#1

Neue Fruchtbringende Gesellschaft

in Aktivitäten zur Sprachpflege 19.03.2007 23:40
von Ute E. • 110 Beiträge

In Köthen/Anhalt wurde im Januar 2007 die "Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e. V." gegründet. Sie will "Sprachvereine, Sprachinstitutionen und -initiativen, aber auch Persönlichkeiten, die sich um die deutsche Sprache sorgen, als Mitglieder gewinnen." Kennt sich hier jemand schon näher damit aus? Zu welchen Sprachvereinen gibt es schon Verbindungen?

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#2

RE: Neue Fruchtbringende Gesellschaft

in Aktivitäten zur Sprachpflege 20.03.2007 00:01
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Da scheint, nach oberflächlicher Recherche, noch nicht viel mehr als eine Absichtserklärung hinterzustehen.

http://www.koethen-anhalt.de/index.php?cid=104003004149

In Antwort auf:
Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt

Köthener Erklärung
zur Gründung der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e.V.

* Eingedenk der großen Leistungen der Fruchtbringenden Gesellschaft, die vor 390 Jahren als erste Gesellschaft zur Pflege der deutschen Sprache in Weimar gegründet wurde und ihren ersten Sitz in Köthen/Anhalt hatte und
* in Anbetracht der vielfältigen Einflüsse, denen die deutsche Sprache als Alltags-, Kultur- und Wissenschaftssprache ausgesetzt ist, und angesichts der bedrohten Einheitlichkeit der Sprache und der Rechtschreibung,
* im Bewußtsein um den Wert einer jeden Muttersprache für die Verständigung, das Denken, die Kultur und das Selbstbewußtsein der Menschen,
* sowie im Bewußtsein, daß jeden Tag aufs neue um eine verständliche deutsche Sprache gerungen werden muß, damit sie als eine europäische Kultursprache lebendig bleibe, und daß diese Aufgabe nur gemeinsam und von vielen bewältigt werden kann,
* haben sich heute in Köthen/Anhalt Sprachinteressierte aus ganz Deutschland zusammengeschlossen
* mit dem Ziel, die deutsche Sprache als Amts-, Kultur-, Landes- und Wissenschaftssprache zu erhalten, zu pflegen, zu schützen und weiterzuentwickeln,
* um mit der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft für die deutsche Sprache einen Ort zu schaffen, der für die Pflege der Sprache gute Kräfte anziehen, bündeln und ausstrahlen soll.
* Zur Erfüllung dieser Aufgabe werden die Mitglieder gemeinsame Leitlinien entwickeln, einander unterstützen und Verbindungen zu anderen Personen und Gruppen knüpfen, die sich für die deutsche Sprache einsetzen.
* So soll es den Mitgliedern wie den Gesellschaftern von einst vor allen Dingen obliegen, die deutsche Sprache in ihrem grundlegenden Wesen und ihrer Bedeutung zu erhalten, auszuüben und zu pflegen, und sich für das Erreichen ebendieser Ziele in allen Bereichen unseres Lebens einzusetzen.
* In Anlehnung an das Wort der Fruchtbringenden Gesellschaft von 1617 "Alles zu Nutzen" stellt die Neue Fruchtbringende Gesellschaft ihr Handeln unter den Leitsatz "Alles zu Nutzen - allen zu Nutzen!"

Köthen/Anhalt, den 18. Januar 2007


Geschäftsstelle
Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt
Marktstraße 1-3
06366 Köthen (Anhalt)

Telefon (03496) 425 314
Telefax (03496) 425 561

E-Mail: s.villwock(at)koethen-stadt.de


Vorstand

Vorsitzende
Prof. Dr. Uta Seewald-Heeg

stellvertretender Vorsitzender
Dr. Hermann Neemann

Schatzmeisterin
Sabine Villwock

Beisitzer
Prof. Dr. Winfried Lange
Thomas Paulwitz
Inge Streuber
Diethold Tietz



pdfDokumente zum Download:

* Pressemitteilung vom 18. Januar 2007 zur Gründung
* Köthener Erklärung
* Satzung
* Beitragsordnung
* Beitrittserklärung


Artikel zum Thema:

* Informationen zur ursprünglichen Fruchtbringenden Gesellschaft


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#3

1. Köthener Sprachtag

in Aktivitäten zur Sprachpflege 20.07.2007 19:22
von Ute E. • 110 Beiträge

Interessant, vielseitig und vielversprechend: Das Programm zum 1. Köthener Sprachtag.

Bemerkenswert übrigens die Möglichkeit, auf der Seite der Anküdigung zwischen alter und neuer RS wählen zu können. Das habe ich bisher sonst noch nirgendwo gesehen.

Will man aber die Satzung der Vereinigung lesen, kann man leider nicht wählen, sondern muß sich mit einem Gemische aus alter und neuer Rechtschreibung abfinden. Steckt da nun Unentschlossenheit oder Unkenntnis dahinter?

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#4

RE: 1. Köthener Sprachtag

in Aktivitäten zur Sprachpflege 22.07.2007 01:58
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Die pdf-Verweise laden nicht.
Oder liegt das an mir?

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#5

RE: 1. Köthener Sprachtag

in Aktivitäten zur Sprachpflege 22.07.2007 07:51
von AndyOSW • 631 Beiträge
Hmm, bei mir klappt es. Ist Adobe Reader installiert? Der Browser kann sonst mit diesem Verweis nichts anfangen.

Helfen würde auch das Herunterladen mit der rechten Maustaste (Ziel speichern unter).

Die Idee mit den zwei Schreibweisen ist genial, da sieht dann endlich auch der Normalbürger, was die neue Rechtschreibung "anrichtet": auf besagter Seite ändert sich ein "ß" in ein "ss", das war's.
zuletzt bearbeitet 22.07.2007 07:53 | nach oben springen

#6

RE: 1. Köthener Sprachtag

in Aktivitäten zur Sprachpflege 22.07.2007 13:38
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Klappt immer noch nicht. Scheint ein Problem mit dem Reader zu sein.
Ich krieg's raus.
zuletzt bearbeitet 22.07.2007 13:41 | nach oben springen

#7

Alt und neu

in Aktivitäten zur Sprachpflege 22.07.2007 15:28
von Ute E. • 110 Beiträge
Immerhin ist die RSR offensichtlich für die NFG kein Tabuthema.
zuletzt bearbeitet 22.07.2007 21:52 | nach oben springen

#8

RE: Alt und neu

in Aktivitäten zur Sprachpflege 22.07.2007 21:53
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
In Antwort auf:
Immerhin ist die RSR offensichtlich für die NFG kein Tabuthema.


Ich hatte schon, als man mich noch ließ, im Klartext ungefähr Folgendes angemerkt:

Der heute erreichte de-facto-Zustand (de iure mag das anders aussehen), daß eine große Kultursprache keine allgemein anerkannte schriftbildliche Festlegung mehr aufweist, ist unhaltbar. Ebenso unhaltbar ist es für mich, daß ein Verein, der sich die deutsche Sprache im Vereinsnamen auf die Fahne schreibt, sich für diesen Zustand nicht einmal interessiert.

Dem füge ich an dieser Stelle hinzu:

Dieses Desinteresse wird vom Vorsitzenden höchstselbst zur Schau gestellt und verteidigt, O-Ton Walter Krämer: "Der VDS ist kein Rechtschreibverein!". Und in ihrem von jeder vereinsinternen Kontrolle ausgenommenen Reservat, dem VDS-Forum "Klartext", setzen dann zwei wildgewordene Paladine diese Haltung mit Klauen und Zähnen durch, soll heißen mit Sperren und Löschen.

Der VDS muß ja kein Rechtschreibverein werden. Er soll nur das Thema zulassen, und sich nicht wie ein Kaninchenzüchterverein aufführen, in dem alle Mümmler und Löffler diskutiert werden dürfen, nur der "Graugescheckte Ostjeverländische Rammler" aber auch nie und nebbich nicht auf überhaupt gar keinen Fall.

Da lobe ich die NFG, daß sie die Bedeutung des Schriftbildes einer Sprache nicht ableugnet und auch nicht auf den Gedanken käme, die Diskussion darüber in irgendeiner Form abzuwürgen zu wollen.


---

Ansonsten...kann's am Feuerfuchs liegen? Das mit den PDF-Verweisen, nicht die RSR...

---

Private Nachricht an Ute E.
zuletzt bearbeitet 24.07.2007 00:18 | nach oben springen

#9

Die RSR und der "Normalbürger"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 27.07.2007 11:56
von Ute E. • 110 Beiträge

In Antwort auf:
Die Idee mit den zwei Schreibweisen ist genial, da sieht dann endlich auch der Normalbürger, was die neue Rechtschreibung "anrichtet": auf besagter Seite ändert sich ein "ß" in ein "ss", das war's.

Daß sich auf besagter Seite nur ein "ß" in ein "ss" (und umgekehrt) ändert, sagt eigentlich überhaupt nichts aus, das ist bei dem kurzem Text nicht weiter verwunderlich.
Einen "Normalbürger" gibt es in dieser Beziehung (wie in in vielen anderen auch) wohl nicht. Wie sollte der aussehen? Es gibt eine Menge von Bürgern, die glauben, die RSR habe das ß komplett durch ss ersetzt. Weiterhin gibt es sehr viele Bürger, die glauben, zwischen ß und ss könne man seit der RSR beliebig wählen. Eine beachtenswerte Menge von Bürgern weiß zwar, daß in bestimmten Fällen das ß zu ss werden soll, zeigt in der Handhabung dieser Regelung aber eine große Unsicherheit bzw. Verwirrung. Warum wohl sonst haben die "Grüsse" unter Briefen so zugenommen, warum sieht man immer wieder "Strassen"? Und das in offiziellen Schreiben und Beschilderungen in vielen Städten und Kommunen. Und nicht zu vergessen die riesige Menge der Bürger, die außer von der ss/ß-Regelung noch nicht viel von der RSR mitbekommen haben, noch weniger offensichtlich von den Nachänderungen in den letzten Jahren.
Das ist es, was die RSR wirklich angerichtet (ohne Anführungsstriche) hat: eine riesige Verschwendung von Geldern, eine große (und noch lange anhaltende) Verwirrung, und eine zunehmende Gleichgültigkeit und Verdrossenheit.
(Was steht eigentlich auf der anderen Seite als Vorteil bzw. als Gewinn?)

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#10

RE: Die RSR und der "Normalbürger"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 27.07.2007 12:10
von AndyOSW • 631 Beiträge

Was stand 1901 als Vorteil oder Gewinn? Warum ist die 1901 "beschlossene" Rechtschreibung der jetzigen vorzuziehen? Mir persönlich passiert rund um die neue Rechtschreibung von 1996 zuviel Wirbel, der wahrscheinlich von den Umständen der Rechtschreibreform von 1901 ablenken soll. Aber drüber reden kann man ja. Hier darf man es auch :-)

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#11

RE: Die RSR und der "Normalbürger"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 29.07.2007 09:25
von Andrew • 162 Beiträge

Die RSR wurde nicht von Politikern beschlossen bzw. zwar von diesen/staatlichen Organen angenommen, geregelt und geschrieben wurde die aber nicht von gewählten Leuten. Um zu wissen, ob das Volk dafür ist (Zwang, die RSR im Blidungswesen und beim Beamtentum zu verwenden), müsste es eine Volksabstimmung geben. Woebei ich vermute, dass die neue RS für viele, die sie in der Schule nicht lernten an manchen Stellen (immernoch) falsch oder komisch aussieht, für jüngere, die die neue RS lern(t)en dürfte aber die alte RS an manchen Stellen falsch oder komisch aussehen.

Was wurde spezifisch in der Reform von 1901 geändert bzw. wo könnte ich etwa eine Liste der damals neuen Regeln lesen?

Ich bin dafür, dass es eine standarde und richtige (geschriebene Hoch)Sprache gibt, aber nicht dass diese sich von heute auf morgen ändert. Alle Sprachen ändern sich im Laufe der Zeit und für eine Änderung, die sofort einfach gilt, müsste es Gründe geben. Sind Muttersprachler in der Lage, die Sprache und ihre Rechtschreibung in der aktuellen Form richtig zu lernen (und das sind sie), dann gibt es höchstwahrscheinlich keinen Bedarf. Das ist der Hauptgrund, warum ich die Einführung der RSR nicht verstehe, ich konnte bis jetzt keinen Bedarf oder logischen Grund, warum man die Reform unbedingt braucht, finden.

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#12

RE: Die RSR und der "Normalbürger"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 30.07.2007 06:36
von AndyOSW • 631 Beiträge
Zitat von Andrew
Was wurde spezifisch in der Reform von 1901 geändert bzw. wo könnte ich etwa eine Liste der damals neuen Regeln lesen?
Einiges zur Rechtschreibreform von 1901 (Stichwort 2. Orthographische Konferenz) habe ich hier gefunden:
http://reform_der_deutschen_rechtschreibung_von_1901.know-library.net/
http://www.lrz-muenchen.de/~lexika/2806konferenz2.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1901
und so weiter.

Eine der gravierendsten Änderungen (unter vielen anderen) sind z.B. die Korrekturen von C zu Z (Zentrumspartei statt Centrumspartei) und C zu K (Kontor statt Contor). Ein ranghoher preußischer Beamter hat daraufhin das gesamte Berliner Stadtbild verschandelt: aus Neucölln wurde Neukölln, aus Cöpenick Köpenick und ein paar Straßen (Kottbusser Damm) haben auch dran glauben müssen. Diese Schreibweisen sind aus heutiger Sicht sehr verwirrend, da es im Osten Berlins einen Cottbusser Platz gibt. Traditionsbewusste Cöpenicker schreiben übrigens nach wie vor mit C :-)

Diese Art von "Rechtschreibreform" an Eigennamen gibt es manchmal auch heute noch.
zuletzt bearbeitet 30.07.2007 07:51 | nach oben springen

#13

RE: Die RSR und der "Normalbürger"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 01.08.2007 01:04
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Wenigstens wurden Kochem, Kalw, Koburg und Kastrop-Rauxel (letzteres preußisch) verschont. :-D

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#14

RE: Die RSR und der "Normalbürger"

in Aktivitäten zur Sprachpflege 05.08.2007 13:18
von Andrew • 162 Beiträge

Danke AndyOSW. Einige dieser Reformen scheinen sinnvoll zu sein (gewesen). Ich vermute, dass es, hätte es damals die Medien in der heutigen Form gegeben, genau so viele Diskussionen über diese Reform gegeben hätte wie heutzutage. Denn inwiefern die damalige Reformen doch sinnvoll waren, ist oder war sicher genau so bestritten wie bei neueren. Der Unterschied ist, dass jetzt keiner sich an die alten Regeln von vor 1901 Bescheid erinnert. Die allgemeine Frage, die man eigentlich immer und ohne Ende diskutieren könnte, ob eine Rechtschreibreform angeordnet werden sollte und sofort verwendet bzw. eingeführt werden sollte, bleibt.

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#15

Neue Fruchtbringende Gesellschaft

in Aktivitäten zur Sprachpflege 05.08.2007 14:08
von Ute E. • 110 Beiträge

Ich schlage vor, daß wir Grundsätzliches zur RSR in den dafür schon eingerichteten (oder noch einzurichtenden) Themenbereichen diskutieren. Hier ist das Thema die "Neue Fruchtbringende Gesellschaft". Meine Nebenbemerkung, sie biete bei ihrem Internetauftritt die Wahlmöglichkeit zwischen alter und neuer RS, sollte das Thema hier nicht zu einer Grundsatzdiskussion über Notwendigkeit, Rechtmäßigkeit, Vor- und Nachteile der RSR umlenken.

Wichtig und lobenswert ist die Offenheit der NFG, das Thema Rechtschreibung nicht auszuklammern, nicht zu verdammen, sondern sich auch ihm zu stellen, auch ihm eine Ecke zuzuweisen. Die NFG ist ja schließlich auch kein "Rechtschreibverein" (wie der Internetauftritt des VDS es für sich betont), sie hat auch - ähnlich dem VDS - andere Prioritäten. Aber sie leitet daraus keine Maulkorbpraxis ab. VDS-Mitglieder dürfen im eigenen Internetforum nicht über das reden, was in ihrer Vereinszeitung behandelt wird. Und das ist m. E. beispiellos.

Gibt es eigentlich neben dem VDS noch weitere Sprachvereine mit Diskussionsverboten?

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