#1

Ein Lehrstück

in F r e i s t i l 10.01.2008 01:11
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Es wird in Basel tagtäglich der Baslerstab verteilt, welcher, wie es heißt, „ Basels grösste Gratiszeitung“ ist (wer’s glaubt, der möge selig werden). Was jedoch nur wenige Wißbegierige wissen, ist dies: Daß nämlich der Baslerstab nichts anderes ist als ein Werbeblatt der baz, d.h. der Basler Zeitung. Humanismus hin oder her: Humus sowieso.

Man beachte gefälligst die dritte Seite der auf dem diesen Zeilen beigefügten Bild und bedenke, daß Zensur nicht in jedem Falle Böswilligkeit sein muß, sondern – hin und wieder – ganz einfach Nachlässigkeit sein kann.
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zuletzt bearbeitet 10.01.2008 01:55 | nach oben springen

#2

RE: Ein Lehrstück

in F r e i s t i l 10.01.2008 22:36
von AndyOSW • 631 Beiträge

Vielleicht enthielt Seite 3 auch nur eine ganzseitige Anzeige für wasweißich?

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#3

RE: Ein Lehrstück

in F r e i s t i l 10.01.2008 23:32
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Da war wohl der



am Werk.

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#4

RE: Ein Lehrstück

in F r e i s t i l 13.01.2008 00:15
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

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#5

RE: Ein Lehrstück

in F r e i s t i l 14.01.2008 18:59
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Schamane, mich interessierte magenknurrend der Bericht unter der Überschrift: „Schock: Basler Kids am dicksten“, welcher auf Seite 3 fortgesetzt wurde. Da ich die gedruckte Ausgabe des Baslerstabs vom 9. Januar 2008 in den Händen hielt, blätterte ich schnell die erste Seite um und las mit dem Heißhunger meiner Wißbegierde weiter. Dabei wurden meine Augen, wie so oft bei der Zeitungslektüre, nicht nur vom Inhalt, sondern auch von der Darstellung desselben irritiert. Warum? Wegen des fortwährend unbekümmert begangenen und von der Polizei geduldeten Verstoßes gegen die elementaren typographischen Regeln, welcher die Aufnahme selbst von nährstoffarmer geistiger Nahrung behindert. Zum Thema Eszett schrieb ich: „Die Einführung und allgemeine Anerkennung des Fließtextes bezeichne ich […] als den Todeszeitpunkt der Typographie.“ Hierzu wollte ich einen Beleg liefern. – Ich weiß nicht, welche Textverarbeitungsprogramme die Zeitungsfritzen verwenden, vermute jedoch, die besten und teuersten.

Gruß von Fritz-Franz

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#6

RE: Ein Lehrstück

in F r e i s t i l 19.01.2008 11:14
von AndyOSW • 631 Beiträge

Diese unsäglichen Sperrungen resultieren aus der Unsitte von Billigzeitungsmachern, sehr schmale Spalten noch durch eingeschobene Bilder zu verschmälern. Verschärfend kommt der Gebrauch des Blocksatzes hinzu, aber Flattersatz in einer sechsspaltigen Zeitung sieht auch nicht gut aus.

Wo kommt eigentlich der Ausdruck "Es braucht..." her?

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#7

RE: Ein Lehrstück

in F r e i s t i l 19.01.2008 16:52
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Andy, Deine Bemerkungen sind richtig. Kennst Du Nachrichten.ch? In dieser Internet-Zeitung (in deren Titel die ch-Ligaturen fehlen) kommt durchwegs der Blocksatz zur Anwendung. Obschon aber kaum Bilder zu sehen sind, erscheinen die Texte derart löchrig, daß einem das Lesen verleidet wird. Warum die Gestalter von Internetseiten keine Wort-tren-nungs-al-go-rith-men verwenden, weiß ich nicht.

Die Herkunft des Ausdrucks „es braucht“ kann ich Dir nicht sagen, aber dessen Anwendung und Bedeutung in Schweizerdialekten erklären. Wir Schweizer müssen ja fortwährend alles verdolmetschen, wenn wir Hoch- oder Schriftdeutsch schreiben. Allein schon die Tatsache, daß wir den Wesfall nicht kennen, macht uns das Schreiben schwer …

„Es braucht“ sollte heißen: „es bräuchte“, d.h. auf Schweizerdeutsch: „es brüchti.“ Dieses hübsche Wörtchen haben viele Schweizer leider vergessen. Und dabei könnten wir ganz fein unterscheiden: „es brucht“ (rot = lange Betonung) heißt: „es braucht“. Nun braucht sich keiner mehr darüber zu wundern, oder, anders gesagt: „Jetzt brucht sich keine meh dadrüber z’wundere.“

Gruß von Fritz-Franz

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#8

RE: Ein Lehrstück

in F r e i s t i l 20.01.2008 00:18
von AndyOSW • 631 Beiträge

Zitat von Fritz-Franz
Kennst Du Nachrichten.ch? In dieser Internet-Zeitung (in deren Titel die ch-Ligaturen fehlen) kommt durchwegs der Blocksatz zur Anwendung. Obschon aber kaum Bilder zu sehen sind, erscheinen die Texte derart löchrig, daß einem das Lesen verleidet wird. Warum die Gestalter von Internetseiten keine Wort-tren-nungs-al-go-rith-men verwenden, weiß ich nicht.

Die Spalten links und rechts sind etwas schmal, gehen aber noch. Das Problem liegt bei der deutschen Sprache - die Wörter sind teilweise recht lang (da zusammengesetzt), so dass der Blocksatz grotesk aussieht. Entweder man zieht die Wörter an den Leerzeichen auseinander (vorzugsweise bei Satzzeichen) oder man sperrt sie extrem (wird aber heute seltener verwendet.

Die Worttrennungen werden entweder nicht angewandt, weil die Funktion im Satzprogramm so versteckt ist, dass sie noch keiner bemerkt hat. Standardmäßig sind bei guten Satzprogrammen die automatischen Silbentrennungen abgeschaltet, da sie allgemein zu schlechtem Satzstil verleiten. Das ist auch meine Ansicht. Bei Blocksatz in deutscher Sprache würde man nicht umhinkommen, in vier von fünf Zeilen zu trennen. Das sieht unglaublich dämlich aus.

Allgemein werden nicht mehr als zwei aufeinander folgende Zeilen mit Trennungen empfohlen. Das bedeutet zeitaufwändige Handarbeit.

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