#1

Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 24.11.2009 23:31
von Flora • 3 Beiträge | 3 Punkte

Huhu Foris,

was mich in der Schule extremst stört, ist die Tatsache, dass wir 2 Unterrichtsstunden in der Woche Deutschunterricht- dafür aber 4 Unterrichtsstunden in der Woche Englischunterricht haben. Klar wird im späteren Berufs- und Ausbildungsleben immer mehr Englisch gebraucht, weil es eben eine 'Weltsprache' ist. Allerdings macht es (finde ich) ebenso keinen guten Eindruck in den Bewerbungsunterlagen, wenn man zwar in Englisch eine 2 im Zeugnis- dafür aber in Deutsch z.B. eine 4 stehen hat und nicht einmal einen ordentlichen- und fehlerfreien deutschen Satz auf die Reihe bekommt. Englisch als 'Weltsprache' ist ja schön und gut, aber in Deutschland sollte man (finde ich) erst einmal schauen, dass man die Haupt- und Muttersprache des Landes entsprechend fördert, ausbaut und unterrichtet, bevor man sein Augenmerk auf Fremdsprachen legt.

Wie seht ihr das?

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#2

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 24.11.2009 23:38
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte

Hallo Flora, ich sehe das ziemlich ähnlich.

Zwar sind Kenntnisse in der Weltsprache Englisch heute unerläßlich, aber die einigermaßen sichere Beherrschung der Muttersprache ist die Grundlage für alles weitere. Wer seine Muttersprache nur radebrechen kann, wird sich auch in Fremdsprachen nicht zurechtfinden.


zuletzt bearbeitet 24.11.2009 23:40 | nach oben springen

#3

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 25.11.2009 08:16
von Fritz-Franz • 675 Beiträge | 675 Punkte

Liebe Flora!

Englisch als Geschäftssprache wird meiner Meinung nach überschätzt. In meinem ziemlich großen Bekanntenkreis sind nur wenige, die aus beruflichen Gründen auf diese ‚Weltsprache‘ angewiesen sind. Sie arbeiten bei Roche oder Novartis.

Gruß von Fritz-Franz

P.S.: Meine jüngste Tochter heißt auch Flora.

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#4

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 25.11.2009 16:16
von AndyOSW • 631 Beiträge | 631 Punkte

Willkommen, Flora!

In welche Klasse gehen Sie denn?

Zu meiner Zeit hatten wir ab der siebten Klasse 2 Wochenstunden Englisch (freiwillig, manche Schulen lehrten auch Französisch), etwa 6 Wochenstunden Russisch (obligatorisch), dafür aber keinen Deutsch- eher einen Literaturunterricht (4 Wochenstunden, wenn ich nicht irre). Rechtschreibung/Grammatik (in Deutsch) wurde nicht mehr explizit gelehrt, aber bei Aufsätzen immer noch bewertet. Diese Verteilung für die Oberstufe hat meines Wissens nicht geschadet.

Obiges galt übrigens für die "normale" Oberschule, für die Erweiterte Oberschule (dem Gymnasium vergleichbar) habe ich keine Zahlen.

Grüße von Andy aus OSW

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#5

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 25.11.2009 22:44
von Flora • 3 Beiträge | 3 Punkte

Guten Abend allerseits :)

Bei mir fing es 'schon' in der Grundschule mit Französisch an. Dis ist in Sachen 'Fremdsprache' bis heute noch meine Lieblingssprache, allerdings kam sie, außer in der Grundschule, bei mir nie wieder in der Schule vor. Ab der 5. Klasse begann es bei mir dann mit Englisch, wo hingegen diejenigen, die anstatt Französisch- Englisch in der Grundschule hatten (was damals eher üblich war) entsprechend dann auch Vorteile hatten.

Ich schätze mal, dass es ab höheren Klassenstufen einfach als 'Grundvoraussetzung' erwartet wird, dass man die deutsche Sprache entsprechend angemessen in Wort und -Schrift beherrscht und es somit nicht mehr nötig sein müsste, Grundkentnisse in diesem Fach zu wiederholen. Allerdings machte ich bisher immer die Erfahrung, dass sogar bei 'Urdeutschen' Staatsbürgern häufig gravirende Mängel der deutschen Sprache (häufig in Schriftform) vorhanden sind.

Zur Zeit bin ich in einer weiterführenden- kaufmännischen Schule. Ab der Grundschule an gerechnet bin ich somit in der 14. Klasse. Und ja, sogar in dieser Klasse schlage ich häufig die Hände über dem Kopf zusammen, wie 'grausam' die Deutschkentnisse meiner Klassenkameraden sind, wobei ich mich bei den 'einfachen' Dingen, die wir im Deutschunterricht durchnehmen, sogar noch gelangweilt- und unterfordert fühle und trotzdem hat der Großteil der Klasse (von 31 Schülern sind höchstens 5 Ausländer) deutliche Anstrengungen, zum Beispiel einfach nur einen Text korrekt in Futur II umzuschreiben.

Wobei ja aber die Schüler auch nicht wirklich etwas dafür können, wenn auf Grund mangelnden Deutschunterrichts die entsprechenden Grundkentisse einfach nicht ausreichend übermittelt werden (können).

Ps. wer möchte, kann mich auch gerne duzen! :) LG


zuletzt bearbeitet 25.11.2009 22:45 | nach oben springen

#6

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 26.11.2009 13:38
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte

Hallo Flora, für jetzt nur zwei Anmerkungen.

1.
Ich glaube, daß 95% der Bevölkerung die größten Schwierigkeiten damit hätten, einen Text ins Futur II umzusetzen. Das Futur II ist schließlich eine äußerst sperrige Zeitform, die man, wenn überhaupt, nur sehr selten angewendet haben wird. Also werde ich da einmal Nachsicht gehabt haben.

2.
Ich will Dir aber gerne zugestehen, daß Deine Fähigkeiten im Schriftdeutschen sehr weit über dem Durchschnitt nicht nur Deiner Altersgruppe, sondern der gesamten deutschsprachigen Bevölkerung stehen. Aufrichtiges Kompliment.



zuletzt bearbeitet 26.11.2009 13:39 | nach oben springen

#7

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 26.11.2009 14:56
von Flora • 3 Beiträge | 3 Punkte

Hallo Schamane,

das schmeichelt mir natürlich nun total, aber wie kommst du denn darauf, dass meine 'Fähigkeiten im Schriftdeutschen sehr weit über dem Durchschnitt nicht nur meiner Altersgruppe, sondern der gesamten deutschsprachigen Bevölkerung' sind? Natürlich kann ich mich sehr gewandt- und gewählt ausdrücken und 'spiele' so zusagen mit den Worten. Auch schreibe ich privat in meiner Freizeit oft und gerne. Aber das würde doch noch lange nicht heißen, dass ich im Durchnschnitt so weit über der deutschen Bevölkerung liegen würde, oder doch?

Eine alternative Möglichkeit wäre aber auch, dass ich auf 'normalem' Level bin und einfach nur der großteil der deutschen Bevölkerung gehörig nachgelassen hat, was ihr Schriftdeutsch betrifft ;)

Liebe Grüße, Flora


_________________________________
Lerne, mit den Wörtern zu spielen
und du wirst merken, dass deine
Texte leben werden.

zuletzt bearbeitet 26.11.2009 14:56 | nach oben springen

#8

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 01.12.2009 23:10
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte

Zitat von Flora
Hallo Schamane,

Eine alternative Möglichkeit wäre aber auch, dass ich auf 'normalem' Level bin und einfach nur der großteil der deutschen Bevölkerung gehörig nachgelassen hat, was ihr Schriftdeutsch betrifft ;)



Das ganz bestimmt. Die Grundlagen werden im Deutschunterricht nicht mehr vermittelt, und da, wo dieser Unterricht auf zwei Stunden in der Woche zusammengestrichen wird, kann man dafür nicht den Lehrern den Vorwurf machen. Die stehen zwischen allen Fronten und werden eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, in der auf schriftliche Sprachbeherrschung kein Wert mehr gelegt wird, alleine nicht aufhalten.

Beim Internet bin ich mir nicht ganz sicher. Bevor Hinz und Kunz die technische Möglichkeit gegeben war, sich schriftlich im Netz zu verewigen, dürfte es auch genug Leute mit defizitärer Rechtschreibung gegeben haben, nur mußte da seinerzeit nicht die halbe Welt mitlesen. Es ist auch nicht jeder zur Sprach- oder Rechtschreibkoryphäe geboren, und das schmälert den Wert eines Menschen auch nicht. Da kann und soll man über vieles hinwegsehen.

Nur wenn die publizistische Zunft, also Menschen, die beruflich mit Sprache zu tun haben, nicht mehr imstande ist, ihre Druck- und Netzerzeugnisse frei von wirklich groben Schnitzern zu halten, dann geht mir das jedesmal ganz furchtbar gegen den Strich. Zeitungen und Netzportale fließen heute vor Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so über, und das finde ich, Pedanterie hin, Kleinkariertheit her, eine institutionelle Schlamperei vor dem Herrn. So etwa im Forum der WAZ-Gruppe, "Der Westen", in der selbst die Administratoren einen "Thread" nicht von einem "Threat" unterscheiden können. Bedrohlich, so etwas - schließlich reden wir hier von Absolventen geisteswissenschaftlicher Fakultäten.

Ist mehr und besserer Deutschunterricht vonnöten? Ganz ohne Zweifel. Besteht Hoffnung? Nicht, solange die Lehrer auf ihrem verlorenen Posten weder auf die Politik noch auf die Gesellschaft zählen können.

Deshalb gehe ich davon aus, daß es in Zukunft nur noch schlimmer werden kann. Und deshalb freue ich mich auch jedesmal, Menschen gleich welchen Alters zu begegnen, denen ein vorzeigbares Schriftdeutsch noch etwas wert ist. Wie fühlt sich das eigentlich an, mit Anfang 20 schon ein Dinosaurier zu sein?


zuletzt bearbeitet 01.12.2009 23:16 | nach oben springen

#9

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 05.06.2010 16:09
von Gernot Klein • 18 Beiträge | 18 Punkte

Mich wundert's naemlich, warum, wenn Englisch als Weltsprache 1 gilt, nicht nur als erste, ja bevorzugte, Fremdsprache in Deutschland seit eh u. je, es nicht mehr englische Muttersprachler gibt, die an Realschulen und Gymnasien Englischkurse unterrichten.


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#10

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 06.06.2010 00:51
von Fritz-Franz • 675 Beiträge | 675 Punkte

Einen solch verworrenen Satz hätte ich nicht schreiben können. – Empfange deshalb, hochgeschätzter Gernot, von mir die höchste Auszeichnung, die ich zu vergeben habe: meine ehrliche und abgrundtiefe Verachtung.

Gruß von Fritz-Franz
(Nullsprachler)


zuletzt bearbeitet 06.06.2010 00:59 | nach oben springen

#11

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 06.06.2010 15:21
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte

Bloß, weil der Satz ein wenig verschachtelt ist?

Haben wir im Leben noch nie einen verschachtelten Satz geschrieben? Ich jedenfalls so einige.

Zur Aussage: Gernots Verwunderung darüber, daß nicht mehr Muttersprachler als Fremdsprachenlehrer eingesetzt werden, halte ich für berechtigt. Vielleicht hat's mit dem Beamtenstatus zu tun?


zuletzt bearbeitet 06.06.2010 15:31 | nach oben springen

#12

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 06.06.2010 21:34
von Gernot Klein • 18 Beiträge | 18 Punkte

Tja, schon wieder Mal "dem (stinkfaulen, verkrusteten!!!) Beamtentum."

Warum denn? Was schulden aber unsere Eltern diesen deutschen Beamten, die oft nur auf der faulen Haut sitzen und nichts tun, ausser dumm 'rumzustehen und die Daumen zu drehen?? Sorry, deine Erklaerung ist nicht einmal stichhaltig. Und deshalb auf Generationen von Schuelern radebrechende deutsche Englischlehrer loslassen, allein des Beamtentums wegen??!

Bitte, Schamane komm doch 'runter von den Palmen!


zuletzt bearbeitet 06.06.2010 21:39 | nach oben springen

#13

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 06.06.2010 21:38
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte

Lieber Gernot, ich habe in keiner Weise über Beamte hergezogen.

Was ich meine, ist dies: wie hoch sind die Hürden für beispielsweise einen Kanadier, sich in Deutschland als Lehrer verbeamten zu lassen?

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#14

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 06.06.2010 21:42
von Gernot Klein • 18 Beiträge | 18 Punkte

Das weiss ich nicht. Im Prinzip interessiert's mich auch nicht, muss ich sagen. Es geht m.e. eher um Standards, nicht um den verewigten Beamtenstatus. Klar, wollten die ihre schoenen fetten Pfruende behalten. Was aber sagt das ueber die Qualitaet des Englischunterrichts in Deutschland?? Dies ist eben meine Rede:-)


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#15

RE: Unterricht -> Deutsch vs. Englisch

in F r e i s t i l 06.06.2010 21:58
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge | 1013 Punkte

Ob Englischunterricht von beamteten oder nichtbeamteten Personen erteilt wird, sagt erst einmal gar nichts über die Qualität des erteilten Unterrichts aus.

Auch ein Muttersprachler kann durchaus einen grottenschlechten Unterricht abliefern - das beweist u.a. der eine oder andere Deutschlehrer. (Und nein, damit ist nicht die Masse der Deutschlehrer gemeint, sondern eine kleine Minderheit.)

Das beweist dann auch auch der eine oder andere Englischlehrer in England, der seine eigene Muttersprache nicht fehlerfrei zu schreiben imstande ist. (Habe einen 14jährigen in der Schule.)

Was also macht guten Unterricht aus: Fachkompetenz plus didaktisches Geschick plus pädagogisches Talent. Wir sehen: Lehrer ist ein anspruchsvoller Beruf. Und undankbar obendrein.

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