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Fernsehtipp 03.10.2007, 22.00 - MDR - Verlassene Heimat

in Buch-, Radio- und Fernsehtipps 01.10.2007 07:01
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte
MDR - Verlassene Heimat - Geschichten aus Mitteldeutschland
03.10.2007 22.00-23.00 Uhr

Abwanderung, Überalterung, hohe Arbeitslosigkeit und Frauenmangel - das sind oft die Schlagzeilen, wenn über zahlreiche, vor allem ländliche Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen berichtet wird. Doch wie leben die Menschen in diesen Regionen wirklich? Was verbinden sie mit dem Wort 'Heimat'? Autor Jan Peter war in den Regionen unterwegs, in denen es seit Jahren ständig bergab geht und in denen keine Hoffnung mehr auf ein wirtschaftliches Bergauf existiert. Er traf viele Menschen, die das schleichende Verschwinden ihrer Heimat bedauern. Manche haben resigniert. Viele sagen aber auch trotzig: Das ist doch unsere Heimat!

'Unsere Mundart wird immer weniger gesprochen', beklagt Chorleiter Jens Köhler in der Oberlausitz. Die Sprache und die freundlichen Menschen bestimmen für ihn die Heimat. Gerade will er mit der Sing- und Trachtengruppe Großschönau 'Es geht ein dunkel Wolk herein' einstudieren. Eines der ältesten deutschen Volkslieder. Vielleicht sei die dunkle Wolke auch ein wenig bezeichnend für die eigene Situation, meint Jens Köhler, der hofft, dass sich nach den dunklen Wolken wieder die Sonne zeigt. Denn laut Statistik gibt es nirgendwo in Deutschland eine höhere Abwanderungszahl junger Frauen als im Landkreis Löbau-Zittau, in dem Großschönau liegt.

Im Tannenbergsthal, im Vogtlandkreis, ist im Laufe der Jahre die Strecke für den Schulbus immer länger geworden. Wenn Busfahrer René Pöhland morgens die Kinder fährt, dann führt ihn sein Weg gleich an mehreren geschlossenen Schulen vorbei. Nachmittags steigen vor allem Rentnerinnen bei Pöhland ein. Ihre Kinder sind vor Jahren gen Westen gezogen. Autofahren haben sie nie gelernt und keiner aus der Familie ist mehr da, der sie chauffieren kann. So ist der Bus das einzige Fortbewegungsmittel, und René Pöhland hört sich geduldig die Geschichten seiner Passagiere an.

'Es muss irgendwo doch ein paar Verrückte geben, die überhaupt noch etwas machen', sagt Uwe Giesicke und schiebt seinen Cowboyhut in den Nacken. Jeden Freitag versammeln sich die Lüttchendorfer aus dem Mansfelder Land in der Truckerkneipe, um vier Stunden lang zur Countrymusik zu tanzen. Uwe Giesicke ist jemand, der zupackt und andere mitreißt: 'Wir gehen hier nicht weg. Es können doch nicht nur noch die hoffnungslosen Fälle übrig bleiben.' Das Wochenende genießt der Cowboy in seiner Heimat. Doch schon am Montag muss er wieder los. Gen Westen. Zur Montage. So wie viele andere. In dem Film 'Verlassene Heimat' porträtiert Autor Jan Peter Menschen aus Mitteldeutschland, die tief in ihrer Heimat verwurzelt sind.
zuletzt bearbeitet 01.10.2007 07:03 | nach oben springen


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