gerade über "ß", "langes s" usw. schreibst, da bist Du bei mir sowieso richtig gelandet. Heute vormittag hatte die Schwester beim Aufrufen meinen Namen wieder total falsch betont. Das geschieht seit der Rechtschreib-"Reform" immer öfter. Und ich sehe nicht ein, daß ich die Schreibweise meines Namens ändern soll, nur damit er richtig ausgesprochen wird. Das Problem besteht ja auch bei Ortsnamen, ich denke mit Grauen daran, daß das Dorf Heßberg (bei Hildburghausen, in der Gegend meiner Kindheit) in Zukunft immer öfter "Heeßberg" genannt wird. Bis zum "Ruußland" wird es ja hoffentlich nicht kommen. Und das "lange s" hatte auch seine Berechtigung, wenn auch die Regeln nicht ganz so einfach waren (oder für einen heutigen Hauptschüler nicht mehr zumutbar; warum sind hier keine Smilies verfügbar?!) Aber nur so habe ich rausgekriegt, ob sich z.B. der Ort "Großräs-chen" oder "Großrä-schen (richtig) nennt.

Nebenbei: Falls jemand Interesse an deutschen Schriftarten hat, mit "langem" und "rundem" s, ich hab zwei Freeware-Schriftarten. (Es tue mir bitte niemand an, für "Freeware" noch ein deutsches Wort zu verlangen!!!) Und ich wäre auch interessiert, wenn jemand auch was in der Richtung anbieten könnte.

Und ein zweites "Nebenbei":
Ich habe hier zwar einige Bilder von den Katzen meiner Mutter (ich hatte ihr dringend geraten, sich welche zuzulegen, wegen ihrer Einsamkeit), aber ich bin leider zu blöd, die Bilder auf einen Server hochzuladen. ("Was? Und du bist Programmierer?")

Und noch ein 3. "BTW":
Hatte schon wieder einen Fahrradunfall, Autofahrer war schuld. Nun hocke ich mit Gipsarm daheim rum. Hab mehr Zeit, als ich gebrauchen kann. Und da willst Du Dich ausgerechnet jetzt aus dem Staub machen? Also, das lasse ich nicht zu.

Vielleicht schicke ich Dir mal ein paar Katzenbilder per e-mail. Aber nur, wenn Du hier bleibst!
L.G.

Änderung:
Ich habe irgendwo gelesen, daß ein großes "ß" eingeführt werden soll. Weiß da jemand was darüber?
Gnomus
zuletzt bearbeitet 06.07.2007 21:06 | nach oben springen

#18

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 06.07.2007 21:27
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Hallo Gnomus,

zuerst einmal wünsche ich Dir gute Besserung mit Deinem Arm!

Zum "großen Eszet" haben wir hier einen Faden, mit vielen typographischen Beispielen:

http://www.deutsches-sprachforum.de/t201...rauskommen.html



Katzenbilder brauchst Du nicht erst auf irgendwelche Server hochzuladen, obwohl das so narrensicher einfach ist, daß selbst ich es hinbekommen habe. Geh zu http://www.imageshack.com, der Rest erklärt sich von selbst. Du kannst Bilder einfach als Dateianhang von Deiner Festplatte an deinen Beitrag anhängen (wie bei E-mails).

Ansonsten sind wir uns alle einig, daß uns Fritz-Franz nicht so einfach davonkommen darf.

Also, Fritz-Franz, melde Dich!
zuletzt bearbeitet 06.07.2007 21:28 | nach oben springen

#19

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 07.07.2007 11:00
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Lieber Sprachfreund Gnomus!

Vielen Dank für Deine Zeilen. Ich schreibe Dir zu Deiner Aufmunterung, Erheiterung und Gesundung von meinen nimmermehr verheilenden Wunden. Der bruchstückhafte Monolog eines Kranken lautet wie folgt:

Seit bald zwei Jahren rede und schreibe ich von „zehn Jahren“ oder „einem Jahrzehnt“. Nun ist mir aufgefallen, daß mir die Zeit davoneilte, uneinholbar. Vor einem Dutzend Jahren war die Anzahl der Internetforen noch ziemlich überschaubar. Damals sandte ich Leserbriefe an Zeitungen, wenn ich der Meinung war, meine Meinung zu diesem oder jenem könnte von öffentlichem Interesse sein. Brav und ohne Argwohn nannte ich meinen wirklichen Namen, meine wahre Adresse und Telephonnummer. Denn, so dachte ich in meiner grenzenlosen Naivität, Aufklärung tut not. Diese Gesinnung aber brachte mich in große Nöte (im letzten Wörtchen hätte ich beinahe ein Dehnungs-h eingefügt). Da will einer die deutsche Sprache bewahren und beherrscht sie selber nicht, mußte ich mir sagen lassen. Oh wie schrecklich waren die Reaktionen auf die Äußerungen meiner Meinung! Einen geistig Hinterbliebenen nannte man mich, einen rückständigen fortschrittsfeindlichen alten Sack, einen Nationalsozialisten und Deutschtümler, Landesverräter (weil Schweizer) und Idioten. Als ich dann später unter meinem Klarnamen (welche Unbekümmertheit war mir, demokratisch-humanistisch Gesinnten, damals zu eigen!) im Internet meine Meinung zur Rechtschreibreform kundtat (wohlgemerkt: unter Angabe meiner E-Mail-Adresse und postalischen Anschrift – denn ich dachte, Anonymität wäre bereits eine Form der Zensur, nämlich Selbstzensur), erreichten mich unzählige Schmähbriefe, so daß ich mich mehrmals dazu gezwungen sah, meine E-Mail-Adresse zu ändern. Den vorherigen Satz lese ich nicht nochmals, um mir die Mühsal der Korrektur zu ersparen. Stattdessen schreibe ich weiter im (Kon)text.

Auch viel Zuneigung und Zuspruch erfuhr ich in den letzen Jahren. Viele Brieffreundschaften entstanden zwischen mir und Menschen, die in Deutschland, Kanada, Japan und weiß wer wo noch sonst leben. Herzensgute Menschen würdigten mein Bestreben in der Sache, um welche es hier und heute noch in diesem Forum geht. Du weißt, lieber Gnomus, daß ich kein Schriftgelehrter bin, sondern bloß ein Liebhaber der deutschen Sprache und Schrift. Der Kampf gegen die vollkommen unnötige RSR hat mich Jahre meines Lebens gekostet. Diesen Preis jedoch bezahlte ich gern, meinen Enkeln zuliebe, damit sie sich auch künftig schriftlich verständigen können und zudem in der Lage sind, Erkenntnis aus alten Schriften zu schöpfen.

Als Schwerverletzter hast Du jetzt die Zeit dazu, Nachforschungen anzustellen. Ich gebe Dir eine Richtung an und wünsche Dir gute Unterhaltung: Typoforum. Die dort von mir unter meinem Klarnamen verfaßten Beiträge löschte ich samt und sonders. Typographen oder, wie sie sich auf Neudeutsch nennen: „Typodesigner“ melden sich dort zu Wort, ohne jegliche Ahnung. Dort findest zuunterst eines meiner viel zu vielen Worte.

Um diesen Brief zu verlängern, verrate ich Dir noch etwas: Gestern wurde mir von einer Gönnerin ein sehr großer Geldbetrag auf mein Bankkonto überwiesen, damit ich mir eine Digitalcamera kaufen kann. Sie meinte, ich hätte das Zeitalter der Digitalphotographie vollkommen verschlafen.

In Erwartung Deiner Katzenbilder verbleibe ich als Dein Sprachfreund

Fritz-Franz
zuletzt bearbeitet 07.07.2007 14:43 | nach oben springen

#20

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 07.07.2007 13:45
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Lieber Schamane!

Ich bin felsenfest davon überzeugt, daß der Wahnsinn in Flachland Deutschland seinen besten Nährboden findet, um aufzublühen in seiner ganzen Pracht. „Seid verschlungen, Millionen“, könnte die erste Zeile eines Hymnus lauten. Währenddem wir ihn, den Hymnus, (in Gedanken) singen, denke ich angestrengt an Karin Wolff, die Leibhaftige, und an den von ihr propagierten Kreationismus. Sprache kann ein Mittel zum Zweck sein. Und wer die Sprache beherrscht, ist imstande, seine ihm zur Verfügung stehenden Mittel und die von ihm angestrebten Zwecke zu verschleiern. Daher nehme ich fürderhin Zuflucht zu Gleichnissen, um diesem Sachverhalt entgegenzuwirken.

Biologie ist keine Wissenschaft.
Das Wissen hinkt hinter der Entwicklung des Glaubens her, seit hunderten von Jahren.

Ich müßte ein (schlauer) Fuchs sein (tatsächlich hieß ich einst Fuchs mit Namen), um Dir meine Meinung verheimlichen zu können, oder ein politisch ambitionierter Rollstuhlfahrer.

Dein Fritz-Franz

Ein Hinweis noch auf ein Bild: Caspar von Zimmermann
zuletzt bearbeitet 07.07.2007 14:03 | nach oben springen

#21

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 08.07.2007 00:06
von Andrew • 162 Beiträge
(Beitrag von mir versehentlich überschrieben und gelöscht.)

Schamane
zuletzt bearbeitet 08.07.2007 01:32 | nach oben springen

#22

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 08.07.2007 01:29
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Andrew...

das ist mir jetzt sehr peinlich. Ich wollte auf Deinen Beitrag antworten und habe stattdessen den falschen Knopf erwischt. Dadurch bin versehentlich in den Moderatorenmodus gerutscht und habe unabsichtlich Deinen Beitrag überschrieben. Ich bitte Dich um Entschuldigung. Wenn Du Deinen Beitrag noch einmal schreibst, werde ich den Schaden reparieren.

Ich werde mich bemühen, daß mir so etwas nicht noch einmal passiert. Es tut mir wirklich leid!

Dein Schamane, in seine Moderatorenrolle hineinwachsend.
zuletzt bearbeitet 08.07.2007 01:33 | nach oben springen

#23

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 08.07.2007 11:30
von Andrew • 162 Beiträge

Kein Problem Schamane. :) Jeder kann man den falschen Knopf drucken, mache dir keine Sorgen! (Gut auch, dass es am WE passiert, unter der Woche habe ich momentan leider kaum Zeit, überhaupt reinzuschauen, also schlimm ist es wirklich gar nicht.)

Ich denke, es gibt noch viele Leute, die die alte RS schreiben oder eine Mischung aus beiden schreiben. Die kommt auch in Zeitschriften vor.

Außerdem wollte ich fragen, ob "Telephon" die normale Schreibweise war, denn ich dachte, es hieß immer "Telefon" und ist deshalb anders als "Philosophie/Filosofie" zum Beispiel.


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#24

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 08.07.2007 20:21
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Danke, Andrew.

Jetzt kann ich schreiben, was ich ursprünglich auf Deinen Beitrag antworten wollte.

Zur RS: Meine Vermutung geht dahin, daß heute ungefähr jeder irgendein Gemisch aus alter und neuer Rechtsschreibung schreibt, da kaum jemand die neue RS vollkommen durchblickt und deshalb immer wieder in die alte zurückgleitet, abgesehen von RS-Reaktionären wie mir und anderen, die sich nie auf die neue RS eingelassen haben. Die schreiben, so gut sie es können, alt.

Zum Telefon: Früher gab es beide Schreibweisen, mit "ph" und mit "f". Heute gilt die Schreibweise mit "ph" allgemein als veraltet. Ich meine, seit dem Krieg. Ich bin in den 70ern zur Schule gegangen. Da gab es nur noch das Telefon mit f.

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#25

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 09.07.2007 15:31
von Frau Musterfrau • 33 Beiträge

Ich meine mich aber erinnern zu können, daß vor rund zehn Jahren der "Spiegel" noch "Telephon" schrieb. (Oder war's die "Süddeutsche"?)

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#26

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 09.07.2007 17:28
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Der Spiegel bestimmt nicht.

Ich schlage vor mit Rücksicht auf Fritz-Franz diese Diskussion im Bereich Rechtschreibung, Grammatik und Stilfragen weiterzuführen?
zuletzt bearbeitet 09.07.2007 22:50 | nach oben springen

#27

RE: Zum Abschied

in F r e i s t i l 14.07.2007 15:54
von Andrew • 162 Beiträge
Weitere Fragen dazu werde ich in neuen Themen stellen, aber danke für die Information. Ich glaube, ich schreibe auch eine Mischung aus neuer und alter RS, kenne die alte RS nicht perfekt und habe die neue noch nie völlig gelernt.
Ich hoffe, dass Fritz-Franz sich wieder meldet.
zuletzt bearbeitet 14.07.2007 15:55 | nach oben springen


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