#1

Einstellung zur deutschen Rechtschreibung

in F r e i s t i l 16.12.2007 17:47
von Andrew • 162 Beiträge | 162 Punkte

Diese Umfrage wurde im VDS-Forum erwähnt.
Hier: http://www.equestionnaire.de/?q=4009 kann man sehen, worum es geht, falls es jemanden hier interessiert.

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#2

RE: Einstellung zur deutschen Rechtschreibung

in F r e i s t i l 16.12.2007 23:14
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte

Danke, Andrew.

Ich habe an der Umfrage teilgenommen. Eins muß ich zugeben: von der Neuen Rechtschreibung und all den neuen Regeln habe ich keine blasse Ahnung.

Und das kann auch ruhig so bleiben.

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#3

RE: Einstellung zur deutschen Rechtschreibung

in F r e i s t i l 17.12.2007 16:31
von Fritz-Franz • 675 Beiträge | 675 Punkte
Geldnot zwang mich in jungen Jahren zur Stillung meiner Lernbegierde Bücher auf Flohmärkten, in Brockenhäusern und in Buchantiquariaten zu kaufen. Deshalb, und weil mir – ich weiß nicht warum – die in gebrochenen Schriften gesetzten Bücher besser gefielen als jene in Antiqua, befinden sich in meinen Bücherregalen heute noch so viele ‚veraltete‘ Bücher. Was mir beim Lesen auffiel, war folgendes: Die Buchstaben S, s, ſ und ß hatten einstmals Gültigkeit, deren Sinn und Zweck allein auf die Erleichterung des Lesens und somit auf das Verständnis des Gelesenen, d.h. auf die Verständigung, gerichtet war. Solches vermutend, begann ich in meiner Freizeit Typographie zu studieren. Seither sind viele Jahre vergangen. Noch heute trauere ich dem verlorengegangenen Dehnungs-h nach. Zwischen den Wörtern ‚Tal‘ oder ‚Thal‘, ‚Tor‘ oder ‚Thor‘ liegen nicht nur graphemische Welten, sondern auch phonetische, die jedoch jedem, dessen Gesichts- und Gehörsinn eingeschränkt ist, verborgen bleiben.

Anstatt der vollständigen Abschaffung des Buchstaben ſ und der teilweisen Abschaffung des Buchstabens ß hätte ich mir, um der Verständigung willen, gewünscht, ein zweites ä in den Schriftgebrauch einzuführen … Nun aber wird, wie man weiß – wenn man es weiß – hinter verschlossenen Türen und vorgehaltener Hand darüber diskutiert, den Buchstaben ß gänzlich abzuschaffen. Ich sage es voraus: Auch dieses sprachzerstörerische Unternehmen wird gelingen, mit höchster Wahrscheinlichkeit. Und die nächsten Schritte der Destruktion der deutschen Schriftsprache werden die folgenden sein: Die Einführung der konsequenten Kleinschreibung und die Ausmerzung der umständlichen Umlaute. Danach wird Heyse, im Sinne des katholischen Modernismus, heiliggesprochen – oder heilig gesprochen.

Die Rechtschreibreform vom Jahre 1996 war ein politischer Akt, herbeigeführt und akzeptiert von Vollidioten. Eine Volksbefragung im Norden Deutschlands zeitigte zwar das Ergebnis, daß diese volksverdummende Reform unerwünscht sei. Da nun die deutschen Gesetze derart sind, daß sie, weil von oben verordnet, vom Volk befolgt werden müssen, und zwar ohne Widerspruch, einerlei, ob sie sinnvoll oder unsinnig sind, ist die heutige Sprachverwirrung allein dem Schicksal des deutschen Michels und seiner Duldsamkeit zuzuschreiben. – Nur Sprachhistorikern wird künftig noch geläufig sein, daß sich bis zum Jahr 1996 kaum ein deutschsprechender oder deutschschreibender Mensch sich über Groß- oder Kleinschreibung, Getrennt- oder Zusammenschreibung unnötige Gedanken zu machen brauchte. Man las bisher, was dastand, und verstand es. Die Rechtschreibreform vom Jahre 1996 war aber dermaßen korrupt, wie deren Initiatoren. Deshalb wurde sie flugs erneut reformiert. Kenner der Materie wissen, daß daraufhin nochmals eine Reform erfolgte etc. und im Reformhaus Deutschland heute der kunterbunte Duden als Schnäppchen gar wohlfeil angeboten wird.

Ein Angehöriger der verschworenen Familie der Dudenredaktion, Professor Dr. Peter Gallmann, welcher mit Professor Dr. Horst Sitta und Konsorten zu den Urhebern der deutschen Sprach- und Schriftverwirrung zählt, hat nun ein Küken namens Nils Wiegert unter seine Fittiche genommen, das scheinheilige Fragen zu stellen gelernt hat. – Ach, wie traurig ist das! Ich habe eine Scheune angezündet; die Scheune ist abgebrannt und nun frage ich, ob Brandstifter nicht verfolgt werden sollten? Nein, an dieser Umfrage nehme ich nicht teil. Seit 1996 sind elf Jahre vergangen. Elf Jahre sind eine lange Zeit. In den Redaktionen der Tageszeitungen sitzen inzwischen längst junge Redaktoren, die nicht mehr wissen, was sie wie redigieren sollen. Sie schreiben darum munter darauf los. Ich gönne ihnen ihren Spaß – jedoch abonnieren werde ich ihn nicht. Und abgesehen davon: Was soll ich von Rechercheuren wie Nils Wiegert halten? Warum hat er seine Umfrage nicht auch hier, in diesem Forum, angepriesen? In mehreren andern Foren, in welchen sich Leute über Schrift und Sprache äußern, war bis dato von ihm nichts zu vernehmen.

Euer Fritz-Franz
Angefügte Bilder:
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zuletzt bearbeitet 17.12.2007 17:49 | nach oben springen

#4

RE: Einstellung zur deutschen Rechtschreibung

in F r e i s t i l 20.12.2007 12:41
von Andrew • 162 Beiträge | 162 Punkte
Ich habe auch an der Umfrage teilgenommen, glaube aber, dass die für Muttersprachler gedacht war.

Fritz-Franz, wie gibt man den Buchstaben ſ sein? (ich habe ihn hier kopiert.)

Ich habe auch nie vom Autor der Umfrage gehört. Vermutlich will er allgemeine Meinungen zu den Deppenapostrophen usw. sammeln. Ob er selbst für oder gegen die RSR ist, erfahren wir dort nicht. Aber ich finde auch nicht, dass die Regeln nun einfacher oder besser sind.

Das ist ein schönes Bild. Euch auch frohe Weohnachten.
zuletzt bearbeitet 20.12.2007 12:42 | nach oben springen

#5

RE: Einstellung zur deutschen Rechtschreibung

in F r e i s t i l 21.12.2007 01:32
von Fritz-Franz • 675 Beiträge | 675 Punkte
Lieber Andrew!

Ich müßte wissen, mit welchem Textprogramm Du Deine Texte schreibst; und vorallem, ob Du eines benutzt, das – wie z.B. Word – mit VBA programmierbar ist. Word verwende ich für formatierten, UltraEdit für unformatierten Text. Viele der unicodierten Sonderzeichen sind in Word und andern Textprogrammen vermittelst der Tastenkombination Alt+nnn erreichbar, aber leider längst nicht alle. Zur Eingabe des Lang-ſ und vieler anderer Sonderzeichen habe ich darum Makros erstellt und diesen selbstgestaltete Symbole zugeordnet, so daß ich sie per Mausklick in den Text einfügen kann.

Sub Lang_s()
Selection.InsertSymbol CharacterNumber:=383, Unicode:=True
End Sub

Die Dezimalzahl 383 in den obenstehenden drei Zeilen repräsentiert den Unicodewert des Lang-ſ, welches sich in der Sektion ‚Latin Extended-A‘ der Unicodetabelle befindet.

Möchtest Du hingegen Deine Texte direkt ins Antwortfeld dieses Forums schreiben, dann mußt Du den Unicode der Sonderzeichen aus einer Zeichentabelle heraussuchen und für das Lang-ſ die Zeichenfolge &#383 (gefolgt von einem Semikolon) eingeben.

Eine sehr gute und nützliche Zeichentabelle findest Du im Internet. Sie heißt BabelMap und wird von Deinem Vornamensvetter Andrew West in seiner Großzügigkeit gratis zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Ich hoffe, Dir mit diesen Angaben gedient zu haben und grüße Dich herzlich

Fritz-Franz

P.S.: Es freut mich, daß Dir das Bild gefällt. Es ist drei Jahrzehnte alt; aufgenommen auf dem Hirzelpaß. Der Rauhreif auf den Ästen und Zweigen der Bäume leuchtete zartrosa im Morgenrot.
zuletzt bearbeitet 21.12.2007 02:28 | nach oben springen

#6

RE: Einstellung zur deutschen Rechtschreibung

in F r e i s t i l 21.12.2007 14:23
von Andrew • 162 Beiträge | 162 Punkte
Danke Fritz-Franz.

Normalerweise schreibe ich im Antwortfeld des Forums. Also ſ
Ich werde mir das Programm BabelMap anschauen, aber die Tastenkombination dürfte reichen.

zuletzt bearbeitet 21.12.2007 14:25 | nach oben springen


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