#1

an weinachten

in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 25.11.2008 16:08
von knospe1 • 2 Beiträge

hallo,
meine frage lautet:
ich lebe in berlin und ich höre öfter wie leute sagen: " an weinachten, an ostern u.s.w.". ist das nur in einem bestimmten dialekt
möglich. ist es im deutschen gestattet, d.h. richtiges deutsch?
dank im voraus.
M.f.G. knospe

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#2

RE: an weinachten

in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 25.11.2008 18:42
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Hallo knospe,

Weihnachten schreibt man mit h. Es ist die geweihte Nacht, von Weihe, vgl. Weihrauch, Weihwasser usw.
Nichts für ungut.

Aber nun endlich zu Ihrer Frage:

Die Wendung "an Weihnachten" scheint mir auch dialektgebunden, obwohl man es nicht nur in Berlin so hört. Korrekt hochdeutsch muß es jedenfalls "zu Weihnachten", "zu Ostern" usw. heißen. Mit "an" ist es auf keinen Fall Schriftdeutsch.
zuletzt bearbeitet 25.11.2008 20:41 | nach oben springen

#3

RE: an weinachten

in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 25.11.2008 23:12
von AndyOSW • 631 Beiträge

Hallo knospe1,

ich tippe bei den Formulierungen "an Weihnachten", "an Ostern" usw. auch eher auf Dialekte. Es klingt für mich eher süddeutsch.

Auch ein gewisser "Zwiebelfisch" hatte dazu schon einmal eine Kolumne verfasst:

Zitat von Zwiebelfisch
Der Gebrauch der Präposition in Verbindung mit Festtagen ist regional verschieden. "An Weihnachten" sagt man vor allem in Süddeutschland, während in Norddeutschland "zu Weihnachten" gebräuchlich ist. Wie so oft gibt es in dieser Frage kein "richtig" oder "falsch", sondern bloß ein "hier" und "dort".

In einigen Gegenden wird sogar die Präposition "auf" verwendet werden: da trifft man sich auf Ostern und sieht sich auf Pfingsten wieder. Dies ist aber nicht standardsprachlich.

Zur saubersten hochdeutschen Lösung gelangt man ganz einfach durch Verzicht auf jedwede Präposition. Denn ehe man sich lange darüber streitet, ob man sich an Weihnachten, zu Weihnachten oder womöglich auf Weihnachten etwas schenken soll, schenkt man sich am besten Weihnachten etwas.

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#4

RE: an weinachten

in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 26.11.2008 00:27
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Ich bleibe dabei: "an Weihnachten" ist kein Hochdeutsch.

Des weiteren:

(Zu) Weihnachten haben wir unsere Tante besucht.
Wir haben (zu) Weihnachten unsere Tante besucht.

Mit "zu" klingt es besser und flüssiger und ohne "zu" eher abgehackt und unvollständig. Egal, was der Sick dazu meint.

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#5

RE: an weinachten

in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 26.11.2008 10:23
von knospe1 • 2 Beiträge

hallo,
zu o.g. thema habe ich noch etwas: ich habe herausbekommen,daß man in NRW " an weihnachten" sagt. meine frau fragt sich, in welchen
bundesländern noch. etwa in bayern auch? ich stehe auf dem standpunkt, daß wir nicht alle gleich sprechen. das ist auch gut so.
aber in der schriftsprache wird es doch regeln geben.
p.s. in der schreibweise von weihnachten ist mir ein fehler unterlaufen. aber vielen dank für die erinnerung an " weihe ".
immer, wenn ich "weihnachten" schreibe, werde ich mich daran erinnern.
M.f.G. knospe

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#6

RE: an weinachten

in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 26.11.2008 16:18
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Ich bin aus NRW (Dortmund) und habe auch schon des öfteren die Formulierung mit "an" gehört.

An der Ruhr ist es jedoch nicht typisch. Hier hält man sich eher an den Sick-Vorschlag, also ganz ohne Präposition. Kostproben:

- Watt machse Weihnachten?
- Weihnachten gehn wa bei de Omma.


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#7

RE: an weinachten

in Rechtschreibung, Grammatik, Stilfragen 27.11.2008 15:23
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Schamane, der Sicksche Vorschlag läuft auf die Sprache der Idioten hinaus, auf Türkdeutsch, um genau zu sein.

Der „Verzicht auf jedwede Präposition“ ist dumm und dämlich. Wenn ich jemanden auf Schwyzerdütsch fragen würde: „Was mach’sch Wiehnacht?“, dann würde er mich für einen Sprachbehinderten halten. Würde ich ihn dagegen fragen: „Was mach’sch a de Wiehnacht?“, dann müßte er nicht erst ein langes Gesicht machen, um mir dann zu antworten. ‚An‘ und ‚zu‘: beides höre und hörte ich. Gelesen aber hatte ich noch nirgends ‚an‘.

Gruß von Fritz-Franz
zuletzt bearbeitet 27.11.2008 20:10 | nach oben springen


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