#16

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 10.08.2010 10:14
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte

Zitat von Fritz-Franz

Zitat von Der Spiegel
Berlin/Hannover – Da sage nochmal jemand, es gebe im Sommerloch keine echten Aufreger: Mit Unverständnis haben Umweltschützer und die Berliner Handwerkskammer auf die Lieferung von Backwaren aus Hannover für den Bundespräsidenten reagiert.



Ja, und wer stopft mit dieser Meldung das Sommerloch? Eben: Der Spiegel. – Und dabei ist diese Meldung sogar des Bedenkens wert. Denn weiter schreibt der Spiegel:

Zitat von
Allerdings wird das Schloß Bellevue bereits seit Jahren beliefert – also auch schon unter Wulff-Vorgänger Horst Köhler. Und zwar nur zweimal im Monat, da die Mengenabnahme viel geringer ist als die eines Restaurants. Bundespräsident Christian Wulff bekommt fast nur Brötchen und Vollkornbrot. „Der Umsatz ist mit 400 Euro nicht so hoch“, sagt Bäcker Gaues. Na dann: Guten Appetit!



400 Euro (das sind ca. 550 Schweizerfranken) monatlich allein für Brötchen und Vollkornbrot! Da muß ja den Hartz-IV-Empfängern das Kuchenfressen verleiden.



Aber in den Supermärkten dieser Stadt Berlin liegen Produkte aus aller Herren Bundes- und Ausländer, auch für die normalzahlende Bevölkerung. Sie sind die Ursache für den dichten LKW-Verkehr in dieser Republik, inklusive Schadstoffausstoß. Aber eine monatliche Lieferung für den höchsten Repräsentanten ist natürlich viel schädlicher. Vor allem hat man einen Namen, auf dem man herumhacken kann. Eigentlich ein eher unwichtiges Thema, Pücklers Schloss steht unter Wasser! Sommerloch eben.

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#17

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 10.08.2010 17:41
von Fritz-Franz • 675 Beiträge | 675 Punkte

Journalisten und Politiker: Die einen stopfen die Sommerlöcher mit irrelevanten Neuigkeiten, die andern die Haushaltslöcher mit relevanten neuen Abgaben.

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#18

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 11.08.2010 07:58
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte

Das nenne ich Vollbeschäftigung!

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#19

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 11.08.2010 12:05
von Fritz-Franz • 675 Beiträge | 675 Punkte

Was ich mir beim Lesen der Zeitungsmeldung überlegte, war folgendes: Bundespräsident Wulff wird zweimal pro Monat mit Brötchen und Vollkornbrot beliefert. Bewahrt er die Brötchen und das Vollkornbrot in der Tiefkühltruhe auf? oder beliebt er, sich an den alten, harten Backwaren die Zähne auszubeißen?

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#20

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 12.08.2010 11:25
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte

Die sonst nicht so für seriösen Journalismus bekannte "B.Z." schreibt zum Thema "Bundespräsidentenbrötchen":

First Brötchen - Bellevue-Brot aus Hannover - Warum?

09. August 2010 23.38 Uhr, Konstantin Marrach

Im Schloss Bellevue wird Brot aus Niedersachsen serviert. Grünen und Unweltverband protestieren.

Diese Brötchen duften nach Extra-Wurst. Beim Koch des Schloss Bellevue scheinen unsere Schrippen nicht allzu beliebt zu sein. Denn die First Brötchen werden aus Hannover geliefert.

Der Haus-und-Hof-Bäcker heißt Jochen Gaues, der fünf Filialen in der niedersächsischen Landeshauptstadt betreibt. Der 44-Jährige servierte schon für Jack Nicholson und Udo Lindenberg. Zur WM 2006 lieferte er sein von Hand hergestelltes Ochsen-, Gersten- und Kohl-Speck-Brot ins Schlosshotel Grunewald, in dem die Nationalmannschaft einquartiert war.

„Dass Brötchen aus Hannover im Schloss Bellevue serviert werden, ist verrückt“, sagt Grünen-Politikerin Claudia Hämmerling. „Es muss doch bei uns einen Bäcker geben, der die Schrippen auch nach Herrn Wulffs Geschmack backt.“ Carmen Schulze, Sprecherin des Bundes für Umwelt- und Naturschutz, sieht das ähnlich. Umwelttechnisch sei es ohnehin besser, die Waren vor Ort zu produzieren. Und Hans-Joachim Blauert von der Berliner Bäcker-Innung sagt: „Qualitativ muss sich Berliner Brot nicht hinter dem aus Hannover verstecken.“

Monatlich gehen zwei Großlieferungen ans Schloss Bellevue. Eine Entscheidung aber, die nicht Bundespräsident Christian Wulff getroffen hat. Denn die Brottransporte aus Hannover haben seit der Amtszeit von Roman Herzog Tradition. „Der Umsatz ist mit 400 Euro nicht so hoch“, sagt Bäcker Gaues, betont aber: „Es gibt nur einen Bundespräsidenten, und der hat einen Bäcker aus Hannover.“

Aber schmecken unsere Brötchen denn gar nicht? „Die Waren aus Hannover werden vor allem bei großen Empfängen serviert“, so ein Sprecher des Bundespräsidialamtes zur B.Z. „Ansonsten kaufen wir natürlich auch in Berlin Brot und Brötchen.“
---
Eine andere Zeitung, die "Berliner Morgenpost" (ebenfalls Springer-Verlag) schrieb gestern einen fast gleich lautenden Artikel, bemerkte aber dazu, dass Lieferant Gaues nicht extra für das Schloss Bellevue liefert, sondern in Berlin sowieso verschiedene Hotels, darunter das "Adlon" beliefere.

Gestern war der Artikel noch vollständig da, heute kostet er Geld...

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