#1

Die Zukunft der deutschen Sprache

in F r e i s t i l 10.04.2008 23:15
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte
Ich übernehme hier mal unkommentiert einen Beitrag aus dem Klartext-Forum. Es ist der 100. Beitrag eines gewissen "Georg1", im Originalkontext hier zu lesen (Beitrag vom 10. April 2008 um 14.14 Uhr), der Wortlaut vom 10. April 2008, 23.12 Uhr ist:
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In Papua-Neuguinea gibt es noch heute Gegenden, wo innerhalb weniger Kilometer ganz verschiedene Sprachen (nicht Dialekte) gesprochen werden. So war es früher auch in Europa.

Dann kamen Luther und andere, übersetzten die Bibel und daraus entstanden Nationalsprachen.

Heute, wo die Nationen immer weniger eine Rolle spielen, ist die Zeit für eine Weltsprache gekommen. Das kann man nicht wegdiskutieren. Die globalisierte Wirtschaft zeigt uns, wo es lang geht, egal ob wir diese Entwicklung bedauern oder begrüßen.

Wir mit Deutsch als Muttersprache stehen dabei noch auf der Gewinnerseite, wenn Englisch, also eine andere germanische Sprache, die allgemein genutzte Weltsprache wird. Wir können froh sein, dass Chinesisch noch nicht die Kraft hat, sich durchzusetzen und wir sollten gegenüber dem Aufkommen des Chinesischen, evtl. auch Spanischen, alles tun, um unsere Schwestersprache Englisch zu stärken!

Englisch ist schon heute nicht mehr die Sprache Englands oder der USA, sondern sie ist bereits ent-nationalisiert. Inder und Japaner, Griechen und Schweden unterhalten sich auf Englisch. Auch von den Engländern selbst wird erwartet, dass sie bei internationalen Kontakten nicht in ihrem regionalen Dialekt vor sich hin murmeln, sondern ein klares, leicht verständliches Welt-/BBC-Englisch sprechen. (Für viele Unterschicht-Engländer eine echte Herausforderung und für sie fast so etwas wie eine Fremdsprache...).

Natürlich besteht eine gewisse Gefahr, dass die Menschheit ganz zu der dann international eingeführten Sprache übergeht und die Nationalsprachen zu Folkloresprachen werden. Die Gefahr ist aber genau so groß, wenn die neue Weltsprache Latein oder Esperanto wäre. Aber auch in Zukunft wird es engagierte Sprachfreunde geben, die die anderen Nationalsprachen auf den neuesten Stand halten. Erfahrungen in den Großstädten Skandinaviens und in Amsterdam zeigen, dass durch eine alltägliche Zweisprachigkeit das Gefühl für die eigene Muttersprache in breiten Kreisen der Bevölkerung wächst. Die Nationalsprachen werden wie auch die regionalen Dialekte, immer ein Zeichen der Identität sein und deshalb nicht verloren gehen.

Jeder Mensch sollte drei Sprachen haben: Den Dialekt für die Region, die Nationalsprache für das eigene Sprachgebiet, das Welt-Englisch für die internationale Kommunikation.
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Zitat Ende.
zuletzt bearbeitet 10.04.2008 23:19 | nach oben springen

#2

RE: Die Zukunft der deutschen Sprache

in F r e i s t i l 20.04.2008 13:28
von Andrew • 162 Beiträge | 162 Punkte

AndyOSW, was wäre deine Meinung, worauf sollte man hier reagieren?

In Antwort auf:
eute, wo die Nationen immer weniger eine Rolle spielen, ist die Zeit für eine Weltsprache gekommen. Das kann man nicht wegdiskutieren. Die globalisierte Wirtschaft zeigt uns, wo es lang geht, egal ob wir diese Entwicklung bedauern oder begrüßen.


Das muss man nicht akzeptieren und meines Erachtens sollte man es auch nicht.

In Antwort auf:
Wir mit Deutsch als Muttersprache stehen dabei noch auf der Gewinnerseite, wenn Englisch, also eine andere germanische Sprache, die allgemein genutzte Weltsprache wird. Wir können froh sein, dass Chinesisch noch nicht die Kraft hat, sich durchzusetzen und wir sollten gegenüber dem Aufkommen des Chinesischen, evtl. auch Spanischen, alles tun, um unsere Schwestersprache Englisch zu stärken!


Akzeptiert man, dass jeder mit Deutsch als Muttersprache eine andere Sprache können muss, dann wäre dem zuzustimmen.

In Antwort auf:
Englisch ist schon heute nicht mehr die Sprache Englands oder der USA, sondern sie ist bereits ent-nationalisiert. Inder und Japaner, Griechen und Schweden unterhalten sich auf Englisch.


Für Briten und Amerikaner ist Englisch die Nationalsprache, egal wie viele Menschen in anderen Ländern mehr oder weniger Englisch können. Im schlimmsten Fall gehen englische Muttersprachler arroganterweise davon aus, dass andere außerhalb dieser Länder Englisch halt sprechen, was nicht immer stimmt, nicht stimmen muss und inakzeptabeles Verhalten seitens des englischen Muttersprachlers ist. Man kann und soll erst Fragen.

Zum zweiten zitierten Satz: das variiert sehr viel, zwischen keinen oder rudimentären Anfängerkenntnissen bis hin zu fast perfekten Kenntnissen. Natürlich variieren durchschnittliche Englischkenntnisse sehr viel zwischen verschiedenen Ländern. Aber ist ist lange nicht so, dass Menschen mit anderen Sprachen als Englisch als Muttsersprache sich allgemein fließend oder verständlich auf Englisch unterhalten können. Das variiert eben sehr viel. Das muss auch nicht so sein.

In Antwort auf:
Natürlich besteht eine gewisse Gefahr, dass die Menschheit ganz zu der dann international eingeführten Sprache übergeht und die Nationalsprachen zu Folkloresprachen werden. Die Gefahr ist aber genau so groß, wenn die neue Weltsprache Latein oder Esperanto wäre.


Einer der Gründe, warum man eine Weltsprache, sei sie Englisch oder eine andere, nicht akzeptieren muss oder soll.

In Antwort auf:
Erfahrungen in den Großstädten Skandinaviens und in Amsterdam zeigen, dass durch eine alltägliche Zweisprachigkeit das Gefühl für die eigene Muttersprache in breiten Kreisen der Bevölkerung wächst. Die Nationalsprachen werden wie auch die regionalen Dialekte, immer ein Zeichen der Identität sein und deshalb nicht verloren gehen.


Hoffentlich wird das längerfristig auch so bleiben. Wäre der Autor des Beitrages hier angemeldet, würde mich mehr über die Äußerungen bezüglich Skandinavien und Amsterdam interessieren.

In Antwort auf:
Jeder Mensch sollte drei Sprachen haben: Den Dialekt für die Region, die Nationalsprache für das eigene Sprachgebiet, das Welt-Englisch für die internationale Kommunikation


Nein. Jeder Mensch soll im Rahmen der allgemeinen Bildung die Möglichkeit haben, eine oder noch besser zwei Fremdsprachen zu lernen, wie er auch die Möglichkeit haben sollte, eine breite allgemeine Bildung zu genießen. Aber ob man eine oder zwei Fremdsprachen in der Bildung oder danach intensiv weiter lernt, sollte jedem überlassen werden. Nicht jeder hat Interesse an Sprachen und glücklicherweise muss doch nicht jeder in seinem eigenen Land eine Fremdsprache können. Ich habe absolut nichts dagegen, wenn jemand mehrere Sprachen intensiv lernt, aber das sollte ohne Zwang für alle passieren.

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#3

RE: Die Zukunft der deutschen Sprache

in F r e i s t i l 21.04.2008 00:13
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte
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zuletzt bearbeitet 21.04.2008 23:55 | nach oben springen

#4

RE: Die Zukunft der deutschen Sprache

in F r e i s t i l 22.04.2008 01:43
von Fritz-Franz • 675 Beiträge | 675 Punkte
Basel ist ja im sogenannten ‚Dreiländereck‘ gelegen: Deutschland und Frankreich grenzen an diese schöne Schweizer Stadt. Von allen hier wohnenden Menschen, die ich kenne, reden sämtliche tagein, tagaus Schwiizerdütsch miteinander (viele aber untereinander anders). Andere Sprachen, z.B. Englisch oder Italienisch, werden allenfalls in den hier ansässigen Konzernen gesprochen – oder in den Hotels. Wenn jeder mit jedem in seiner Muttersprache sprechen wollte, dann müßte jeder 158 Sprachen sprechen können.
zuletzt bearbeitet 22.04.2008 01:50 | nach oben springen


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