#1

Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 02.02.2008 23:03
von AndyOSW • 631 Beiträge

Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

Professor Walter Krämer, Verteidiger der deutschen Sprache, über Anglizismen, Wichtigtuer und Prallkissen

von Balz Spörri

Herr Krämer, haben Sie sich heute schon über einen Anglizismus geärgert?

Ich bin Zug gefahren und so am «Service Point» meines Bahnhofs vorbeigekommen. Das hat mich schon ein bisschen geärgert.

Der Verein Deutsche Sprache hat gerade den neuen «Anglizismen-Index» ins Netz gestellt. Was möchten Sie damit erreichen?

Zunächst einmal möchten wir den Leuten zeigen, wie viele englische Wörter bereits deutschsprachige Begriffe verdrängt haben. Wir haben rund 6800 Anglizismen aufgelistet. 50 bis 100 davon sind eine Bereicherung, etwa «fair» oder «Foul» im Sport. Die übrigen verdrängen bekannte deutsche Wörter.

Zum Beispiel?

Nehmen Sie den oder das Event. Dieses Wort wälzt ein ganzes deutsches Wortfeld platt. Für Event gibt es zahlreiche, erheblich bessere und aussagekräftigere deutsche Wörter.

Machen Sie sich nicht zum Gespött, wenn Sie Airbag durch Prallkissen ersetzen wollen?

Gerade das ist eines meiner Lieblingsbeispiele. Der Airbag wurde von Daimler in Stuttgart erfunden. Heute denkt jeder, das sei eine Erfindung der Amerikaner. Mit der englischen Wortwahl hat Daimler einen riesigen Marketingvorteil verschenkt. Zudem beschreibt Prallkissen die Vorrichtung viel präziser als Airbag.

Warum sind Anglizismen überhaupt so beliebt?

Zum einen gibt es Leute, die damit wichtig tun wollen. Und zum andern kann man damit Dinge verschleiern.

Wie bitte?

Ein Kollege von mir hat untersucht, wie die Klassengrösse und die Qualität des Unterrichts in der Schule zusammenhängen. Nach drei Jahren Forschung kam raus, dass der Unterricht in kleinen Klassen im allgemeinen besser ist. Wenn man das auf Deutsch vortragen würde, würde es sofort als Trivialität erkannt. Deshalb trägt die Studie einen englischen Titel: «Size matters».

Klingt gut.

Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch. Das gilt ganz besonders in meinem Fach, der Volkswirtschaft. Die wirklich führenden Leute reden entweder perfektes Englisch oder perfektes Deutsch, aber nicht eine Mischung von beidem. Das tun nur die wissenschaftlichen 40-Watt-Leuchten.

Unser Vokabular umfasst 300000 bis 400000 Wörter. Wie sollen 6000 Anglizismen die deutsche Sprache gefährden?

Diese 300 000 Wörter sind der Gesamtwortschatz. Ein normaler Bürger benutzt vielleicht 10 000 davon. Da sind 6000 schon ein anderer Prozentsatz.

Was stört Sie an Anglizismen?

Erstens finde ich die meisten hässlich. Ich bin kein Fremdwortfresser. Doch nur wenige von ihnen ermöglichen uns, etwas zu benennen, das vorher nicht benennbar war. Ebenso stört mich, dass Anglizismen meist von Leuten benutzt werden, die sich damit eine Art Kosmopoliten-Ausweis ausstellen wollen.

Kritiker behaupten auch, Anglizismen schlössen ältere Leute von der Kommunikation aus.

Das kommt hinzu. Meine Mutter kam mal mit einer Rechnung der Telekom zu mir und sagte: Ich versteh nicht, was diese Free-Calls und City-Calls bedeuten. Deswegen haben wir und andere Aktivisten einige Monate lang die Telefonrechnung nicht bezahlt. Es gibt ja in Deutschland dieses schöne Urteil, dass Rechnungen, die nicht in Deutsch geschrieben sind, nicht bezahlt werden müssen. Darauf hat die Telekom wieder auf Orts- und Ferngespräche umgestellt.

Die akademischen Linguisten betrachten die Tätigkeit Ihres Vereins sehr skeptisch.

Ja, klar, weil wir uns erlauben zu sagen, dass uns etwas nicht gefällt. Die Mehrheit der Linguisten glaubt immer noch, dass die Sprachwissenschaft eine positive Wissenschaft ist, die nur zu beschreiben hat, was ist, und sich jedes wertenden Kommentars zu enthalten habe. Es gibt aber durchaus Abweichler. Harald Weinrich, der wohl bekannteste lebende deutsche Philologe, ist auf unserer Seite.

Der Linguist Rudolf Muhr wirft Ihnen «deutschtümelnde Absichten» vor.

Unser Sprachverein zählt 30 000 Mitglieder. Dass da einige Deutschtümler dabei sind, kann ich nicht widerlegen. Aber die sprechen auf keinen Fall für die Mehrheit. Gehen Sie mal auf unsere Netzseiten...

Hab ich gemacht. Ottmar Hitzfeld ist auch Mitglied ...

Eben, dem nächsten Nationaltrainer der Schweiz kann man sicher nicht Deutschtümelei vorwerfen (lacht).

Ihr Verein besteht seit 1997. Wie erfolgreich sind Ihre Bemühungen, unnötige Anglizismen zu beseitigen?

Sehr erfolgreich sind die Bemühungen in der Werbung. Das ist allerdings nicht allein unser Verdienst. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Grossteil der Leute die englischen Slogans gar nicht versteht. Seither sind fast alle neuen Werbesprüche wieder in der Landessprache.

Wo hatten Sie keinen Erfolg?

Eine Katastrophe ist es an den Universitäten. Hier glauben viele Kollegen, ihre Weltoffenheit dadurch ausdrücken zu müssen, dass sie ausschliesslich Englisch sprechen – selbst wenn nur Deutsche im Raum sitzen.

Walter Krämer, 59, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Uni Dortmund, gründete 1997 den Verein Deutsche Sprache, dem er seither vorsteht. Er ist
u.a. Ko-Autor des Lexikons der populären Irrtümer.

---
Ich fasse mal zusammen: Krämer hält Menschen, die englisch sprechen, allesamt für Wichtigtuer und Verschleierer (er hat nicht die Englisch-Muttersprachler ausgenommen). Krämer hält Anglizismen (also englische Vokabeln im Allgemeinen) für hässlich. Krämer (seines Zeichens Wirtschaftsstatistiker) kann nicht rechnen: Wenn mein Wortschatz 10000 von 300000 Wörtern umfasst, dann dürfte er auch nur 200 von 6000 Anglizismen umfassen. So aber sähe seine "Gefahr", seine "Anglizismenflut" etwas lächerlich aus. Wie sagte schon Goebbels: "Ich trraue keinerr Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe!"...

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#2

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 02.02.2008 23:59
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Zitat von AndyOSW
Krämer (seines Zeichens Wirtschaftsstatistiker) kann nicht rechnen: Wenn mein Wortschatz 10000 von 300000 Wörtern umfasst, dann dürfte er auch nur 200 von 6000 Anglizismen umfassen. So aber sähe seine "Gefahr", seine "Anglizismenflut" etwas lächerlich aus. Wie sagte schon Goebbels: "Ich trraue keinerr Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe!"...


Genau darüber bin ich beim Lesen dieses Interviews (Entschuldigung - dieser Fragestunde) auch gestolpert:

Zitat von Walter Krämer
Diese 300 000 Wörter sind der Gesamtwortschatz. Ein normaler Bürger benutzt vielleicht 10 000 davon. Da sind 6000 schon ein anderer Prozentsatz.


Solches sollte nun wirklich nicht aus eines Ökonometrikers Munde kommen. Besonders nicht im Zusammenhang mit:

Zitat von Walter Krämer
wissenschaftlichen 40-Watt-Leuchten


Der durchschnittliche deutsche Sprecher benutzt laut Prof. Krämer also 10.000 Wörter, davon 6.000 Anglizismen, also volle 60%.

Große Klasse.

zuletzt bearbeitet 03.02.2008 00:06 | nach oben springen

#3

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 03.02.2008 00:11
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Man beachte auch folgende Passage:

Zitat von Walter Krämer
Unser Sprachverein zählt 30 000 Mitglieder. Dass da einige Deutschtümler dabei sind, kann ich nicht widerlegen. Aber die sprechen auf keinen Fall für die Mehrheit. Gehen Sie mal auf unsere Netzseiten...


Er kennt sie also doch, die Netzseiten seines Vereins? Hochinteressant.
Wenigstens ist er ehrlich, was die Deutschtümler in seiner "größten Bürgerinitiative Deutschlands" angeht.
zuletzt bearbeitet 03.02.2008 00:11 | nach oben springen

#4

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 03.02.2008 07:45
von AndyOSW • 631 Beiträge

Zitat von Schamane
Zitat von Walter Krämer
Diese 300 000 Wörter sind der Gesamtwortschatz. Ein normaler Bürger benutzt vielleicht 10 000 davon. Da sind 6000 schon ein anderer Prozentsatz.

Solches sollte nun wirklich nicht aus eines Ökonometrikers Munde kommen. Besonders nicht im Zusammenhang mit:
Zitat von Walter Krämer
wissenschaftlichen 40-Watt-Leuchten

Der durchschnittliche deutsche Sprecher benutzt laut Prof. Krämer also 10.000 Wörter, davon 6.000 Anglizismen, also volle 60%.

Große Klasse.

Er muss es ja wissen, er hat auch zu diesem Thema schon ein Buch verfasst (oder auch abgeschrieben): "So lügt man mit Statistik". Zu kaufen bei buecher.de für 7,95 €.

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#5

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 03.02.2008 15:09
von Andrew • 162 Beiträge
In Antwort auf:
Ich fasse mal zusammen: Krämer hält Menschen, die englisch sprechen, allesamt für Wichtigtuer und Verschleierer (er hat nicht die Englisch-Muttersprachler ausgenommen).


Ich will Krämer nicht unbedingt verteidigen und bin nicht Mitglied des VDS, aber er hat gesagt:

In Antwort auf:
Die wirklich führenden Leute reden entweder perfektes Englisch oder perfektes Deutsch, aber nicht eine Mischung von beidem. Das tun nur die wissenschaftlichen 40-Watt-Leuchten.


Da habe ich nicht das Gefühl, dass alle, auch Muttersprachler, die Englisch reden für Wichtigtuer und Verschleierer gehalten werden. Eher etwa bei der Bahn, wo er den "Service Point" gesehen hat oder bei der Studie, die einen eglischsprachigen Namen hatte.

Dass die Statistiken des VDS problematisch sind, ist anderes, da habt ihr schon Recht.

Meine Gründe hätten nichts mit vermeintlicher Trivialität zu tun, aber ich finde auch, dass z.B. die Studie über Klassengröße, wenn sie auf Deutsch geschrieben ist, einen deutschen Namen haben sollte und nur auf Deutsch geschrieben werden sollte. Das heißt nicht, dass es irgendeinen Grund gäbe, warum die nicht für Nichtdeutschsprachige auch auf Englisch (und/oder anderen Sprachen) erscheinen sollte, dann aber nur auf Englisch und es gibt dann zwei oder mehr Ausgaben.
zuletzt bearbeitet 03.02.2008 15:51 | nach oben springen

#6

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 03.02.2008 15:42
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Zitat von Walter Krämer:
Diese 300 000 Wörter sind der Gesamtwortschatz. Ein normaler Bürger benutzt vielleicht 10 000 davon.


Trotz des „vielleicht“: Walter Krämer setzt diese seine Vermutung um das Aderthalbfache zu hoch an. Genauere Angaben liefert uns Dieter E. Zimmer*, der sich mit der Größe des Grundwortschatzes genauer befaßte. Er gibt diesen mit ca. 4000 an.

*Die Elektrifizierung der Sprache, Haffmans Taschenbuch Nr. 99, Haffmans Verlag AG Zürich, 1990, Erstausgabe, S. 64.

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#7

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 03.02.2008 15:52
von AndyOSW • 631 Beiträge

Zitat von Walter Krämer:
Diese 300 000 Wörter sind der Gesamtwortschatz. Ein normaler Bürger benutzt vielleicht 10 000 davon.
Vielleicht verwendet W. Krämer als wissenschaftliche 60-Watt-Leuchte nur 10000 Wörter. Nach verschiedenen Quellen verwendet der Durchschnittsdeutsche zwischen 14000 und 16000 Wörtern.

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#8

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 03.02.2008 16:10
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Etwas ganz Tolles habe ich soeben in Dieter E. Zimmers Buch auf Seite 65 entdeckt:

„Wieviele (Wörter sind gemeint) wir verstehen, hat 1977 der Sprachwissenschaftler Gerhard Augst annäherungsweise eruiert. Seine beiden Versuchspersonen verstanden etwa 88 Prozent der 107 000 Wörter des einbändigen ‚Wahrig‘ …“

Sprachwissenschaftler müßten zum Studium der Statistik verpflichtet werden und Statistiker zum Studium der Sprachwissenschaft.

Als ich, wie Kevin einst, allein zu Hause war, fragte ich mich selbst, ob mir langweilig sei: 100 Prozent der Befragten antworteten mit „ja“.
zuletzt bearbeitet 03.02.2008 16:16 | nach oben springen

#9

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 03.02.2008 16:22
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Eine Energiesparlampe von 15 Watt Leistung entspricht einer herkömmlichen Lampe von 70 Watt Leistung.

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#10

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 04.02.2008 15:31
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Zitat von Andrew
In Antwort auf:
Ich fasse mal zusammen: Krämer hält Menschen, die englisch sprechen, allesamt für Wichtigtuer und Verschleierer (er hat nicht die Englisch-Muttersprachler ausgenommen).


Ich will Krämer nicht unbedingt verteidigen und bin nicht Mitglied des VDS, aber er hat gesagt:

In Antwort auf:
Die wirklich führenden Leute reden entweder perfektes Englisch oder perfektes Deutsch, aber nicht eine Mischung von beidem. Das tun nur die wissenschaftlichen 40-Watt-Leuchten.


Da habe ich nicht das Gefühl, dass alle, auch Muttersprachler, die Englisch reden für Wichtigtuer und Verschleierer gehalten werden.


Ich stimme Dir zu, Andrew. Auch nach meinem Verständnis bezieht sich Walter Krämers Aussage nicht auf englische Muttersprachler. Walter Krämers Aussage betrifft deutsche Muttersprachler, die sich mit Englisch zu profilieren versuchen, wobei es dann mitunter an Perfektion mangelt. Wie gut Walter Krämer Englisch spricht, kann ich nicht beurteilen.

Anders als Walter Krämer jedoch sehe ich keinen unbedingten Zusammenhang zwischen der fachlichen Qualifikation eines Wissenschaftlers und seiner individuellen Beherrschung der englischen Sprache. Ein Wissenschaftler mag schlecht Englisch können, aber trotzdem eine Koryphäe in seinem Bereich sein.

Walter Krämers Gleichsetzung von mittelmäßiger Beherrschung des Englischen mit wissenschaftlicher Mittelmäßigkeit halte ich für reine Polemik ohne sachliche Substanz.
zuletzt bearbeitet 04.02.2008 18:05 | nach oben springen

#11

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 05.02.2008 19:54
von AndyOSW • 631 Beiträge

Zitat von Walter Krämer
..., weil wir uns erlauben zu sagen, dass uns etwas nicht gefällt.
Das sollte er mal im Klartext-Forum probieren.

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#12

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 05.02.2008 20:16
von AndyOSW • 631 Beiträge

Zitat von Andrew
Da habe ich nicht das Gefühl, dass alle, auch Muttersprachler, die Englisch reden für Wichtigtuer und Verschleierer gehalten werden.
Ich ließ mich bei meiner Einschätzung vom Titelzitat des Interviews ("Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch") und seine indifferente Antwort auf die Frage "Warum sind Anglizismen überhaupt so beliebt?" - "Zum einen gibt es Leute, die damit wichtig tun wollen. Und zum andern kann man damit Dinge verschleiern." leiten.

Kennt jemand dieses Blatt und seine Reichweite?

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#13

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 05.02.2008 20:36
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Zitat von Sonntagszeitung:
Am 11. Januar 1987 erschien die erste Ausgabe der SonntagsZeitung mit einer Startauflage von 86 000 Exemplaren und einem Umfang von 4 Bünden (Nachrichten, Report, Szene, Sport).Die SonntagsZeitung hat die Medienlandschaft geprägt und sich kontinuierlich weiterentwickelt.

Die SonntagsZeitung überzeugt nun Sonntag für Sonntag bereits 768 000 Leserinnen und Leser mit dem Mix aus relevanten News und intelligenter Unterhaltung.


Quelle

Dort steht auch zuunterst das Wort „Sonntagszeitung“. Das Blatt kenne ich nicht.

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#14

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 06.02.2008 18:29
von Andrew • 162 Beiträge

Zitat von Schamane


Ich stimme Dir zu, Andrew. Auch nach meinem Verständnis bezieht sich Walter Krämers Aussage nicht auf englische Muttersprachler. Walter Krämers Aussage betrifft deutsche Muttersprachler, die sich mit Englisch zu profilieren versuchen, wobei es dann mitunter an Perfektion mangelt. Wie gut Walter Krämer Englisch spricht, kann ich nicht beurteilen.

Anders als Walter Krämer jedoch sehe ich keinen unbedingten Zusammenhang zwischen der fachlichen Qualifikation eines Wissenschaftlers und seiner individuellen Beherrschung der englischen Sprache. Ein Wissenschaftler mag schlecht Englisch können, aber trotzdem eine Koryphäe in seinem Bereich sein.

Walter Krämers Gleichsetzung von mittelmäßiger Beherrschung des Englischen mit wissenschaftlicher Mittelmäßigkeit halte ich für reine Polemik ohne sachliche Substanz.


Ich habe "entweder perfektes Englisch oder perfektes Deutsch, aber nicht eine Mischung von beidem" so verstanden, dass es (erstmal) nur heißt, dass die "führenden Leute" eine Sprache perfekt beherrschen und nicht eine Sprachmischung verwenden.

Ich stimme dir aber natürlich völlig zu. Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Qualifikation oder Fähigkeiten in einem Bereich und Beherrschung der englischen Sprache (oder Beherrschung einer Fremdsprache überhaupt), auch nicht wenn Walter Krämer das meint.


Übrigens, warum heißt es "eine Mischung von beidem"? Es geht um Deutsch und Englisch, also zwei Sprachen, ich hätte die Mehrzahl gewählt, "eine Mischung aus beiden", wie auch in der Formulierung "eine Mischung von beiden Sprachen".

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#15

RE: Walter Krämer in der SonntagsZeitung: «Wer nichts zu sagen hat, sagt es auf Englisch»

in Aktivitäten zur Sprachpflege 06.02.2008 22:33
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Zitat von Andrew

Übrigens, warum heißt es "eine Mischung von beidem"? Es geht um Deutsch und Englisch, also zwei Sprachen, ich hätte die Mehrzahl gewählt, "eine Mischung aus beiden", wie auch in der Formulierung "eine Mischung von beiden Sprachen".


Nach meinem Sprachgefühl ist "eine Mischung von beidem" in Ordnung, da das Wort "beide" definitionsgemäß eine Dualität ausdrückt. Es kommt mir zumindest nicht falsch vor. "Eine Mischung aus beiden (Sprachen)", wie Du vorschlägst, erscheint mir dagegen sauberer, da logischer.

Ehrlich gesagt: keine Ahnung!

---

Die "Sonntagszeitung" kenne ich nicht.

---
Zitat von Schamane
Wie gut Walter Krämer Englisch spricht, kann ich nicht beurteilen.


Man darf vermuten, er kann es gut. Zumindest scheint er eine Menge auf Englisch "nichts zu sagen zu haben".
Man schaue selbst:

http://www.statistik.uni-dortmund.de/leh...chaufsaetze.htm
zuletzt bearbeitet 07.02.2008 01:13 | nach oben springen


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