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Lausitzer Rundschau: Wendische Volkspartei fordert Unterricht nur auf Sorbisch

in Sprachpolitik 14.02.2008 21:59
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte
Lausitzer Rundschau: Wendische Volkspartei fordert Unterricht nur auf Sorbisch

Deutsch von Vertreter zu Fremdsprache erklärt

Cottbus. Die Wendische Volkspartei hat sich für eine weitgehende Autonomie der wendisch/sorbischen Bildungseinrichtungen in der Lausitz ausgesprochen und gefordert, den Unterricht dort ausschließlich in der sorbischen Sprache abzuhalten. Das teilte die Regionalpartei gestern mit.

Zudem erklärte die Partei Deutsch zu einer Fremdsprache. Der Beauftragte der Partei für die Beziehungen mit Polen, Marek Chelchowski, sagte: «Bevor Deutsch oder eine andere Fremdsprache gesprochen werden kann, müssen die Wenden/Sorben zuerst ihre eigene Muttersprache beherrschen.» Dieses sei insofern unbedingt erforderlich, um der «bewusst gesteuerten Assimilierung durch die deutsche Administration entgegenzuwirken.»
Die Domowina hat den Vorschlag der Wendischen Volkspartei unterdessen als weltfremd kritisiert. Die Voraussetzungen seien dafür nicht vorhanden, sagte der stellvertretende Domowina-Geschäftsführer Harald Konzack gestern. (pm/dpa/das)

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Zur Sorben- und deren Sprachenfrage hier noch eine ergänzende Fundstelle: http://sorben-heute.slawen.eu/
zuletzt bearbeitet 14.02.2008 22:02 | nach oben springen

#2

RE: Lausitzer Rundschau: Wendische Volkspartei fordert Unterricht nur auf Sorbisch

in Sprachpolitik 21.02.2008 14:43
von Fritz-Franz • 675 Beiträge | 675 Punkte
Dank Deinem Beitrag, Andy, habe ich die Sorben, dieses liebenswerte kleine Volk, kennengelernt. Ich bin Deinem und andern Hinweisen gefolgt und kehre nun, nach langer Lektüre, bereichert zurück. Daß ich mit den Sorben, deren Sprache mir immer ein Rätsel sein wird, hoffe und leide, gebe ich offen zu. – Hoch sollen sie leben, die Sorben!
zuletzt bearbeitet 21.02.2008 14:49 | nach oben springen

#3

RBB-Nachrichten: Sorben kämpfen um finanzielle Sicherheit

in Sprachpolitik 29.05.2008 15:37
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte

Sorben kämpfen um finanzielle Sicherheit

Am 29. Mai 2008 werden nicht nur Erzieher und Polizeiangestellte in Berlin für mehr Geld kämpfen: Auch hunderte Vertreter der sorbischen Minderheit haben einen Protestzug in der Hauptstadt angemeldet. Nach mehreren Demonstrationen in der Lausitz, dem traditionellen sorbischen Siedlungsraum, möchten sie ihrer Stimme damit mehr Gehör in der Bundespolitik verschaffen.

Keine gesicherte Finanzierung
Der Konflikt ist in erster Linie ein Konflikt ums Geld. In Artikel 25 der Brandenburger Verfassung heißt es zwar "Das Recht des sorbischen Volkes auf Schutz, Erhaltung und Pflege seiner nationalen Identität und seines angestammten Siedlungsgebietes wird gewährleistet." Doch die Finanzierung dieser Erhaltung und Pflege der sorbischen Identität ist in keinem Gesetz geregelt, sondern geht auf einen Staatsvertrag der Länder Brandenburg und Sachsen aus dem Jahr 1998 zurück. Aus Anlass der Gründung der neu errichteten "Stiftung für das sorbische Volk" schlossen beide Bundesländer mit der Bundesregierung ein bis zum 31.12.2007 gültiges Finanzierungsabkommen.

Dieses Abkommen ist nun abgelaufen, und genau darin besteht das Problem. Da es in der Vergangenheit – unter anderem vermerkt in mehreren Rechnungshofs-Berichten – Kritik an der Verwendung der Sorben-Mittel gab, beabsichtigte die Bundesregierung, ihren Zuschuss an die Stiftung zu kürzen.

Kürzung zurückgezogen
Ob für das sorbische National-Ensemble, Sprachschulen, Theater, Zeitungen oder Museen – der Haushalt der Stiftung für Institutionen und Projekte der Sorben im Jahr 2008 beträgt 15,6 Millionen Euro. Davon sollte der Bund 7,6 Millionen, das Land Brandenburg 2,6 Millionen und der Freistaat Sachsen 5,5 Millionen Euro zahlen. Doch im Bundeshaushalt 2008 waren plötzlich nur fünf Millionen Euro für die Sorben vorgesehen, der Rest des Geldes wurde ohne weitere Angabe von Gründen eingefroren.

Inzwischen hoben die Koalitionsfraktionen aus Union und SPD die Haushaltssperre wieder auf, doch den Sorben ist das zu wenig: Sie verlangen nicht nur eine Aufstockung der Zuschüsse auf 16,4 Millionen Euro pro Jahr, sondern auch ein neues, langfristiges Finanzierungsabkommen, das ihnen Planungssicherheit gibt.

Dirk Lullies

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