#1

Aus einem Artikel der "Süddeutschen Zeitung

in Sprachpolitik 23.03.2007 14:16
von Der fröhliche Hai

Spätere Historiker werden den Kampf gegen Anglizismen wohl zu jenen untauglichen Versuchen zählen, mit denen eine verängstigte Mittelschicht den Untergang ihrer Welt aufhalten wollte. Die Sprache bleibt zum Glück ein Werkzeug, das sich dem Zugriff des Einzelnen wie der Bürokratie entzieht. Herrscher des Himmels, erhöre das Lollen und lass jeden reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Wird das wirklich so sein? Ist der Kampf gegen die Mächte der Finsternis wirklich vergebens? Oder versuchen hier nur Schmierfinken und Schreiberlinge ihre Zeilen zu füllen ?


Wir Haie sind Wanderer zwischen den Welten ......
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#2

RE: Aus einem Artikel der "Süddeutschen Zeitung

in Sprachpolitik 23.03.2007 14:36
von Bastian • 42 Beiträge

Darf ich Dich ganz dezent darauf hinweisen, daß Du plenkst? Wenn
ja, dann siehe das als Hinweis, und wenn nicht, dann sehe es nach
Belieben anders.

Untauglich finde ich die „Versuche“ überhaupt nicht. Mir bringen
sie persönlich etwas, wie ich meine, und das allein ist für mich
bereits Rechtfertigung genug. Außerdem standen selbst Sprachpuristen
immer in der Kritik, und doch wandelten auch sie die Sprache. In
der Zukunft sieht man in erster Linie das, was scheiterte, nicht
aber das, was gelang; denn was gelang, das hat das Jetzt geformt
und läßt sich schwer erkennen. Was wäre, wäre es nicht gelungen,
hätte es keinen Widerstand gegeben – etwa auch gegen das Waldsterben,
was hoffnungslos scheint –, darüber läßt sich nur mutmaßen.

Den späteren Historikern ließe sich ebenso gegenteilige Ansicht
in den Mund legen. Es ist nichts als eine Mutmaßung, eine quasi
beliebige, subjektive Annahme ohne Argumentation. Der Behauptung,
daß Sprache ein Werkzeug sei, die sich dem Zugriff des Einzelnen
entzieht, widerspreche ich zudem: Den Einzelnen, oder, um es ein
wenig aufzuweichen, den Wenigen, das sind die Medien, entzieht
sich der Zugriff leider mitnichten – und da muß ich nicht in die
Zukunft schauen, das kann ich bereits im Jetzt erkennen. Damit die
Sprache ein Werkzeug bleibt,das sich dem Zugriff des Einzelnen
entzieht, müßte es ein Sprachgesetz geben, das natürliche
Sprachentwicklung – darunter verstehe ich Sprachentwicklungen, die
nicht von den Wenigen geprägt wird, die Kommerz und Konsum, nicht
aber die Sprache im Sinn haben – müßte es also ein Sprachgesetz
geben, das die natürliche Sprachentwicklung überhaupt erst ermöglicht.

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#3

RE: Aus einem Artikel der "Süddeutschen Zeitung

in Sprachpolitik 24.03.2007 19:43
von Bastian • 42 Beiträge
Ne, genau das meine ich. Allerdings sehe ich gerade, daß es ohnehin
nur bei einem Fragezeichen vorkommt und wohl unter Tippfehler fällt. :-)
zuletzt bearbeitet 24.03.2007 19:43 | nach oben springen


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