#61

RE: Deutsch gegen Englisch – oder umgekehrt?

in Sprachpolitik 23.04.2007 22:55
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge
Zitat von Merlot
Und ich danke Ihnen fuer die Anerkennung, freue mich, dass Sie schon im Klaren sind, wen ich meinte, wuerde mich ja eher auf Ihre Stellungnahme freuen, zu dem was ich geschrieben habe!
Merlot
PS
Englisch als zweckdienliches Werkzeug aller Weltbuerger. Hmmm, klingt interessant, auch praktisch, was aber wird aus dem "neuen" Englisch? Sollen wir dann guenstigkeitshalber in Zukunft ruhig "make lessons" oder (richtig!!)"take classes", "take decisions" oder "make decisions" usw.??
Was wird aus diesem Mischmasch??


Ich nehme gerne Stellung.

Wenn ich Sie richtig verstehe, sehen Sie eine Bedrohung der authentischen englischen Sprache, also der Sprache authentischer Muttersprachler englischsprachlicher Länder durch das Aufkommen eines "zweiten" Englischs, nämlich der mit allen Makeln der Zweitsprachlickheit behafteten Instrumentalsprache von Sprechern mit lücken- oder mangelhaften Kenntnissen.

Insofern sind wir uns doch einig: das "Broken Englisch" der internationalen Geschäfts- und besonders der Internetkommunikation ist meilenweit entfernt vom korrekten Englisch gebildeter Muttersprachler. (Über das Englisch von Muttersprachlern geringer Bildung lasse ich mich hier nicht aus, das bekomme ich hier in GB am Arbeitsplatz und im Alltag oft genug zu hören. Soll in den USA auch nicht besser sein, wie man hört.)

Nur was ich nicht sehe, ist wie genau das internationale Instrumentalenglisch das authentische Oxford- oder Webster-Englisch der anglophonen Länder auf die Knie zwingen könnte. Meinen Sie, daß englische Muttersprachler die im internationalen Englisch verbreiteten Fehler übernehmen könnten? Ich halte das für unwahrscheinlich. Oder daß dieses internationale Englisch das authentisch muttersprachliche Englisch in den Erstsprachlerländern verdrängen oder überlagern wird?
Ich halte das nicht für überzeugend und meine, daß die Impaktrichtung auch in Zukunft von den englischsprachigen Ländern in den Rest der Welt gehen wird, aber nicht umgekehrt.

Sollte ich Sie mißverstanden haben, so korrigieren Sie mich bitte. Und habe ich einen wichtigen Punkt übersehen, öffnen Sie mir bitte die Augen.

Und wenn Sie eine Demonstration ganz annehmbaren Zweitsprachler-Englischs von mir wünschen, dann glaube ich, kann ich liefern. Schließlich bin ich mit einer echten Engländerin liiert, die jätet seit drei Jahren meine Fehler aus.

Schönen Gruß,
Schamane

---
In die Klartext-Geisterwelt eingegangen am 17. April 2007
zuletzt bearbeitet 23.04.2007 22:57 | nach oben springen

#62

RE: Deutsch gegen Englisch – oder umgekehrt?

in Sprachpolitik 24.04.2007 14:39
von Merlot • 37 Beiträge

Genau! Das habe ich gemeint. Zusätzlich stört ohne Ende diese herrschende Doppelmoral im Fall "Weltenglisch".

Vor einigen Jahren war ich im Münchener Flughafen bei der Passkontolle. Der Passbeamte forderte höflich vom Passagieren seinen Pass, und zwar auf Englisch: "Je, mei ey lukk se pahssporrt, pliess, ja?" woraufhin der Passagier, ein amerikanischer Professor der ihm auf makelloses Deutsch erwiderte: "Alles klar! Wir können ruhig Deutsch sprechen hier. Oder möchten Sie praktizieren?" (Das Letztere aber nur zum harmlosen Scherz gemeint.) Daraufhin der Passbeamte: "Siir, pliess, ey ssink ey knowss pehrfectlie Englisch...!"

Und solche Dinge passieren ständig!
Merlot

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#63

RE: Deutsch gegen Englisch – oder umgekehrt?

in Sprachpolitik 24.04.2007 15:22
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Es ist immer peinlich, wenn jemand seine fremdsprachlichen Fähigkeiten überschätzt.
Die richtige Einschätzung ist jedesmal ein Tanz auf ganz dünnem Eis.


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In die Klartext-Geisterwelt eingegangen am 17. April 2007
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#64

RE: Deutsch gegen Englisch – oder umgekehrt?

in Sprachpolitik 24.04.2007 15:35
von Erika Ciesla • 116 Beiträge

Zitat von Schamane
Wenn ich Sie richtig verstehe, sehen Sie eine Bedrohung der authentischen englischen Sprache

In der Tat wird durch »Denglisch« nicht nur das Deutsche, sondern auch das Englsche beschädigt. Der schäbige Zwillingsbruder des »Denglischen« ist das »BSE« (Bad simple english).

Im übrigen ist mir auch das Wort »Denglisch« schon zu denglisch! Warum nennen wir es nicht »Deulisch«? Zusammengesetzt aus Deutsch und Englisch, mit einem Zitat aus Abscheulich?

Glückauf!
Erika Ciesla

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#65

RE: Deutsch gegen Englisch – oder umgekehrt?

in Sprachpolitik 24.04.2007 17:24
von Merlot • 37 Beiträge

Da haben Sie vollkommen Recht. Aber wie haetten Sie dann darauf reagiert, wenn Sie als englische(r) Nicht-Muttersprachler(in) jemanden perfekt in der Sprache des Gespraechspartners, naemlich Ihrer Zweitsprache, bzw. Deutsch (oder umgekehrt Englisch!) angesprochen haetten, obwohl er/sie Ihnen in deren gebrochenen Zweitsprache erwidern wuerde?
Merlot

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#66

RE: Deutsch gegen Englisch – oder umgekehrt?

in Sprachpolitik 24.04.2007 21:01
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Merlot:

Ich hätte an des amerikanischen Professors Stelle einen Schwall in formalstem Englisch auf den armen Beamten losgelassen, mit dem er garantiert überfordert gewesen wäre. Hätte der dann irgendetwas vor sich hingestammelt, hätte ich oben draufgesetzt:

"Not that perfect yet, are you."



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In die Klartext-Geisterwelt eingegangen am 17. April 2007
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#67

RE: Deutsch gegen Englisch – oder umgekehrt?

in Sprachpolitik 24.04.2007 21:36
von Merlot • 37 Beiträge

Hätten Sie sollen, Schamane!! -:):)
Merlot

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#68

RE: Deutsch gegen Englisch – oder umgekehrt?

in Sprachpolitik 25.04.2007 14:45
von Schamane • Moderator | 1.013 Beiträge

Aber versuchen Sie sowas nicht auf amerikanischen Flughäfen...


---
In die Klartext-Geisterwelt eingegangen am 17. April 2007
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#69

RE: Deutsch gegen Englisch – oder umgekehrt?

in Sprachpolitik 25.04.2007 19:39
von Merlot • 37 Beiträge


Ja, eben. Und zwar da die Passbeamten lieber auf Spanisch anreden! -:)
Merlot

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