#91

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 31.08.2008 18:17
von Laurissa • 30 Beiträge

Weisen Sie mir bitte nach, daß die JF nationalistisch, rechtsextrem oder was auch immer ist, anstatt es einfach nur zu behaupten. Vielleicht kriegen Sie das auch hin, ohne sich auf die politischen Gegner der Zeitung zu berufen.

Im übrigen: Ich finde es schon ziemlich niederträchtig, daß Sie Prominente, die für die JF schreiben, als "Feigenblätter" abqualifizieren. Glauben Sie im Ernst, daß ein Peter Scholl-Latour sich als "Feigenblatt" vor den Karren einer "rechtsextremen" Zeitung spannen ließe? Halten Sie Scholl-Latour, den erfahrensten deutschen Journalisen, für so dumm/naiv/uninformiert? Gleiches gilt für die FAZ-Urgesteine Klaus Peter Krause und Karl Feldmeyer. Warum wohl arbeiten diese Herren mit der JF zusammen? Was ist mit Fritz Schenk, zuletzt Chef vom Dienst in der Chefredaktion des ZDF, der bis zu seinem Tod 2006 eine Kolumne in der JF publizierte?!

Die Kritik an der JF ist "demokratisch legitim"; die Art, wie sie geäußert wird, ist niveaulos. Pauschale Behauptungen ersetzen Argumente. Dies erkennt man schon allein daran, daß es keinem JF-Kritiker gelingt, einen Artikel aufzutreiben, in dem die JF ihre angeblich "rechtsextremen" Gesinnungen zeigt. Völlig niveaulos wird es dann, wenn sogenannte Wissenschaftler behaupten, die JF "tarne" sich eben gut und mißbrauche irgendwelche ahnungslosen/uninformierten Prominenten für ihre Zwecke. Peter Scholl-Latour und viele hochangesehene Autoren schreiben ganz bewußt für die JF. Nehmen Sie das bitte endlich zur Kenntnis.

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#92

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 31.08.2008 19:54
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Ihre Attacken ("niederträchtig", "niveaulos") in allen Ehren, nur machen Sie sich bitte keine Sorgen um meinen Kenntnisstand.

Aber in einer Sache wir uns doch sogar komplett einig: Wer sich mit der JF einläßt, weiß in den meisten Fällen genau, was er tut.

---

Lesestoff:
http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/d...nd-carl-schmitt

Oh, Entschuldigung, das kommt ja von den politischen Gegnern des Blattes. Wie unerlaubt aber auch.

Wie wäre es hiermit: (in der unteren Hälfte)
http://www.bpb.de/themen/XOEPZI,1,0,Rech...%DFMalerei.html

Auch einen Blick wert:
http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/se...junge-freiheit/

Man schaue sich insbesondere die Kommentare unten auf der Seite an.
Der typische JF-Apologetenton. Déja vu, déja lu. Wo bloß...
zuletzt bearbeitet 31.08.2008 23:24 | nach oben springen

#93

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 31.08.2008 22:59
von AndyOSW • 631 Beiträge
@Laurissa:
Zitat von Laurissa
... Peter Scholl-Latour und viele hochangesehene Autoren schreiben ganz bewußt für die JF. Nehmen Sie das bitte endlich zur Kenntnis.
Zur Kenntnis genommen, aber auch nie abgestritten. Das sollten Sie auch zur Kenntnis nehmen können. Niemand hat behauptet, dass jemand für die JF "schanghait" wurde...

Aber in welche politische Richtung (und die hat sie) zeigt die JF? Mitte ist sie nicht, links ganz gewiss auch nicht, denn die aktiven Gegner der JF sind "Linksterroristen" (Wortwahl der JF). (Und jeder weiß, dass sich "Linksterroristen" nur an biederen, kleinbürgerlichen und vor allem unpolitischen Zeitungen vergehen.)

Andererseits bezeichnet sich die JF als die konservative Wochenzeitung Deutschlands. Noch konservativer als der "Focus", nehme ich an. Nun ist sie aber bestimmt nicht linkskonservativ. Aber konservativ in der Mitte? Das glaube, wer will, dazu ist die Themenwahl der JF zu eindeutig.

Bleiben also nur noch ein paar Ausrichtungen, die sich mir bieten: rechtsliberal bis rechtskonservativ. Aber mit einer liberalen Einstellung der JF habe ich so meine Bauchschmerzen... Und rechtskonservativ ist der Begriff, den die gemäßigten Medien mit der JF verbinden, das könnte ich unterschreiben, auch wenn ich nicht "gemäßigt" bin.

Sie werden bemerkt haben, dass ich das Wort rechtsextrem nicht benutzt habe.

Extrem sind vielleicht einige Leser der JF.

Aber weiter im Text. Die JF bedient auch einen sogenannten "Buchdienst", der nichts weiter ist als ein Versandhandel für Bücher über Geschichte und Politik Deutschlands. Natürlich will man sich von "der Masse" der Buchversender abheben und vertreibt nur Bücher, die es im "gleichgeschalteten Buchhandel" nicht gäbe. Besondere Aufmerksamkeit haben dabei die Bücher aus dem Lichtschlag-Verlag bei mir gefunden. Ein Verlag, der streng antisozialistisch ausgerichtet ist. Das ist nicht verboten und die Bücher, die der Verlag anbietet, auch nicht. Aber ich nehme an, dass die JF und Lichtschlag in dieser Hinsicht in die gleiche Richtung denken, nämlich an ihre Leser. Und die JF wird die Lichtschlag-Bücher ganz bewusst in ihr Sortiment aufgenommen haben, wie auch P. Scholl-Latour ganz bewusst für die JF geschrieben haben wird...
zuletzt bearbeitet 31.08.2008 23:08 | nach oben springen

#94

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 01.09.2008 01:40
von Laurissa • 30 Beiträge
1.

Carl Schmitt ist der wohl bekannteste Staatstheoretiker des 20. Jahrhunderts. Große Teile seines Werks sind es wert, rezipiert zu werden. Dabei darf man nicht vergessen, daß er - wie John Locke, Thomas Hobbes oder Rousseau - kein Politiker, sondern ein Staatstheoretiker war.

Teile seines Werks mögen, bezogen auf die konkreten historischen Bedingungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, durchaus "problematisch" erscheinen. Dies verbindet Schmitt jedoch mit zahlreichen anderen Philosophen, etwa mit John Locke oder mit Karl Marx.

Wolfgang Gessenharter sieht in Schmitt einen "Steigbürgelhalter der Nazis". Zu dieser Einschätzung kommt er, weil er m.E. rechtsphilosophische Begriffe nicht rechtsphilosophisch deutet, sondern 1:1 auf eine real existierende politische Wirklichkeit überträgt.

Wenn man so vorgeht, müßte man logischweise auch Karl Marx verdammen - als "Steigbügelhalter der Stalinisten". Und wie Sie hoffentlich wissen, starben in der leninistisch-stalinistischen "Ära" ca. 40 Millionen Menschen in den sowjetischen Gulags.

Ich verdamme Karl Marx nicht. Ebenso wie Carl Schmitt hat er vieles richtig analysiert, sich aber auch manches Mal geirrt.

2.

Den Artikel von Gabriele Nandlinger kann ich nicht ernst nehmen. Wichtige Informationen hält sie zurück. Anderes reißt sie aus dem Zusammenhang. Auch Nandlinger zitiert einfach so Bruchstücke aus philosophischen Schriften, die ihr in den Kram passen. So etwas ist unseriös. Ich könnte hier aus jedem Klassiker (Rousseau, Hobbes, Locke usw.) Passagen zitieren, die, aus dem rechtsphilosophischen Zusammenhang gerissen, irritieren. Nandlingers Ausführungen über den Fall 'Sascha Jung' - so heißt der Jurist, dem das Bundesland Bayern die Aufnahme in den Staatsdienst verweigert - sind bruchstückhaft. So verschweigt sie z. B., daß die Burschenschaft Danubia aus dem Verfassungsschutzbericht gestrichen wurde. Hinzu kommt, daß sich die JF "in ihrer Ausgabe Ende Mai" nicht dem "Danubia-Mitglied [Sascha Jung]" widmet, sondern einer Initiative, die sich öffentlich für Jung einsetzt. Und diese Initiative wurde immerhin von Dr. Hans Merkel, Ministerialdirigent a.D. im Bundesverteidigungsministerium und ehemaliger Leiter des Präsidialbüros der Bundestagsverwaltung, ins Leben gerufen. Vor einigen Monaten veröffentlichte diese Initiative in der FAZ eine ganzseitige Anzeige. (A propos Anzeige: Ist damit dann auch die FAZ rechtsextrem?)

3.

Wollen Sie zu dem schlampig recherchierten Stern-Artikel (aus einer CD-Rom für "LehrerInnen") wirklich eine Stellungnahme von mir? Nur so viel: Wieder einmal ist nicht das interessant, was dort geschrieben steht, sondern das, was verschwiegen wird.

"Das Landesamt für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen warf der JF vor, rechtsextremistische Ziele zu verfolgen. Ob dies statthaft ist, wurde bis zum Juni 2006 juristisch gerungen und endete mit einem Vergleich."

Tatsache ist:

Am 24. Mai 2005 (nicht 2006!) stellte das Bundesverfassungsgericht fest:

"Die Veröffentlichung [im Verfassungsschutzbericht] verletzt die Junge Freiheit in ihrem Grundrecht auf Pressefreiheit aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG. Das Grundrecht sichert die Freiheit der Herstellung und Verbreitung von Druckerzeugnissen und damit das Kommunikationsmedium Presse. [...] Obwohl die Behörde nur von tatsächlichen Anhaltspunkten für einen Verdacht ausgegangen ist, hat sie die Beschwerdeführerin unter den Überschriften „Rechtsextremismus“, „Rechtsextremistische Publikationen, Verlage, Vertriebe, Medien“ beziehungsweise „Rechtsextremistische Organisationen, Gruppierungen und Strömungen“ ohne jede Differenzierung in der Gliederung oder in den Überschriften des Berichts auf die gleiche Stufe gestellt wie Gruppen, für die sie verfassungsfeindliche Bestrebungen festgestellt hat."

Zum Vergleich am Verwaltungsgericht Düsseldorf kam es dann im Jahre 2006, weil man keinen Bedarf mehr sah, "mehr als zehn Jahre alte Ausführungen des Verfassungsschutzes NRW zur JF an den aktuell vom Bundesverfassungsgericht aufgestellten Maßstäben zu messen." (Pressemitteilung des Innenministerium NRW vom 23. Juni 2006)

Parallel zu diesem Verfahren am VerwG in Düsseldorf lief die Verfassungsbeschwerde am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Zum Vergleich im VerwG-Prozeß kam es 2006, weil das BVG ein Jahr zuvor Fakten geschaffen hatte. Das Urteil des BVG ist über den Einzelfall 'JF' hinaus von großer Bedeutung für die Pressefreiheit in Deutschland. Es ist bezeichnend, daß der Stern-Artikel nicht über das eigentlich bedeutsame Urteil informiert - das Urteil des BVG -, sondern schwammig den letztlich irrelevanten Vergleich am dem BVG untergeordneten VerwG anreißt!
zuletzt bearbeitet 01.09.2008 15:45 | nach oben springen

#95

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 01.09.2008 01:42
von Laurissa • 30 Beiträge

Zitat von AndyOSW
Und die JF wird die Lichtschlag-Bücher ganz bewusst in ihr Sortiment aufgenommen haben, wie auch P. Scholl-Latour ganz bewusst für die JF geschrieben haben wird...


Da wir uns hier in einem Sprachforum befinden, weise ich darauf hin, daß Peter Scholl-Latour regelmäßig für die JF schreibt - zuletzt in der vorletzten Ausgabe über Demokratie in China.

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#96

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 01.09.2008 13:11
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Zitate von Laurissa in grün.
-------------------------------------

Carl Schmitt ist der wohl bekannteste Staatstheoretiker des 20. Jahrhunderts.

Eine kühne Behauptung. Ist dies die herrschende Meinung in der staatsphilosophischen Fachwelt, die der JF, oder Ihre eigene?

Teile seines Werks mögen, bezogen auf die konkreten historischen Bedingungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, durchaus "problematisch" erscheinen.

Große Teile seines Lebens, Lehrens und Wirkens erscheinen mir mehr als nur "problematisch".

Wolfgang Gessenharter sieht in Schmitt einen "Steigbügelhalter der Nazis". Zu dieser Einschätzung kommt er, weil er m.E. rechtsphilosophische Begriffe nicht rechtsphilosophisch deutet, sondern 1:1 auf eine real existierende politische Wirklichkeit überträgt.

Ein Steigbügelhalter eines demokratischen, auf individuellen Grund- und Menschenrechten fundierten Gemeinwesens war Carl Schmitt sicherlich nicht. Und welche rechtsphilosophischen Begriffe sind es, die der Nicht-Rechtsphilosoph Gessenharter aus in Ihrer Sicht nicht rechtsphilosophischer Weise deutet?

Wenn man so vorgeht, müßte man logischweise auch Karl Marx verdammen - als "Steigbügelhalter der Stalinisten". Und wie Sie hoffentlich wissen, starben in der leninistisch-stalinistischen "Ära" ca. 40 Millionen Menschen in den sowjetischen Gulags.

Ihre Hoffnung erfüllt sich. Was aber hat Karl Marx samt Josef Stalin mit der Jungen Freiheit zu tun? Weshalb dieser Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen? Bitte sagen Sie mir, daß es hier nicht schon wieder um Geschichtsrelativierung geht. Das kann die Rechte bekanntlich besonders gut.

Ich verdamme Karl Marx nicht. Ebenso wie Carl Schmitt hat er vieles richtig analysiert, sich aber auch manches Mal geirrt.

Karl Marx, um den es hier nicht geht, hat sich, und das ist meine persönliche Meinung, unter anderem darin geirrt, daß leider nicht automatisch das Paradies auf Erden ausbricht, sobald alles Materielle gleichverteilt wird.
Sie sehen, so links bin ich gar nicht, und dogmatisch erst recht nicht.

Carl Schmitt, um den es hier geht, war zeitlebens der konsequente Theoretiker kollektivistischer, anti-individualistischer und autoritärer Staatssysteme für die Rechte. Wir reden hier nicht über Folgeerscheinungen von logischem oder deduktivem Irrtum, sondern über das zugrundeliegende Wertesystem, auf dem Schmitts Theorien stehen, also Prämissen.

2.

Den Artikel von Gabriele Nandlinger kann ich nicht ernst nehmen. (...) Auch Nandlinger zitiert einfach so aus Bruchstücke aus philosophischen Schriften, die ihr in den Kram passen.

Ist es jetzt illegitim oder "unseriös", aus der philosophischen Literatur solche Passagen zu zitieren, welche die eigene Aussage unterstreichen oder den eigenen Standpunkt unterstützen? Absurd. Konservative würden schließlich niemals Bruchstücke aus philosophischen Schriften zitieren, "die ihnen in den Kram passen." Oder doch? Ja dann...dann dürfen die das, aber die Frau Nandlinger, die darf das nicht. Und wenn sie es dann unerlaubterweise doch tut, dann nehmen wir das nicht ernst. Fall erledigt.

Hinzu kommt, daß sich die JF "in ihrer Ausgabe Ende Mai" nicht dem "Danubia-Mitglied [Sascha Jung]" widmet, sondern einer Initiative, die sich öffentlich für Jung einsetzt.

Ich verstehe. Nicht der Person Sascha Jung widmet sich die JF, sondern einer Initiative für Sascha Jung. Wie kann man das aber auch nur in einen Topf werfen. Eine Person ist schließlich etwas Grundverschiedenes von einer Initiative, die sich für diese Person einsetzt. Ergo: das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.

(A propos Anzeige: Ist damit dann auch die FAZ rechtsextrem?)

Nicht doch. Stockkonservativ und elitär, aber das ist ja nicht verboten. Dabei aber um Klassen besser als die JF. Ansichtssache? Aber durchaus.
zuletzt bearbeitet 01.09.2008 13:23 | nach oben springen

#97

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 01.09.2008 16:00
von Laurissa • 30 Beiträge

Und ich ziehe die JF der FAZ/FAS vor. Sie hat die besseren Autoren (Scholl-Latour, Hinz, Krause, Feldmeyer, Paulwitz, Hankel) ... und sie verwendet nach wie vor die klassische Kulturrechtschreibung, während die FAZ vor dem Zeitgeist eingeknickt ist und seit einiger Zeit (wieder) die Stussschreibung verwendet.

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#98

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 02.09.2008 07:45
von AndyOSW • 631 Beiträge

Zitat von Laurissa
Und ich ziehe die JF der FAZ/FAS vor. Sie hat die besseren Autoren (Scholl-Latour, Hinz, Krause, Feldmeyer, Paulwitz, Hankel) ...
Wenn diese Autoren im "Neuen Deutschland", im "Focus" oder der "Deutschen Stimme" schreiben, würden Sie diese auch der JF vorziehen? Mich erinnert das ein bisschen an die weithin bekannte Literaturrezension: "Ich lese den Playboy wegen der guten Geschichten...".
Zitat von Laurissa
und sie verwendet nach wie vor die klassische Kulturrechtschreibung, während die FAZ vor dem Zeitgeist eingeknickt ist und seit einiger Zeit (wieder) die Stussschreibung verwendet.
Eine andere, gar die wilhelminische Rechtschreibung zu verwenden ist selbstverständlich ein Ausdruck von politischer Unabhängigkeit, das ist Nonkonformismus par excellence! Da brauche ich doch gar nicht weiter nachzulesen, wenn ich der alten Adelungschen s-Schreibung gewahr werde, dann muss ich dem Inhalte sofort zustimmen, auch wenn ich ihn erst einmal nicht kenne :-P

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#99

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 02.09.2008 11:19
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
a) Danke, daß Sie hier noch einmal Paulwitz als Autor für die JF bestätigen.
b) Die JF schreibt nach alter Rechtschreibung. Ich auch. Und?

---

So kommen wir doch nicht weiter.

Versuchen wir einmal folgende Zusammenfassung, als gemeinsame Basis: Hinter der JF, wie hinter den meisten Presseerzeugnissen, steht eine bestimmte politische Gesinnung. Diese Gesinnung kann man teilen oder nicht. Die JF selber ist, wie vom BVG höchstselbst bestätigt, keine verfassungsfeindliche oder offen rechtsextreme Publikation an sich.
Sie unterhält aber - nachweisbar - Kontakt zum rechten Rand des politischen Spektrums, wie sich unter anderem in der Auswahl derer zeigt, welche für sie Beiträge verfassen. Dies läßt die JF in den Augen ihrer Kritiker sehr suspekt erscheinen. Diese Kritik an der JF wird von ihren Lesern und Anhängern als substanzlos abgetan. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Neutraler bekomme ich es nicht hin.

Mein persönliches Urteil bleibt: das Bild mit dem trojanischen Pferd der Rechten (aus tiefkonservativem und verfassungsrechtlich blitzsauber gewienertem Holz, innen aber ziemlich unheilsschwanger), dieses Bild paßt schon.
zuletzt bearbeitet 02.09.2008 14:19 | nach oben springen

#100

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 02.09.2008 14:56
von Laurissa • 30 Beiträge

Lieber Schmanane,

weisen Sie mir bitte nach, daß die JF Kontakte zum "rechten Rand" unterhält. Welche Autoren, welche Artikel meinen Sie konkret? Es bringt doch nichts, diesen Vorwurf gebetsmühlenartig zu wiederholen. Solange Sie keine Namen nennen können, ist Ihre Kritik substanzlos. Ich habe hier mehrfach dargelegt, daß viele hochangesehene Autoren und Schriftsteller für die JF schreiben bzw. in jüngerer Vergangenheit geschrieben haben, etwa Fritz Schenk, Karl Feldmeyer, Hans-Olaf Henkel, Klaus Peter Krause, Rolf Hochhuth oder Hans Apel. Hans Apel, "Urgestein" der SPD, Bundesminister a.D. (1974-1982) und Verfasser eines Standardwerkes über den deutschen Parlamentarismus, veröffentlichte in der JF am 13. Juli 2007 den beachtlichen Artikel "Die konservative Stimme darf nicht fehlen".

http://www.jf-archiv.de/online-archiv/fi...00729071320.htm

Vor allem der Schlußabschnitt ist beachtlich: "Angela Merkel hat den Konservativen in der CDU die Flügel gestutzt. Das war und ist ein schwerer Fehler. Wer und was das so geschaffene politische Vakuum füllen wird oder ob es zur Wahlenthaltung kommt, ist offen. In jedem Falle wäre es gut für Deutschland, wenn es zu einer konservativen Kraft käme, die diesen Namen zu Recht trägt und den langen Atem hat, den politischer Erfolg verlangt."

Ist Apel jetzt ein "Rechter", weil er sich für eine Partei rechts von der CDU einsetzt? Oder ist Apel ein Handlanger, der nicht begreift, daß er mit einem "trojanischen Pferd" paktiert?

Ich möchte außerdem darauf hinweisen, daß die JF seit 2004 einen von der Witwe Gerhard Löwenthals gestifteten, mit 5000 Euro dotierten Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalismus und den undotierten Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis für Publizistik vergibt. Die Witwe Löwenthals, Ingeborg Löwenthal, ist mit der JF seitdem eng verbunden.

Daß die JF als "rechts" oder "rechtsradikal" diffamiert wird, liegt m.E. daran, daß die Gesellschaft in den letzten Jahren nach links gerückt ist. Und je weiter man selbst nach links rückt und sich die Rituale der "Political Correctness" zu eigen macht, desto "rechter" erscheinen dann die Konservativen.




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#101

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 02.09.2008 15:30
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Autoren, die zweifellos der Rechten angehören und in der JF geschrieben haben, finden sich in den Verweisen, die ich in diesen Faden eingestellt habe, zuhauf. Daß ich jetzt nicht geneigt bin, alles noch einmal durchzukämmen, gestehe ich freimütig ein. Wer nach Substanz suchet, der finde dort.

Ansonsten interessieren mich die Positionierungsprobleme der Christdemokraten bzw. -sozialen nicht besonders. Zwischen F. J. Straußens Aussage, daß es rechts von der CDU bzw. CSU keine demokratische Partei geben dürfe und dem Anspruch, die "große Volkspartei der Mitte" sein zu wollen, kann der Spagat schon schwierig werden. Ihre eigenen Dehnbarkeitsprobleme hat die andere ehemals große Volkspartei aber auch, soviel zur Ausgewogenheit.

An die politischen Kommentare Gerhard Löwenthals aus den 80er Jahren im ZDF erinnere ich mich noch gut. Die Affinität zur Jungen Freiheit überrascht in keiner Weise. Ich bezeichne Gerhard Löwenthal damit nicht als rechtsextrem. Extrem aber war er in mancherlei Hinsicht schon.

Dabei belasse ich es. Die Aussagen sind gemacht, die Positionen bezogen, die Argumente ausgetauscht, die Begründungen gegeben, und die Verweise zu beiden Seiten stehen soweit. Welchen Quellen unsere stillen Mitleser das größere Vertrauen schenken wollen, das bleibt ihrem eigenen Urteil zur freien Entscheidung überlassen.
zuletzt bearbeitet 02.09.2008 16:01 | nach oben springen

#102

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 02.09.2008 15:42
von AndyOSW • 631 Beiträge

Zitat von Laurissa
Ich möchte außerdem darauf hinweisen, daß die JF seit 2004 einen von der Witwe Gerhard Löwenthals gestifteten, mit 5000 Euro dotierten Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalismus und den undotierten Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis für Publizistik vergibt. Die Witwe Löwenthals, Ingeborg Löwenthal, ist mit der JF seitdem eng verbunden.
Das ist in meinen Augen kein Persilschein für die JF, ganz im Gegenteil. Ich hielt und halte Löwenthal persönlich für politisch erzreaktionär und konservativ, daran ändert sich auch nicht seine mit der meinen konform gehende Einstellung zur Pressefreiheit. Und um die geht es ja beim Löwenthalpreis hauptsächlich.

Zitat von Laurissa
Daß die JF als "rechts" oder "rechtsradikal" diffamiert wird, liegt m.E. daran, daß die Gesellschaft in den letzten Jahren nach links gerückt ist. Und je weiter man selbst nach links rückt und sich die Rituale der "Political Correctness" zu eigen macht, desto "rechter" erscheinen dann die Konservativen.
Das habe ich in der JF schon mal gelesen und das ist wohl auch der Grund, warum die JF besonders kritisch vor allem in diese linke Richtung sieht:



und sie mit den Kommunisten gleichsetzt. Anders ist die Symbolik der JF wohl nicht zu verstehen.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Die JF versucht doch auch, zum Beispiel SPD-Politikern Kontakte zur linksextremen Szene nachzusagen [url=http://www.nadir.org/nadir/periodika/drr/index.php/artikel/110/3](kompletter Text)]/url]:

Zitat von <<Der rechte Rand>>, Ernst Kovahl
"Der Landtagsabgeordnete Stephan Braun beispielsweise engagiert sich seit Jahren gegen Rechts. Sein Blick lag immer auch auf den Schnittstellen zwischen der demokratischen und der extremen Rechten, wie der JF oder dem SZW. Über Braun war daher schon mehrfach in der JF berichtet worden. Krautkrämer bemüht sich in seiner Broschüre gar nicht erst um den Inhalt der Schriften Brauns. Vielmehr konstruiert er über die Zeitschriften, für die einige der Autoren aus Brauns Büchern geschrieben haben, angeblich "linksextreme" Kontakte. Dafür muss immer wieder auch DERRECHTERAND als angeblicher Beweis herhalten: "Auffällig sind [...] die zahlreichen personellen Verflechtungen zu der linksextremen, bis heute durch die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und ihre Funktionäre maßgeblich beeinflusste Organisation Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten", meint Krautkrämer. Dabei ist das Muster einfach: Wer über Neonazis und die extreme Rechte berichtet, muss "linksextrem" sein."
Natürlich dürfen Sie jetzt wieder den Autor dieser Zeilen der Anti-JF-Propaganda bezichtigen, dann drehen wir uns im Kreise und sind so schlau wie zuvor.

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#103

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 02.09.2008 19:24
von Laurissa • 30 Beiträge

Zitat von AndyOSW
Ich hielt und halte Löwenthal persönlich für politisch erzreaktionär und konservativ [...] Die JF versucht doch auch, zum Beispiel SPD-Politikern Kontakte zur linksextremen Szene nachzusagen [...]


Ist es eigentlich in Deutschland ein Verbrechen, wenn man konservativ ist?

Die Kontakte der SPD zu den Kommunisten gibt es. In Berlin macht die SPD mit diesem Pack sogar eine Koalition. Erinnert sei auch an die Juso-Vorsitzende, die erst nach öffentlichem Druck aus der "Roten Hilfe" ausgetreten ist.

Was ich nicht verstehe: Warum habt Ihr alle Angst vor der JF, einer kleinen Zeitung, die sich selbst als "konservativ" einschätzt. Die Linken beherrschen dieses Land doch so stark, daß da ein paar "Erzreaktionäre" auch nichts dran ändern werden.

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#104

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 02.09.2008 22:49
von AndyOSW • 631 Beiträge
Zitat von Laurissa
Ist es eigentlich in Deutschland ein Verbrechen, wenn man konservativ ist?
Nein, ist es nicht. Das hat hier niemand behauptet, aber bitte zitieren Sie mich, wenn ich so etwas in der Art geschrieben haben sollte. Meine Haltung zu Löwenthal resultiert aus seiner Haltung zu Andersdenkenden, zum Beispiel auch zu Kommunisten. Und Löwenthal war nun einmal erzreaktionär, das lässt sich nicht abstreiten. Sie mögen es anders nennen (Sie nennen die Anhänger kommunistischer Ideen ja auch bezeichnenderweise "Pack"), aber ich habe nun einmal meine eigene Sichtweise auf gewisse Dinge. Konservative gibt es in allen denkbaren Richtungen und keine dieser Richtungen ist per se schlecht. Und ab einem bestimmten Alter wird jeder konservativ, auf seine Weise.
<blockquote><font size="1">Zitat von Laurissa
Was ich nicht verstehe: Warum habt Ihr alle Angst vor der JF, einer kleinen Zeitung, die sich selbst als "konservativ" einschätzt. Die Linken beherrschen dieses Land doch so stark, daß da ein paar "Erzreaktionäre" auch nichts dran ändern werden.[/quote]Hier hat niemand etwas von einer Angst geäußert (auch hier dürfen Sie mich zitieren, wenn ich etwas in der Art geäußert haben soll), Sie unterstellen hier etwas. Wovor soll (oder muss) ich denn Ihrer Meinung nach Angst haben?

Mir passt ganz einfach nicht die Linie dieser Zeitung. Ich spreche ihr nicht das Existenzrecht ab, immerhin gilt in Deutschland noch die Meinungs- und Pressefreiheit, und das ist auch gut so. Aber ich muss die JF nicht mögen, ich kann es nicht einmal, sie ist meiner politischen Grundüberzeugung diametral entgegengesetzt. Es ist mir egal, ob sie sich konservativ nennt. Das ist sie ja auch und in ihren Augen ist es ein Qualitätsmerkmal. Das soll ihr unbenommen bleiben. Meine Abneigung gegen die JF rührt ja nicht davon her, dass sie sich konservativ nennt, sondern ihres Inhaltes wegen. Mir passt nicht die Art der Argumentation, mir passt nicht die Themenwahl, mir passt nicht das Umfeld, mir passt nicht die eindeutige politische Ausrichtung. Und was mir nicht passt, das ziehe ich nicht an. Tun Sie auch nicht, oder? Und noch einmal: Warum sollte ich vor so einer "kleinen Zeitung" (Ihre Worte!) Angst haben?
zuletzt bearbeitet 02.09.2008 22:51 | nach oben springen

#105

RE: "Deutsche Sprachwelt" wirbt für "Junge Freiheit"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 03.09.2008 10:04
von Laurissa • 30 Beiträge

Zitat von AndyOSW
Sie nennen die Anhänger kommunistischer Ideen ja auch bezeichnenderweise "Pack ...
Mir passt ganz einfach nicht die Linie dieser Zeitung. Ich spreche ihr nicht das Existenzrecht ab, immerhin gilt in Deutschland noch die Meinungs- und Pressefreiheit ...


Und eben diese Pressefreiheit versuchen Linke und etablierte Medien einzuschränken bzw. abzuschaffen. Auf der Webseite http://www.Netz-gegen-Nazis.de (Aktion von ZDF, Die Zeit) wurde der Chefredakteur der JF, Dieter Stein, indirekt als Vertreter der "Nazipresse" dargestellt. Erst nach massiven Protesten wurde auf der unten verlinkten Webseite ein Foto von Dieter Stein durch eines von Holger Apfel (NPD) ersetzt. Weiterhin werden auf dieser Seite aber "Deutsche Stimme" und "Junge Freiheit" in einen Topf geschmissen. Allen Ernstes meinen die Betreiber dieser Webseite, daß zu den 10 wichtigsten Informationen über Rechtsextremismus die Frage nach der Einordnung der JF "als rechtsextreme Zeitung" gehört.

http://www.netz-gegen-nazis.com/lexikont...ungen-der-szene

SPD-Politiker wie z. B. Sebastian Edathy oder Stephan Braun stellen die JF ebenfalls immer wieder als "gefährlich" da.

So legen Linke und etablierte Medien eine gefährliche Lunte und geben die JF quasi zum Abschuß frei. Was das bedeutet? JF und Kioskbesitzer wurden wiederholt von "antifaschistischen" Tätern bedroht oder angegriffen: 1994 Brandanschlag auf die Druckerei der JF, 1995 Bombenanschlag auf die Redaktion, mehrfache Angriffe auf das Auto des Chefredakteurs (zuletzt 2003); oft werden Kioskbesitzer von "Autonomen" solange bedroht, bis sie die JF aus dem Angebot nehmen.

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