#1

Aktion "Lebendiges Deutsch" fragt:

in Aktivitäten zur Sprachpflege 06.01.2008 22:07
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte
Was ist ein „Jackpot“? Wir bitten um Meinungen und Vorschläge.

Zitat Ende. Nachzulesen hier: http://www.aktionlebendigesdeutsch.de/wortdm.php

Nun wissen wir alle, dass die Herren Krämer, Kraus, Schneider und Sommer ein deutsches Wort dafür suchen, aber die Fragestellung impliziert eine allgemeine Bildungslücke über die allgemeine Lottowelt. Apropos: Wann wird ein Synonym für "Lotto" gesucht? Und wann eines für "Apropos"?

Nun geben wir den wirklichkeitsfernen Herren (es sind wirklich keine Damen in dieser Runde) mal einen Tipp: http://de.wiktionary.org/wiki/Jackpot. Unter den Synonymen dürfen sie sich eines aussuchen, ich plädiere für Hauptgewinn.
zuletzt bearbeitet 06.01.2008 22:08 | nach oben springen

#2

RE: Aktion "Lebendiges Deutsch" fragt:

in Aktivitäten zur Sprachpflege 27.04.2008 06:51
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte

Letztens in der "Welt":

Sönke Krüger: Darf man Deutsch erfinden?

In Frankreich wurden Computer, Walkman und Ketchup 1994 offiziell abgeschafft. Damals trat dort ein Sprachschutzgesetz in Kraft, das sich gegen Anglizismen wendet, seither muss es in Werbe-, Medien- und Behördentexten ordinateur, balladeur und tomatine heißen.

In Deutschland gibt es keine staatliche Sprachpflegeinstanz, wohl aber private Initiativen wie die Aktion Lebendiges Deutsch. Die hat die Frage aufgeworfen: „Wie wäre es, wenn wir unsere Landsleute allmonatlich auf dumme Anglizismen stießen und ihnen deutsche Alternativen dazu anböten?“ Gesagt, getan. Seit gut zwei Jahren stellt die Aktion Monat für Monat drei ihrer Ansicht nach entbehrliche, aus dem Englischen eingewanderte Begriffe vor, die sie für hässlich, sperrig, unverständlich hält, und ruft dazu auf, treffende deutsche Alternativen zu finden.

Nicht selten gehen mehrere Tausend Vorschläge pro Begriff ein, von denen in der Regel einer als Empfehlung ausgewählt wird – für „Laptop“ zum Beispiel Klapprechner, für „Brainstorming“ Denkrunde, für „Jackpot“ Glückstopf. Manchmal wird auf einen neudeutschen Vorschlag verzichtet, weil sich partout nichts Zumutbares finden lässt. Das war etwa bei „Anti-Aging“ der Fall, hier schienen weder Jungbrunnen noch Schrumpelbremse geeignet.

Die Reaktion auf die Aktion ist, nun ja, nicht durchweg positiv. Von „Deutschtümelei“ und „Hexenjagd auf Anglizismen“ ist die Rede, die Initiative wird als „Aktion scheintotes Deutsch“ abgetan – und das gern von Leuten, die sich darauf berufen, dass Sprache lebendig sei und sich nicht begrenzen lasse. Eben! Ist die Empfehlung Mist, wird sie verworfen. Ist sie gut, wird sie sich durchsetzen. Das ist – anders als in Frankreich mit seinen verordneten Ersatzwörtern – gesprochene Demokratie.

Die funktioniert im Deutschen übrigens schon seit Jahrhunderten. Kaum jemand weiß heute noch, dass die urdeutsch anmutenden Vokabeln Abstand, Anschrift und Vertrag im 17. Jahrhundert von dem Dichter Philipp von Zesen erfunden wurden, als Ersatz für Distanz, Adresse und Contract. Heute stört sich niemand ernsthaft daran – warum auch? Die Begriffe sind gelungen und deshalb geläufig. Gleiches gilt für Hochschule und Bittsteller, Kreationen des Sprachforschers Johann Heinrich Campe aus dem 18. Jahrhundert, die für Universität und Supplikant stehen.

Ergo: Man darf Deutsch erfinden. Aussicht auf Erfolg hat eine Eindeutschung indes nur, wenn sie besser ist als das Original.
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Sönke Krüger ist Textchef der "WELT AM SONNTAG". Er studierte Steuerrecht und war Regierungs- Oberinspektor, bevor er ins journalistische Fach wechselte. Er begann als Filmkritiker, absolvierte die Henri-Nannen-Schule und arbeitete als Redakteur bei dpa/gms. Seit Ende 1999 ist er bei der "Welt am Sonntag", wo er Anfang 2006 vom Stuhl des stellvertretenden Reise-Ressortleiters auf den Textchef-Sessel wechselte.

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#3

RE: Aktion "Lebendiges Deutsch" fragt:

in Aktivitäten zur Sprachpflege 03.06.2008 09:49
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte

Der Kampf gegen "Coffee to go" (bei der Stiftung Deutsche Sprache heißt er "Coffee-to-go") ist beendet. Gewonnen hat der "Geh-Kaffee" vor "Fersen-Kaffee" und "Kaffee entführt". Die Spaßgesellschaft hat ihr Wort gesprochen.

Darf ich meinen "Geh-Kaffee" auch im Stehen oder Sitzen trinken? Beim Gehen verschütte ich immer die Hälfte...

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