#31

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 01:40
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
"jetzt sag, daß das nicht wahr ist."

Nun aber wirklich gute Nacht.
zuletzt bearbeitet 02.12.2007 01:40 | nach oben springen

#32

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 01:50
von Andrew • 162 Beiträge

Ah, im Ruhrgebietdialekt ist es umgekehrt, das G wir zu einem J.

Auch von mir wirklich gute Nacht.

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#33

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 01:58
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Auf die Ursache des Spottes, den die Basler über die Zürcher auszugießen pflegen, stieß ich während des Studiums der Industrialisierung zufällig. Als gebürtiger St. Galler bemerke ich hier nur, daß ich während meines langjährigen Zürcher Aufenthalts den Namen Basels sehr selten zu hören bekam. Sprach man damals in Zürich von Basel, dann nur im Zusammenhang mit dem „Tis“, dem so genannten Restaurant Atlantis, in welchem es gute Musik zu hören gab.

Doch nochmals zurück zum Thema, wenn’s erlaubt ist. Um solche Kampagnen herum entsteht ein großer Medienrummel. In Zeitungen und Zeitschriften erscheinen Artikel über sie und Radio- und TV-Sender verkünden sie lauthals. Niemals jedoch wird die Buchhaltung publiziert, aus welcher man ersehen könnte, wer wann für was welche Summe Geldes eingestrichen hat. Die Steuerzahler scheint dies offenbar nicht wunderzunehmen.

Ein Letztes noch. Man stelle sich vor, eine der Schweizer Uhrenstädte Biel, La Chaux-de-Fonds oder Genf hätte sich den Basler Wahlspruch zu eigen gemacht, dann hätten deren Bewohner alle Ursache, den schlimmsten Spott zu befürchten.

Auf und … Davos!

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#34

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 11:54
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Wie oben erwähnt: Den Bach hinunter („De Bach abe“).

Bildherkunft
Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
 Rheinschwimmen.jpg 
zuletzt bearbeitet 02.12.2007 12:36 | nach oben springen

#35

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 13:19
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Oft ist es von großem Nutzen, zu wissen, welcher Gesinnung die sogenannten Marketingspezialisten sind. Um diese zu erfahren, hilft genaues Lesen der von ihnen verfaßten Texte ungemein. Ein Klick auf das obenstehende Wort „Bildherkunft“ führt zu folgendem Zitat:

In Antwort auf:
Ein weiterer Schwerpunkt im Kommunikationsbereich stellt das offizelle Internetportal http://www.basel.ch dar. Diese Internetseite informiert in Deutsch, Englisch und Französisch umfassend über den Lebens- und Wohnort sowie Forschungs- und Wirtschaftsstandort Basel.


Als einer, der eineinhalb Jahre lang in Brione s/M lebte, weiß ich, daß sich viele Tessiner von den Deutschschweizern benachteiligt fühlen. Man beachte im Zitat die Reihenfolge der Sprachen: Italienisch (nebst Rätoromanisch auch eine der offiziellen Landessprachen der Schweiz) fehlt in der Aufzählung, was in Anbetracht der auf der angegebenen Seite stehenden Aussage: „Die einzelnen Kommunikationsmittel kommen an ausgewählten Anlässen in den definierten Zielmärkten, allen voran Deutschland, zum Einsatz“, einer unerhörten Frechheit gleichkommt.

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#36

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 13:33
von Andrew • 162 Beiträge

In Antwort auf:
Auf die Ursache des Spottes, den die Basler über die Zürcher auszugießen pflegen, stieß ich während des Studiums der Industrialisierung zufällig.


Die Hintergründe dieser Sache zwischen Zürich und Basel würden mich auch interessieren.

Zum Thema Wahlspruch, ich wäre eben der Meinung, dass keine Stadt einen braucht. "Land mit Energie" sagt eigentlich auch nichts. Was für Energie? Und es gibt auch anderswo Energie. Und ja, große Geldmengen werden ausgegeben und nicht viele kümmern sich darum.

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#37

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 13:40
von Andrew • 162 Beiträge

Das stimmt, Italienisch und Romansch sollen auch vorkommen, die sind als Landessprachen wichtiger als Englisch.

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#38

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 14:48
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Von der Animosität zwischen Basel und Zürich:

Stell’ Dir vor, Andrew, im Sonntags-Blick vom 13. Mai 2006 stand hierüber ein kurzer Artikel zu lesen.

Gruß von Fritz-Franz

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#39

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 15:03
von Andrew • 162 Beiträge

Interessant, danke Fritz-Franz. Wie vieles hat das mit alter Geschichte zu tun.

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#40

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 15:08
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

An Andrew:

Und stell’ Dir weiter vor: Maturanden haben ihre Maturarbeit wortwörtlich aus dem Sontags-Blick abgeschrieben, ohne Quellenangabe, wohlverstanden.

Gruß von Fritz-Franz

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#41

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 19:07
von Andrew • 162 Beiträge

Interessant, die Seite durchzulesen. Aber die Quelle des Artikels wird angegeben. Habe ich etwas übersehen oder nicht kapiert?

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#42

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 20:34
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Tatsächlich. Ich habe den Namen des Sonntags-Blicks gesucht, der dort nirgends steht.

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#43

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 02.12.2007 21:16
von Andrew • 162 Beiträge

Ja, es steht nur Blick.

"Eine andere Vermutung über den Hintergrund ist folgender im Blick erschienener Zeitungsartikel:"

Aber eben, eine interessante Seite.

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#44

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 27.03.2008 13:54
von AndyOSW • 631 Beiträge

Zitat von AndyOSW
... Wir in Berlin suchen auch noch einen solchen, Medien und Volk sind eingeschaltet worden.

Der senatsoffizielle Tourismus-Slogan ist jetzt schon "Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin!" Ein guter Anfang, finde ich.

Solange keine realitätsfernen Werbeheinis das Sagen haben, habe ich gute Hoffnung, dass wir in Berlin nicht ein "I love Berlin!" bekommen...

Mittlerweile gibt es ein Ergebnis:
Zitat von Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit
be Berlin!

Berlin ist einzigartig, tolerant, weltoffen, lebens- und liebenswert. Berlin ist Alltag und wilde Party, Kiez und Kultur. Zuweilen rau, aber immer ehrlich und mit Herz. Und Berlin ist immer in Bewegung. Keine andere Stadt der Welt verändert sich so rasant, leicht und unkompliziert und behält dabei trotzdem ihren so eigensinnigen und unverwechselbaren Charakter. Dieses Bewusstsein soll nun bei den Berlinerinnen und Berlinern neu gestärkt werden.

Die neue Berlinkampagne

Zusammen mit dem Senat rief der Berliner Bürgermeister am 11. März 2008 hierzu die neue Hauptstadtkampagne be Berlin ins Leben. Verantwortliche Agentur ist die Berlin Partner GmbH. Berlin wird von den Menschen hier gemacht. Also sollte auch eine Berlinkampagne von Berlinern gemacht werden. Und so soll sie auch umgesetzt werden. Geschichten von Menschen, die hier leben und die Stadt bewegen, kombiniert mit dem selbstbewussten Aufruf be Berlin/sei Berlin sind Inhalt und Leitmotiv der Kampagne.

Erste Geschichten und Persönlichkeiten sind bereits auf Plakaten und Anzeigen zu sehen. Beispielsweise der Starkoch Tim Raue, dem der Aufstieg aus einer Kreuzberger Straßengang zum Kulinarischen Direktor der Adlon-Gruppe gelang. Oder das Porträt der Zehlendorfer Unternehmerin Alexandra Knauer, die hochempfindliche Messgeräte für Laboranalysen für den Weltmarkt herstellt. Besonders beeindruckend sind auch die Schüler der Rütli-Schule in Neukölln, die inzwischen ihre eigene Mode machen und damit erfolgreich gegen ihr ursprünglich negatives Image ankämpfen. Oder Ajescha Prozell ist zu sehen. Die 16-Jährige hat mit einem von ihr entwickelten Verfahren, Umweltschadstoffe aufzuspüren, den Bundeswettbewerb von "Jugend forscht" gewonnen.

Ihre Geschichte ist gefragt

Das ist jedoch erst der Anfang. Auch Ihre Berliner Geschichten, Kunstwerke, Erfindungen, Erfahrungen, Einfälle oder einfach Ihr menschliches Engagement sind im weiteren Kampagnenverlauf gefragt. Alle Berlinerinnen und Berliner sind dazu aufgefordert, ihre ganz persönliche Geschichte aufzuschreiben und einzusenden. Jeder, der eine authentische, originelle oder innovative Geschichte hat, kann also mitmachen. Aufschreiben und sie ganz einfach hier unter dem Menupunkt "Geschichte hochladen" einstellen. Die besten Geschichten werden übrigens prämiert und können zu weiteren Kampagnenmotiven werden. Die Autoren werden so zu Botschaftern für Berlin.

Der Berliner Senat möchte damit Berlin national und international als Marke positionieren. Deswegen auch die englische Version von be Berlin. Die Botschaft soll überall auf der Welt verstanden werden. Ziel ist, mehr Menschen, Touristen und Besucher in die Hauptstadt zu locken. Mehr Unternehmen sollen sich hier ansiedeln und neue Arbeitsplätze schaffen. Alle sollen erfahren, was für wissenschaftliche, kulturelle und soziale Errungenschaften Berlin ausmachen.
Das ist ein Kompromiss, finde ich. Im Ausland mit "be Berlin" zu werben geht für mich in Ordnung. Zur Zeit laufen hier in Berlin Plakataktionen und Rundfunkspots mit der deutschen Variante "Sei Berlin!".




...und so weiter. Mehr dazu unter http://www.sei.berlin.de.

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#45

RE: Nordrhein-Westfalen: "Land mit Energie"

in Sprachpolitik 27.03.2008 16:36
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

„sei erzähler
sei botschafter
sei berlin“

Konsequent durchgeführte Kleinschreibung, gewürzt mit einer Prise Blödsinn.

Warum nicht konsequenterweise: „sei berliner“? Oder noch besser: „sei blöd“?

„sei berlin“ klingt so blöd wie: „sei Tisch“. Wir sind nicht Papst, sondern blöd.

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