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Fernsehtipp 18.08.2008, 22.45 Uhr - ZDFdokukanal - Die Option - Schicksalstage Südtirols

in Buch-, Radio- und Fernsehtipps 10.08.2008 16:18
von AndyOSW • 631 Beiträge

ZDFdokukanal - Die Option - Schicksalstage Südtirols
18.08.2008 22:45-23:15

Berlin, 23. Juni 1939. Im Amt der Geheimen Staatspolizei - der GESTAPO - treffen sich die Vertreter zweier Regierungen, um einen Vertrag zu unterzeichen, der Millionen von Menschen zum Schicksal werden wird. Ein Vertrag, der ein ganzes Land, ganze Dörfer, ganze Familien auf Jahrzehnte entzweit. Ein Vertrag, der Menschen in einem Grenzgebiet vor die grausame Wahl stellt, die eigene Heimat und die eigene Identität aufzugeben oder sich einem faschistischen Unterdrückungssystem zu ergeben. In Südtirol nennt man diesen Vertrag "Die Option". Es ist ein Vertrag, der in seinem Inhalt und seinen Auswirkungen die machtpolitischen Spiele und ideologische Brutalität zweier diktatorischer Regime widerspiegelt. Ein Vertrag, der Hitlers grausame Vertreibungs- und Umsiedlungspolitik vorwegnimmt und Ausblick auf die düsteren Realitäten ist, die Europa in folgenden Jahren zur erleiden hat. Die Geschichte der Option beginnt bereits unmittelbar nach den Ersten Weltkrieg: Im Friedensvertrag werden neue Grenzen für Europa gezogen - Südtirol fällt an Italien. Die heimatverbundenen, stolzen Südtiroler sind von nun an eine Minderheit im immer faschistischer werdenden Italien. In den 1920er Jahren verbieten die faschistischen Machthaber unter Benito Mussolini Bräuche, Trachten, Feste. Auch deutsch, ihre Muttersprache, wird generell verboten. Jahre der Unterdrückung und Qual brechen an - die Südtiroler sollen zu Italienern werden. Viele setzten große Hoffnungen in Adolf Hitler, vor allem als dieser 1938 den Anschluss Österreichs verkündet. Doch Hitler hat andere Pläne. Er will Mussolini als Bundesgenossen gewinnen und dafür ist ihm jedes Mittel recht. - Südtirol bleibt italienisch. Besiegelt wird dies im Vertrag zur Umsiedlung Südtirols, der am 23. Juni 1939 in Berlin unterzeichnet wird. Binnen eines halben Jahres müssen sich alle Südtiroler entscheiden, ob sie deutscher Staatsbürger werden wollen oder die italienische Staatsbürgerschaft behalten möchten. Eine Entscheidung, die Familien dauerhaft trennt, die zwischen "Optanten" und "Dableibern" wie die Südtiroler sie nennen, lebenslange Feindschaften begründen. Die leidvolle Geschichte Südtirols ist ein beinahe vergessenes Kapitel der jüngeren europäischen Vergangenheit. Es ist die Geschichte einer der ersten ethnischen Säuberungen des 20. Jahrhunderts, eine Geschichte von Unterdrückung, Vertreibung, Zwangsumsiedlung. Was bedeutet Heimat, was bedeutet die Muttersprache, was die persönliche Geschichte für die eigene Identität? Dies sind die zentralen Fragen der Dokumentation von Susanne Stenner. Die Autorin hat Menschen getroffen, die die Option selbst miterlebt und unter ihren Folgen gelitten haben - manch einer bis heute. Die beinahe vergessene Geschichte der gerade in Deutschland beliebten Urlaubsregion bekommt so ein Gesicht.

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