#1

Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 18.07.2010 09:46
von AndyOSW • 631 Beiträge

Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

Wir lesen ein Buch und tauchen als eine andere Person aus der Lektüre wieder auf. Maryanne Wolf beobachtet das Gehirn beim Lesen.

Machiavelli ließ für zwei Personen decken, wenn er sich mit einem Buch zu Tisch setzte. Man sagt, er habe sich dazu gern auch im Stil gekleidet, der zum Autor des Werkes passte. Ein Luxus – nicht nur die Vorbereitungen für das fürstliche Diner, sondern auch das Lesen selbst. Die Erhaltung unserer Art wäre vermutlich nicht bedroht, falls wir es aus dem Repertoire unserer Verhaltensweisen streichen sollten. Und doch würde uns etwas fehlen.

Zugegeben: Wir wurden nicht als Leseratten geboren. Mit einem eigenen Gen dafür sind wir nicht ausgestattet. „Für die einzelnen Hirnfunktionen, die am komplexen Vorgang des Lesens beteiligt sind, sind eine ganze Reihe von Genen zuständig“, sagt Maryanne Wolf, die das Zentrum für Lese- und Sprachforschung an der Tufts-Universität in Boston leitet. Das Lesen ist das Lebensthema der Spezialistin für kindliche Gehirnentwicklung. In ihrem Buch „Das lesende Gehirn“ (Spektrum Akademischer Verlag, 26 Euro 95) hat sie ihre Erkenntnisse zusammengefasst – als passende Lektüre für alle Eltern von Schulanfängern, die sich nach den großen Ferien dem Abenteuer der Alphabetisierung zuwenden.

Eine geistige Zuflucht sei das Lesen, schrieb Marcel Proust, die dem Menschen Zuflucht zu Tausenden von verschiedenen Wirklichkeiten biete. „Wir tauchen als eine andere Person aus diesem Prozess wieder auf“, ergänzte Wolf kürzlich bei einem Auftritt in Berlin.

Im englischen Original trägt ihr Buch einen poetischen Titel, der zu dieser Erkenntnis passt: „Proust and the Squid“, Proust und der Tintenfisch. Steht Proust für die fiktiven Welten, die das Lesen eröffnet, so steht der Tintenfisch für die Hirnforschung, denn in deren frühen Phasen war das Meerestier mit seinen langen Nervenfasern ein wichtiger Modellorganismus.

Wenn der Mensch lesen lernt, gehen in seinem Gehirn gewaltige Um- und Anbaumaßnahmen vor sich. Um zu erklären, was dabei passiert, stützt sich Wolf auf den Hirnforscher Stanislas Dehaene, der vom neuronalen Recycling spricht. Wir nutzen dabei die angestammte und von alters her dringend gebrauchte Fähigkeit unserer Gehirne, Gegenstände zu repräsentieren, wir münzen sie nur auf Symbole um. Unser Gehirn kann lesen lernen, weil es in der Lage ist, neue Verbindungen zwischen Schaltkreisen und Strukturen herzustellen, die ursprünglich für lebenswichtige Prozesse wie das Sehen oder auch das Sprechen zuständig waren. Im Lauf der Zeit spezialisieren sich ganze Gruppen von Nervenzellen, der Prozess läuft automatisch ab.

Das ist wichtig, denn nur wenn es schnell geht, nur wenn die Schriftzeichen in Windeseile und ganz automatisch mit einem Laut verbunden und zu Wörtern zusammengesetzt werden, bilden sich die begehrten Bedeutungen. Nur dann macht Lesen Spaß. „Man hat 100 bis 200 Millisekunden Zeit, um zu verstehen, was ein Wort ist“, sagt Wolf. Kein Wunder, wenn Leseanfänger noch keine Zusammenhänge erfassen: Sie sind zu sehr mit dem Vorgang des Lesens selbst beschäftigt. Wenn das allmählich besser wird, ehe sie den Mut verlieren, ist alles gut. „Beim Übergang vom korrekten Entziffern zum fließenden Lesen benötigt ein Kind oft von Herzen kommende Ermunterung von Lehrern, Betreuern und Eltern, um sich an anspruchsvolle Lektüre zu wagen.“

Alles beginnt dabei schon weit vor dem ersten Schultag, „in den 2000 Tagen, die das Gehirn eines kleinen Kindes auf das Lesenlernen vorbereiten“. Tage, in denen sie Sprache hören, sprechen lernen, vorgelesen bekommen, Erfahrungen mit Reimen und Sprachspielen sammeln, erste Buchstaben malen. „Lesen ergibt sich nie einfach nur so“, sagt Wolf. Die Ungerechtigkeit besteht vor allem bei der frühen Förderung.

30 bis 40 Prozent der Viertklässler in den USA lernen nicht, wirklich flüssig zu lesen. Eine niederschmetternde Zahl ist das schon deshalb, weil wenig später alle voraussetzen, dass das Kind lesen kann. Es wird in den höheren Schulklassen nicht mehr gelehrt, es ist Mittel zum Zweck geworden. Auch Kinder mit einer Leseschwäche, die das Pensum später aufholen, haben dann oft eine Geschichte von Demütigungen hinter sich.

„Was mich und meine Kollegen in der Legasthenieforschung frustriert, ist, dass dieser Kreislauf des Misserfolgs großenteils vermeidbar wäre“, schreibt Wolf. Dazu ist es nötig, schon bei Kindergartenkindern Besonderheiten zu erkennen, ehe daraus Probleme entstehen. Wolf erläutert genau, welche Vorgänge im Gehirn von Menschen anders ablaufen können, die sich beim Lesen schwer tun. Es gibt zeitliche Verzögerungen bei jedem Verarbeitungsschritt, vom visuellen Erkennen der Buchstaben bis zur Verarbeitung von Bedeutungen, es werden in einigen Fällen wohl aber auch andere, untypische und vor allem weniger effektive Leseschaltkreise im Gehirn angelegt.

„Die“ Legasthenie gibt es nicht. „Es wird nie eine einzige Hypothese geben, die alle möglichen Formen von Leseschwächen, insbesondere über mehrere Sprachen hinweg, erklären kann.“ Denn nicht zuletzt entscheiden Charakteristika der jeweiligen Landessprache darüber, an welcher Stelle Lese-Neulinge am ehesten Probleme bekommen werden. Auf all diese Unterschiede muss die Förderung sich einstellen, wenn sie wirken soll. Wo die Rechtschreibung relativ verständlich ist, wie etwa im Deutschen oder im Italienischen, ist weniger das Entziffern einzelner Wörter schwierig als das zusammenhängende, flüssige Lesen ganzer Texte.

Das aber ist es, worauf alles hinausläuft: Lesen, und dabei etwas aufnehmen, das als Bereicherung empfunden wird. Zuallererst sind das Informationen über die reale Welt. Als Bestandteil unserer Schriftkultur werden hier die elektronischen Medien immer wichtiger.

Maryanne Wolf macht sich denn auch keine Sorgen, dass die Menschheit so schnell das Lesen wieder verlernen könnte. Lese-Neulinge, die von Anfang an mehr in der digitalen Welt zu Hause sind als in der der Bücher, könnten ihrer Ansicht jedoch das deep reading verpassen, das tiefe Eintauchen in eine Welt der Buchstaben, deren Code wir knacken müssen, um mit dem Zugang zu anderen Welten belohnt zu werden. Dazu gehört in ihren Augen Zeit und Geduld.

Kein Lese-Gen sichert, dass unsere Nachkommen sich die nötige Muße nehmen werden. Falls sie sich zu Unrecht Sorgen mache, sei das wunderbar, sagte die engagierte Professorin in Berlin. „Ich mag mich irren, aber sicherheitshalber tue ich das lieber laut.“ Wolf plädiert dafür, ein Repertoire von Kulturtechniken aufzustellen, das wir der nächsten Generation unbedingt übermitteln wollen. Dafür sei es jetzt höchste Zeit. „Nie zuvor hat man die komplexe Schönheit des Lesevorgangs und die Vielfalt der damit verbundenen Leistungen wissenschaftlich so gut durchschaut wie heute. Und noch nie lief das Lesen so sehr Gefahr, von anderen Kommunikationsformen ersetzt zu werden.“

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#2

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 07.08.2010 12:36
von Dorftrottel • 32 Beiträge

Brutale Verwirrung! Lesen ist keine Kommunikationsform. commun-ic-are (lat.) heißt gemein machen. Das ist ein Austauschvorgang zwischen zwei Anwesenden. Überall heißt es heute, die Partei hat dies und das kommuniziert, etwas wird vom Management kommuniziert. Völliger Quatsch. Der Parteisprecher hat etwas mitgeteilt oder veröffentlicht. Das Management macht bekannt. Da ist ja kein Gegenüber in einem Gespräch.

Komplexe Schönheit des Lesevorgangs? Meine Nerven, da ist aber jemand in seine wissenschaftlichen Entdeckungen verliebt. Was ist schön am Gedanken, am Lesen? Kommuniziert Neurologie nun mit der Ästhetik?

Die immer mangelhafte Schriftkultur ist gar kein so großes Unglück. Welchen Verlust erleidet die Menschheit beim Untergang aller Literatur? Vielleicht wird sie sogar freier. Der Ruf der Französischen Revolution war ja gerade kein in Stein gemeißeltes Motto, keine Schlagzeile, kein E-Mail-Text, sondern parole. Auch im Faschismus ist die Schrift nur Bestätigung des Sprechens. Mussolini, Goebbels, wer hätte die gelesen?

Wenn Macchiavelli, er selber schrieb Machiavegli, sich im Stile eines Buchautors kleidet, ist das doch nicht Luxus (lat. = Überfluß), sondern eben Kultur. Er pflegt etwas, ganz einfach. Es gibt keine Kulturtechnik, denn Technik ist Teil von Kultur. Kultur ist ein immensurables Ding, nicht meß-, nicht wägbar. Sie ist da oder nicht. colere (lat.) heißt anbauen, pflanzen. Der agri-cola, der (An-) Bauer ist derjenige, der den Acker (ager, agar) bebaut.

Zuerst kommt der körperliche Einsatz, dann der Zugriff, die Handhabe, später das Handwerk, noch später Kunsthandwerk und, wenn das heilige Feuer einschlägt, kann Kunst entstehen. Arbeit ist dabei ein falsch verwendetes Wort, weil der arbiter in der Antike nicht der Werker war, sondern der Vorarbeiter oder Planer (orbit). Aber wir alle sind doch auch arbiter, bevor wir uns ans Werk machen. Wer nicht total vernagelt ist, sieht sich immer erst um und beurteilt die Lage. Das ist der arbiter.

Kultur ist der Unterschied zwischen Mensch und Tieren. Diese sind ganz natur-i, Geborene. Wir können in vielem auch nicht gegen unsere Natur, wie wir sagen. Wir haben jedoch diesen Verbund von Hand, Herz und Verstand, wie jemand sagte. Ich mache mir keine Sorgen ums Lesen.

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#3

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 07.08.2010 15:12
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Ich meine, dies enthält einige Unkorrektheiten.

a) Kommunikation muß nicht zweiseitig sein. Ein Sender und ein Empfänger reichen.

b) Es wird hier überhaupt reichlich willkürlich mit Etymologie umgegangen. "Arbeit", "arbiter" und "orbit" sind etymologisch nicht verwandt.

Das Wort 'Arbeit' geht nach Aussage von Manfred Riedel4 auf das germanische arba (= Knecht) zurück. Das ist sicher richtig, lohnt aber auch eine genauere Betrachtung. Neuere etymologische Wörterbücher nehmen als Urwort ein untergegangenes germanisches Verb *arbejo5 an, mit der Bedeutung "bin verwaistes und daher aus Not zu harter Arbeit gezwungenes Kind". Damit stellen sie eine Verbindung her zum indo-europäischen6 *orbh- (= verwaist, Waise), auf das auch die deutschen Wörter Erbe und arm zurückzuführen sind. Ebenfalls aus dieser Wurzel stammt das lateinische orbus (= einer Sache oder Person beraubt), später in der Bedeutung 'verwaist' ersetzt durch orphanus. Eng verwandt sind die altslavischen Begriffe raba (= Knecht, Diener, Sklave) und rabota (= Knechtschaft, Sklaverei). So heisst Arbeit auf polnisch robota, und auch der moderne Roboter stammt aus dieser Wortfamilie.
Aus diesem angenommenen Verb entstand das germanische *ar_ejidiz/ arbejidiz (= Mühsal, Not) und daraus wiederum das althochdeutsche7 arbeit, arabeit, arebeit (nebst anderen Varianten), das in allen germanischen Dialekten Entsprechungen hat; so auch im altenglischen8 earfo_(e), das aber später durch die Begriffe work und labor ersetzt wurde.

http://www.ethikprojekte.ch/texte/arbeit.htm

Latin arbiter (“‘a witness, judge, literally one who goes to see’”) < ar- for ad- (“‘to’”) + betere (“‘to come’”).

"orbit" kommt von orbis, Kreis, Kugel, Erdkreis. Nicht das oben angeführte "orbus".


Titus Petronius war wohl Eleganzrichter, Modepapst sozusagen, aber ein Malocher war er nicht. Auch kein Vorarbeiter.

Dorftrottel, ist das Dein Text?


zuletzt bearbeitet 07.08.2010 17:40 | nach oben springen

#4

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 08.08.2010 14:16
von Dorftrottel • 32 Beiträge

Ja.

Der grüne Text hat so doofe Zeichen drin, die mit der Formatierung zu tun haben, sagt man mir.

Ich bleibe dabei, daß mehr Latein im Deutschen steckt, als uns vielleicht lieb ist. Orbis ist ja gerade der Hinweis auf die Umschau, auf one who goes to see.

Im Berner Oberland hört man heute noch unverändert Arbiter. Manfred Riedel ist vielleicht ein Genie, doch auf dem Papier. Feldforschung gehört dazu.

Sender und Empfänger: Na, bravo, sagt der Wiener, reine Einwegsache. Verwechselst du nicht Kommunikation mit Verbreitung?

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#5

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 08.08.2010 15:05
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Möchte man in der Schweiz mit einem Menschen näher bekannt werden, dann fragt man ihn bald (wenn nicht gar zuerst): „Was machsch brueflich?“, womit in jedem Fall die Gelderwerbstätigkeit gemeint ist. Die Frage: „Wo schaffsch?“ zielt auf den Ort dieser Tätigkeit hin, auf den Arbeitsplatz.

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#6

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 08.08.2010 16:30
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Zitat von Dorftrottel
Ja.



Danke.

Zitat von Dorftrottel
Der grüne Text hat so doofe Zeichen drin, die mit der Formatierung zu tun haben, sagt man mir.



Ich war schlichtweg zu faul, die alle herauszueditieren.

Zitat von Dorftrottel
Ich bleibe dabei, daß mehr Latein im Deutschen steckt, als uns vielleicht lieb ist. Orbis ist ja gerade der Hinweis auf die Umschau, auf one who goes to see.



Das mag ja sein. Deshalb kann man aber nicht, übers Knie gebrochen, von ähnlichem Klang- oder Schriftbild auf etymologische Verwandtschaft schließen.

Zitat von Dorftrottel
Im Berner Oberland hört man heute noch unverändert Arbiter. Manfred Riedel ist vielleicht ein Genie, doch auf dem Papier. Feldforschung gehört dazu.



Soso.

Zitat von Dorftrottel
Sender und Empfänger: Na, bravo, sagt der Wiener, reine Einwegsache. Verwechselst du nicht Kommunikation mit Verbreitung?



Nein. Kommunikation ist Übertragung von Information. Einseitig, zweiseitig, vernetzt hoch n.

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#7

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 08.08.2010 16:44
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

„Kommunikation [lat.], Prozeß der Mitteilung; der wechselseitige Austausch von Gedanken, Meinungen, Wissen, Erfahrungen und Gefühlen sowie die Übertragung von Nachrichten, Informationen (neben der Sprache durch Zeichen aller Arten).“

© Meyers Lexikonverlag.


zuletzt bearbeitet 08.08.2010 16:45 | nach oben springen

#8

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 08.08.2010 17:19
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Wollen wir Konversation betreiben oder Wissenschaft?

Communication is a process of transferring information from one entity to another. Communication processes are sign-mediated interactions between at least two agents which share a repertoire of signs and semiotic rules.

Kommunikation ist ein Prozeß der Informationsübertragung von einer Einheit zu einer anderen. Kommunikationsprozesse sind zeichenbasierte Interaktion zwischen mindestens zwei Akteuren, die über einen gemeinsamen Vorrat an Zeichen und semiotischen Regeln verfügen.

Zu theoretisch? Hier Beispiele für einseitige Kommunikation. Ein Sender, ein Empfänger, Übertragung von Zeichen, keine Rückmeldung.

- Schild "Betreten verboten"
- Speisekarte im Restaurant
- Unteroffizier zu Gruppe von Rekruten: "Stillgestanden!"
- Werkssirene
- Radio hören
- Fernsehen
- Lesen

Ja, lesen. Seneca, Cicero, Luther, Goethe, die können auch heute noch mit mir kommunizieren. Nur mit der Zweiseitigkeit wird das etwas schwierig.


zuletzt bearbeitet 08.08.2010 17:39 | nach oben springen

#9

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 08.08.2010 17:54
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Nicht gut drauf heute, Schamane?

Gewiß ist auch das Kommunikation, wenn ich ein Signal ins Weltall hinausschicke. Ob es jemand empfängt und mir eine Empfangsbestätigung schickt, ist mir, der ich es gewohnt bin, ins Blaue hinaus zu reden, schnurz.

Gruß von Fritz-Franz ;)


zuletzt bearbeitet 08.08.2010 17:55 | nach oben springen

#10

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 08.08.2010 18:04
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Vielleicht hat mich diese absolut an den Haaren herbeigezogene Privatetymologie unseres Dorftrottels ein wenig irritiert.

Zur Entspannung etwas Lyrik:



Ein Hund hält Reden

Ich hab im Traum mit einem Hund gesprochen.
Erst sprach er spanisch. Denn dort war er her.
Weil ich ihn nicht verstand - das merkte er -
Sprach er dann deutsch, wenn auch etwas gebrochen.

Er sah mich ganz entsetzt die Hände falten
und sagte freundlich: Kästner wissen Sie,
warum die Tiere ihre Schnauze halten?
Ich schwieg. Und er war verlegen wie noch nie.

Der Hund sprach durch die Nase und fuhr fort:
Wir können sprechen. Doch wir tun es nicht.
Und wer, außer im Traum, mit Menschen spricht,
den fressen wir nach seinem ersten Wort.

Ich fragte ihn natürlich nach dem Grund.
(Ich glaube nichts, was man mir nicht erklärt.)
Da sagte mir der geträumte Hund:
Das ist doch klar! Der Mensch ist es nicht wert,
dass man gesellschaftlich mit ihm verkehrt.

Er hob sein Bein, sprang flink durch krumme Gassen..
Und so etwas muss man sich sagen lassen!

(Erich Kästner)


zuletzt bearbeitet 08.08.2010 18:05 | nach oben springen

#11

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 08.08.2010 18:09
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Ich liebe die Konversation! – Wenn die anwesenden Gäste doch wenigstens eine Tasse Kaffee bestellen würden …

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#12

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 09.08.2010 12:25
von AndyOSW • 631 Beiträge
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#13

RE: Der Tagesspiegel: Lesenlernen: Sorgen um eine Kulturtechnik

in Aktivitäten zur Sprachpflege 09.08.2010 22:15
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
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