#1

Sprache in Funk und Fernsehen

in Deutsch in Medien und Literatur 05.09.2017 11:44
von Manesse • 17 Beiträge

Mir fällt auf, dass bei den Moderatoren dort ein Deutsch vorherrscht, das ich mal "norddeutsches Umgangsdeutsch" nennen möchte.

Als konstruiertes Beispiel: "Der Be-auftrachte gibt die Richtungkkkkk vor - wie ein Fadfinder!"

Also "Auftrach und Vortrach" statt Auftrag und Vortrag.

Hinter dem ng immer noch ein kkkk

Und am Anfang des Wortes nie ein pf - sondern immer nur ein f.

Den Sprechern ist das wohl gar nicht klar, dass diese Aussprache kein Standard-Deutsch ist.


Standard-Deutsch ist da eindeutig in der Minderheit bei den Sprechern.

Und süddeutsches Umgangsdeutsch hört man von Moderatoren usw so gut wie gar nicht.

Solch ein Sprecher würde wohl sofort rausgeschmissen - bzw würde die Stelle erst gar nicht bekommen.

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Ist das außer mir auch sonst noch jemandem aufgefallen?

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#2

RE: Sprache in Funk und Fernsehen

in Deutsch in Medien und Literatur 05.09.2017 23:16
von Manesse • 17 Beiträge

Zitat

"Der Be-auftrachte gibt die Richtungkkkkk vor - wie ein Fadfinder!"



Wenn ein norddeutscher Moderator in Funk und Fernsehen so reden kann, dann muss es auch möglich sein, dass ein süddeutscher Moderator z. B. so spricht:

's Fenschter isch offe!

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#3

RE: Sprache in Funk und Fernsehen

in Deutsch in Medien und Literatur 06.09.2017 02:20
von Assindia1 • 5 Beiträge

Zitat von Manesse im Beitrag #1


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Ist das außer mir auch sonst noch jemandem aufgefallen?




Mir ist das auch schon aufgefallen - woran mag das wohl liegen?

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#4

RE: Sprache in Funk und Fernsehen

in Deutsch in Medien und Literatur 06.09.2017 10:51
von Manesse • 17 Beiträge

Zitat von Assindia1 im Beitrag #3

Mir ist das auch schon aufgefallen - woran mag das wohl liegen?



Ich habe da durchaus eine begründete Vermutung.

Kann später mal ausführlich was dazu schreiben.

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#5

RE: Sprache in Funk und Fernsehen

in Deutsch in Medien und Literatur 07.09.2017 09:36
von Manesse • 17 Beiträge

Nochmals zur Erklärung, um eventuelle Missverständnisse auszuräumen:

Ich habe nur über-regionale Sender gemeint, und auch da nur die Nachrichten und die Moderation.

In regionalen Sendern kann von mir aus gerne auch Mundart geredet werden.
Ich bin ein Freund der Mundart.
Ich bin selber mit einer Mundart aufgewachsen, die ich gerne spreche.
Da wo sie passt.
Und Mundart passt eben nicht immer und überall.

Nachrichten und Moderation in über-regionalen Sendern sollten imho in gutem Standard-Deutsch gesprochen werden.

Also kein norddeutsches "Vertrach" oder "Achtungkkkk" -
aber auch kein südwestdeutsches "Fenschter" oder "Poscht".
Nur mal so als Beispiel.

Das müsste doch möglich zu machen sein.

Bei der Klangfarbe der Vokale und der Satzmelodie aber kann man gerne die Herkunft des Sprechers heraushören.
Das finde ich gut und interessant.
Ich bin ein Freund der sprachlichen Vielfalt in Deutschland.

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#6

RE: Sprache in Funk und Fernsehen

in Deutsch in Medien und Literatur 09.09.2017 09:24
von Manesse • 17 Beiträge

@ Hurrican und Hurricane

Leider haben nur noch wenige Leute in Funk und Fernsehen den Mut, die deutsche Variante "Hurrikan" zu benutzen.

Sondern brechen sich was ab mit "Hörrikäin" usw. Wohl aus lauter Angst, die Hörer könnten glauben, man sei des Englischen nicht mächtig, wenn man "Hurrikan" sagt.

Bei mir ist es so:

Wenn ich deutsch rede, sage ich "Hurrikan".

Wenn ich englisch rede, sage ich so was wie *harriken* -
mit einem ganz schwachen e zwischen k und n

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Btw: Der gegenwärtige Hurrikan ist für mich eine "Irma" und keine "Ööööööma."

Und jener Hurrikan vor einigen Jahren war für mich eine "Irene" und keine "Airiiiiiiiiiiiiiiiin".

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