#1

Gedenke dem Genitiv!

in F r e i s t i l 13.11.2008 02:59
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte
Fundstück bei "GMX"

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Frankreich gedenkt dem Ende des Ersten Weltkrieges

In Frankreich wird heute dem 90. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkrieges gedacht.

Die Hauptveranstaltung mit Präsident Nicolas Sarkozy, EU-Kommissionspräsident José-Manuel Barroso und weiteren ausländischen Gästen findet in der Gedenkstätte Douaumont in Lothringen statt. Deutschland wird durch Bundesratspräsident Peter Müller (CDU) vertreten.

Das Beinhaus von Douaumont erinnert an 300.000 französische und deutsche Soldaten, die bei der Schlacht um Verdun 1916 getötet wurden. In der Gedenkstätte hatten der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und der französische Staatschef Francois Mitterrand 1984 als Zeichen der Versöhnung beider Völker Hand in Hand der Toten der Weltkriege gedacht.

© AFP


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Dann aber bitte auch konsequent falsch: "... hatten den Toten der Weltkriege gedacht."
zuletzt bearbeitet 13.11.2008 03:06 | nach oben springen

#2

RE: Gedenke dem Genitiv!

in F r e i s t i l 13.11.2008 09:06
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte
Aus dem gleichen Portal:

Federline spricht über Jaydens Krankenhausaufenthalt

Kevin Federline hat die Geistesgegenwart seiner Ex-Frau Britney Spears gelobt, nachdem ihr Sohn nach einer allergischen Reaktion ins Krankenhaus eingewiesen wurde.

Der zweijährige Jayden James war am Sonntag im Familienzuhause der Popsängerin in Kentwood, Louisiana, zusammengebrochen und Ärzte stellten fest, dass er eine Reaktion auf etwas hatte, dass "er zu sich genommen hatte". Am Montagabend konnte Spears den Jungen wieder mit nach Hause nehmen - und Federline freut sich über die schnelle medizinische Behandlung des Jungen.

Ein Sprecher Federlines: "Ich denke, was immer es ist, eine Lebensmittelallergie oder etwas anderes, wir wissen es noch nicht. Wir freuen uns, dass jemand gewahr genug war, zu sehen, dass er eine Art von Reaktion hatte, und zu tun, was nötig war, um sicherzugehen, dass keine Risiken eingegangen wurden, und Jayden in die entsprechende Einrichtung brachte und er rechtzeitig untersucht wurde."

Der Sprecher fügte hinzu, dass Federline keine augenblicklichen Pläne hat, die Gerichte einzubringen und eine Untersuchung zu fordern, was schief lief:

"Wir werden jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ich erwarte nicht, dass es eine Anhörung geben wird. Ich erwarte, dass Kevin und Britney als besorgte Eltern Informationen austauschen und sich überzeugen, dass das, was passierte, ein außergewöhnliches Ereignis war, und tun, was zu tun ist, um sicherzugehen, dass es nicht wieder passiert.

Kevin dachte darüber nach, nach Louisiana zu fahren, aber die Information, die wir hatten, war, dass Jayden bereits entlassen war. Die Kinder werden in Kürze wieder bei Kevin sein, noch nicht." Der Junge ist jetzt auf dem Weg der Besserung - gestern war Spears mit ihm und ihrer Schwester Jamie Lynn auf einer Alligatorfarm.

© WENN
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Kommentar von "lollipop" aus dem angeschlossenen Forum: "vermutlich spart web.de/gmx mittlerweile sogar die 3 euro für 14-jährige redaktionspraktikanten und veröffentlicht einfach die google-übersetzung des originals aus der amerikanischen klatschpresse..."
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Wahrscheinlich hat aber United Internet überhaupt keinen Übersetzer angestellt. Wie kommen solch grausiger Ausdruck und diese Kommamonster-Sätze zustande?
zuletzt bearbeitet 13.11.2008 09:06 | nach oben springen

#3

RE: Gedenke dem Genitiv!

in F r e i s t i l 13.11.2008 14:22
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte
Oh mein Gott! Was tat dieser Journalist tun? Die Worte Federlines kopiert habend, pastetete er den Text in Babelfisch, die Übersetzungen nicht überprüfend und wörtlich übernehmend. Ich bin geschockt.

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Eine halbwegs sichere Beherrschung der eigenen Sprache ist heute keine Bedingung mehr für eine journalistische Laufbahn. Man schaue sich auch die Seiten der Tagesschau an.
Auch dort findet man regelmäßig alle möglichen Fehler in den Bereichen Interpunktion, Rechtschreibung und Grammatik. Das meiste allerdings sind einfache Tippfehler.

Wer ohne Fehl ist, werfe den ersten Stein? Ich kann mir keinen Korrekturleser leisten.
Muß alles selber machen.
zuletzt bearbeitet 13.11.2008 14:39 | nach oben springen

#4

RE: Gedenke dem Genitiv!

in F r e i s t i l 14.11.2008 09:15
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte

Tippfehler sind ja noch halbwegs entschuldbar, aber dieser "umgepflügte Acker", der einen ganzen Text unverständlich macht? Das ist Schlamperei oder Desinteresse oder beides.

Einer Schülerseite, die handwerklich nicht ausgereift ist, kann ich derartiges nachsehen. Aber einem börsennotierten Unternehmen, das seine Meldungen in drei (!) Portalen zeitgleich veröffentlicht, kann ich es nicht.

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#5

RE: Gedenke dem Genitiv!

in F r e i s t i l 14.11.2008 14:32
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte

Als sie die Lektoren entließen (Entschuldigung, freisetzten), stieg der Kurs um 7%.

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#6

RE: Gedenke dem Genitiv!

in F r e i s t i l 14.11.2008 23:09
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte
Nicht nur die Lektoren wurden gegen Praktikanten ausgetauscht, auch Übersetzer oder zumindest Fremdsprachkundige mussten dran glauben. Hier ein (relativ) aktuelles Beispiel aus dem Online-Portal einer hochauflagigen deutschen Tageszeitung: Bild.de lässt Obama nach Hause telefonier'n.
zuletzt bearbeitet 14.11.2008 23:10 | nach oben springen

#7

RE: Gedenke dem Genitiv!

in F r e i s t i l 15.11.2008 00:00
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte

"How alienating."

Es sind finstere Zeiten für Geisteswissenschaftler.

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#8

RE: Gedenke dem Genitiv!

in F r e i s t i l 15.11.2008 00:24
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte

Zitat von Schamane
Es sind finstere Zeiten für Geisteswissenschaftler.
Erinnert mich irgendwie an das Mittelalter. Fehlen nur noch Hexen- und Bücherverbrennungen...

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#9

RE: Gedenke dem Genitiv!

in F r e i s t i l 23.01.2009 23:46
von David-Isaak G. • 11 Beiträge | 11 Punkte

Zitat von AndyOSW
Tippfehler sind ja noch halbwegs entschuldbar, aber dieser "umgepflügte Acker", der einen ganzen Text unverständlich macht? Das ist Schlamperei oder Desinteresse oder beides.

Sogar Nachrichtenagenturen sparen sich den Lektor. Deswegen gibt es diesen vielen Wortmüll und diese vielen falschen Übersetzungen aus dem amerikenglischen. Wie zum Bsp. "Billion", die im Deutschen nur eine "Milliarde" ist. Und da gibt es zahlreiche analoge false friends.

In Antwort auf:
Einer Schülerseite, die handwerklich nicht ausgereift ist, kann ich derartiges nachsehen. Aber einem börsennotierten Unternehmen, das seine Meldungen in drei (!) Portalen zeitgleich veröffentlicht, kann ich es nicht.
Kauf keine Aktien von dem Unternehmen und sag deiner Bank, warum du keine Aktien von denen kaufst und schreib das hier und als Leserbrief in Tageszeitung. Macht Einfluss.

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