#1

Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 31.12.2007 14:53
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Unsern täglichen Schnitzer gib uns heute!

Ich beginne hier Sammlung von Zitaten.

„Jahrzehntelang blieb der große Erfolg dem britischen Schauspieler Briten Anthony Hopkins verwehrt.“ – WELT-ONLINE

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#2

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 31.12.2007 15:03
von AndyOSW • 631 Beiträge

Kann ja mal passieren, ist menschlich.

Aber dass der große Springer-Konzern für den Netzableger seines "Premium-Produkts" keinen Schlussredakteur anstellt... Nein, das darf nicht passieren.

Oder der Schlussredakteur hat gepennt.

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#3

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 31.12.2007 16:08
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

An Andy:

Vieles ist menschlich und alles natürlich …

Früher mußten Jünglinge, die sich um eine Lehrstelle als Schriftsetzer bewarben, einen ihnen diktierten Text niederschreiben. Nur fünf Schreibfehler wurden toleriert auf einem Bogen Papier!

Im Oktober des vorherigen Jahres nahm ich an einer Klassenzusammenkunft teil. Nach einer Diskussion über die mehrmals reformierte Rechtschreibreform kamen wir zum einmütigen Schluß, daß sich vor diesem Schildbürgerstreich keine Lehrtochter und kein Lehrling so viele Schreibfehler hätte erlauben dürfen, wie heute. Ja, ich weiß: Die Zeiten, wo die Redaktoren noch Berufsstolz hatten, die Lektoren in hohem Ansehen standen und jede Sekretärin und Anwaltsgehilfin sich um ein gutes Schriftdeutsch bemühte, sind längst vorüber. Heutzutage wird auf Quantität und Schnelligkeit mehr Wert gelegt als auf Qualität und Bedachtsamkeit. – Doch noch nicht überall: Ein einfacher Arbeiter z.B., der Ausschuß produziert, wird im günstigen Fall verwarnt. Wohl nur selten wird ihm, nach abermaliger Fehlproduktion, eine andere, seinen Fähigkeiten entsprechende Arbeit zugewiesen. Sondern?

Gruß von Fritz-Franz

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#4

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 31.12.2007 16:28
von AndyOSW • 631 Beiträge

Ich persönlich unterscheide noch zwischen Texten, die ich auf Papier durchsehen kann und solchen, die mir nur am Bildschirm vorliegen.

Ich drucke manchmal den Text aus, um ihn dann durchzusehen - zu behebende Fehler lassen sich so besser kennzeichnen. Dabei ist es einerlei, ob es um belletristische Texte oder Quelltexte von Programmen sind - auf Papier entdecke ich mehr Fehler als am Bildschirm. Umso mehr muss ich dann aufpassen.

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#5

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 31.12.2007 18:52
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Diese Ablenkung ist Dir nicht gelungen, Andy. – Es gibt Rechtschreibkorrekturprogramme. Ich benutze eines, das aus dem Jahre 1995 stammt und noch immer ganz gut funktioniert.

Ob die Antwort auf die Frage, wie in den Zeitungsredaktionen gearbeitet wird, von großem Interesse ist, wage ich zu bezweifeln. Ja, wie wird denn dort gearbeitet? Fahrlässig und und nachlässig, behaupte ich. Soeben habe ich bemerkt, daß mir das doppelte ‚und‘ im vorherigen Satz angezeigt wird. Was würde ich nun als verantwortungsloser Redaktor tun? Na klar, beide unbeachtet stehen lassen und einen Kaffee trinken gehen.

Wer die ‚Google-News‘ verfolgt, wird, wenn er aufmerksam ist, bald feststellen, daß diese „News“ mitsamt den in ihnen enthaltenen Rechtschreibfehlern von vielen Zeitungen unbedacht übernommen und verbreitet werden. Die Rechtschreibteufel sitzen in den Nachrichtenagenturen. Die Verbreitung deren Rechtschreibfehler und sonstigen falschen Angaben hängt von den Kaffeepausen der jeweiligen Zeitungsredaktoren ab, d.h. von den Zeitzonen. So liest man hier von „fünf“, dort von „drei“ und schließlich von „sieben“ Verschollenen oder Verschütteten, Entführten oder Ermordeten. Die allerneueste Nachricht aber lautet: In Basel oder wo, hat der Fritz oder wer, jemanden erstochen oder was.

Gruß von Fritz-Franz

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#6

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 05.01.2008 15:10
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

„Barack Obama schlägt Hillary Clinton“ – WELT-ONLINE

Was die Frau sich alles gefallen läßt!

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#7

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 05.01.2008 15:36
von AndyOSW • 631 Beiträge

Das heißt ja auch Schlagzeile!

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#8

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 06.01.2008 21:20
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Hillary C. gibt sich so schnell nicht geschlagen.

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#9

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 06.01.2008 21:50
von AndyOSW • 631 Beiträge
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#10

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 13.01.2008 02:23
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

„Gesucht wird Jürgen Klinsmanns rechte Hand.“ – WELT-ONLINE

Der Finder wird gebeten, sie ihm zurückzugeben.

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#11

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 13.01.2008 02:32
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Jürgen Klinsmann hat zwei linke Hände.

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#12

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 15.01.2008 21:43
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Man hatte es bereits in der vorgestrigen Zeitung gelesen: Dieser oder jener Person oder Persönlichkeit widerfuhr dieses oder jenes Ungemach. Heute liest man es wieder und man denkt, schon wieder? – Ist diese Person oder Persönlichkeit abermals gestorben? Und ich Schlafmütze habe deren Auferstehung und erneutes Ableben verpaßt!
zuletzt bearbeitet 15.01.2008 21:52 | nach oben springen

#13

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 03.02.2008 14:47
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

„Bauern wollen höhere Entschädigung für Milch.“ – NZZ-Online

Denn Milch schadet den Bauern.

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#14

RE: Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 07.02.2008 21:02
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Ein Zitat, das aus meinem Herzen spricht:

Zitat von b.eversberg
Vor der Reform konnte man gutes Schreiben einfach durch fleißiges Lesen guter Texte lernen, denn orthographisch waren sie fast alle einheitlich. Nebenbei, unterhaltsam obendrein, prägten sich die Schreibweisen von Wörtern und Idiomen ein, ohne theoretischen Überbau. Im Englischen funktioniert das immer noch, und da kann es auch gar nicht anders funktionieren!, im Deutschen aber nicht mehr – weil die einheitliche Textbasis zerstört ist. Dies halte ich für den schlimmsten Schaden der Reform und die dümmste Fehleinschätzung der Reformer.

Eine Evaluation täte not, um die Folgen sichtbar zu machen. Vielleicht sind sie ja doch nicht so schlimm – ich wäre froh, übertrieben zu haben.


Mitsamt meiner Hoffnung

Quelle

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#15

Journalismus

in Deutsch in Medien und Literatur 10.08.2010 09:21
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Zitat von Welt
Seit Januar 2008 steht Taylor in Den Haag vor Gericht. Bislang unter eher diskreter Anteilnahme der Öffentlichkeit. Nun aber interessierte sich die Welt auf einmal für das Justiz-Event. 250 Journalisten aus aller Welt hatten sich akkreditiert, an Model-freien Gerichtstagen ist es nur eine Handvoll.



***

Zitat von Der Spiegel
Berlin/Hannover – Da sage nochmal jemand, es gebe im Sommerloch keine echten Aufreger: Mit Unverständnis haben Umweltschützer und die Berliner Handwerkskammer auf die Lieferung von Backwaren aus Hannover für den Bundespräsidenten reagiert.



Ja, und wer stopft mit dieser Meldung das Sommerloch? Eben: Der Spiegel. – Und dabei ist diese Meldung sogar des Bedenkens wert. Denn weiter schreibt der Spiegel:

Zitat von
Allerdings wird das Schloß Bellevue bereits seit Jahren beliefert – also auch schon unter Wulff-Vorgänger Horst Köhler. Und zwar nur zweimal im Monat, da die Mengenabnahme viel geringer ist als die eines Restaurants. Bundespräsident Christian Wulff bekommt fast nur Brötchen und Vollkornbrot. „Der Umsatz ist mit 400 Euro nicht so hoch“, sagt Bäcker Gaues. Na dann: Guten Appetit!



400 Euro (das sind ca. 550 Schweizerfranken) monatlich allein für Brötchen und Vollkornbrot! Da muß ja den Hartz-IV-Empfängern das Kuchenfressen verleiden.

***

Ein anderer Journalist, dem seine Mitteilungen eingeflüstert wurden, schrieb:

„Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“
Mt 7,16


zuletzt bearbeitet 10.08.2010 09:40 | nach oben springen


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