Hans Gutermann: Englisch als Muß?
Für Verwunderung sorgte dieser Tage die Präsidentin des Goethe-Institutes, Jutta Limbach. Die Präsidentin des Institutes, das für die Förderung der Deutschen Sprache - auch außerhalb Deutschlands - sorgen soll, forderte in der Osnabrücker Zeitung: „Deutsche Untertitelungen fremdsprachiger und auch deutschsprachiger Kinder-Sendungen sind sinnvoll. Sehgewohnheiten ändern sich beständig. Das Fernsehen könnte aktiv daran mitwirken, indem es attraktive fremdsprachige Kinderfilme mit deutschen Untertiteln präsentiert.“ Berechtigter Grund an ihren Befähigungen als Präsidentin zu Zweifeln?
Nun ja, die Verunstaltung der Deutschen Sprache, immerhin eine der schwersten zu erlernenden, mit Englischen Modewörtern, genannte Anglizismen, nimmt wahrlich mitunter kroteske Formen an, wie man an verschiedenen Werbesprüchen am besten sehen kann. Aber ist die Forderung nach dem Erlernen einer zweiten Sprache von Kindesbeinen an wirklich so ablehnenswert?
In Skandinavien gehört es zur Normalität, daß ausländische Sendungen, meist aus dem englischsprachigen Raum, nicht übersetzt werden. Sie werden in Englisch ausgestrahlt und mit den Untertiteln der jeweiligen Landessprache unterlegt. Dies geschieht auch bei Kinderfilmen bzw. Trickfilmen. Die Skandinavier können so bei ihrer Einschulung bereits ein passables Englisch sprechen, was nur noch perfektioniert werden muß. Dem Lernen der jeweiligen Muttersprache tut das indessen keinen Abbruch. In Finnland beispielsweise lernen die Schüler von Beginn an drei Sprachen. Neben der Muttersprache Finnisch, lernen sie auch noch die zweite Landessprache Schwedisch und Englisch. Hinzu kommt, bei Gefallen, auch noch Russisch oder Spanisch. Probleme bereitet das den Mädels und Jungs im Norden keine, vor allem wenn man bedenkt, daß Finnisch nicht zu germanischen Sprachfamilie, sondern zur finnisch-ugrischen gehört und grundlegend anders ist als Englisch, Schwedisch oder Deutsch.
Man sollte daher im Ausstrahlen englischsprachiger Trickfilme nicht gleich die organisierte Vernichtung der Deutschen Sprache sehen, sondern eine Chance auf Weiterentwicklung der Kinder. Der Unterschied besteht in der Vermittlung der Ansicht, daß die eigentliche Muttersprache eben das Deutsche ist, was es zu pflegen gilt. Dazu gehört auch das weitgehende Vermeiden von, meist sinnlosen, Anglizismen oder Modewörtern wie zum Beispiel Handy. Vermittelt man unseren Jüngsten nun aber die Einsicht, daß Deutsch zu sprechen als Deutscher primär ist, dann ist auch intensiver Unterricht in Englisch kein Problem mehr. Diese Einsicht muß aber auch bei den Politikern der etablierten Blockparteien da sein. Und da mangelt es bekanntlich an Einsehen.
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http://www.sachsenpublizistik.de/inhalt_detail-20-1.html (Internetseiten der schwarz-weiß-roten Jungen Nationaldemokraten - LV Sachsen), Hans Gutermann ist einer der Redakteure dieses Blattes
http://www.deutsche-sprachwelt.de/nachri...tail.php?id=493 (auf dieser Meldung basiert obiger Kommentar)