#1

Wird es besser?

in F r e i s t i l 02.04.2007 10:55
von Der fröhliche Hai

Osnabrücker Land 31.03.2007
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Ab 2009 vom FMO direkt in die große weite Welt
Von Stefan Alberti
Münster/Osnabrück.
In zwei Jahren soll der erste Bauabschnitt für die verlängerte Start-und-Lande-Bahn abgeschlossen sein. So schätzt zumindest der Geschäftsführer des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO) die aktuelle Situation ein. Wir sprachen mit Gerd Stöwer über das Großprojekt, Billigfliegerei und Denglisch am Flughafen.

Herr Stöwer, entwickelt sich der Flughafen Münster/Osnabrück mehr und mehr zu einem Billig-Flughafen? Die Werbekampagne "Spart am Start" in den vergangenen Wochen könnte diesen Schluss zulassen...

Nein, überhaupt nicht. Es gibt keinen Strategiewechsel, wir haben uns allerdings vorgenommen, viel deutlicher als in der Vergangenheit darzulegen, dass der FMO mittlerweile ein äußerst gutes Low-Cost-Angebot hat - mit 38 Destinationen zu äußerst günstigen Preisen. Der Flughafen war schon immer dafür bekannt, dass er im Geschäftsreise- und Touristikbereich sehr stark ist. Die Facette des Low-Cost-Verkehrs ist dagegen in der Öffentlichkeit noch nicht so bekannt.

Andere Zwänge spielen da keine Rolle - wenn Sie zum Beispiel nach Dortmund zum dortigen Billig-Airport blicken?

Natürlich beobachten wir den Wettbewerb, der immer härter wird. Insofern ist es schon wichtig, den so genannten Billigflugbereich am FMO deutlicher in den Vordergrund zu stellen. Wir sehen uns allerdings weiterhin als Vollsortimenter, das heißt als ein Airport, der einen guten Mix aus Linien-, Touristik- und Low-Cost-Flügen anbietet.

Was würde denn passieren, wenn Sie am FMO komplett auf Billigfliegerei setzen würden?

Das hätte zwei Konsequenzen. Zum einen würden wir natürlich die gesamte Nachfrage nicht mehr befriedigen können. Zum anderen hätte das sicherlich auch wirtschaftliche Auswirkungen. Was die Zusammenarbeit mit aggressiven Billigfliegern bewirken kann, sehen wir ja bei unserem Wettbewerber Dortmund, der jährlich einen Verlust von 20 bis 30 Millionen Euro macht. Der Verlust muss dort von den Gesellschaftern übernommen werden. Unsere Gesellschafter dagegen mussten seit acht Jahren nicht einen Cent an Verlust übernehmen.

Zur geplanten Verlängerung der Start-und-Lande-Bahn. Wann rechnen Sie denn nun mit dem berühmten ersten Spatenstich?

Die bauvorbereitenden Maßnahmen haben schon begonnen. Die Planungen laufen bereits auf Hochtouren. Wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann werden wir im Herbst dieses Jahres mit der Hauptbaumaßnahme beginnen.

Also sind auch alle Klagen gegen das Bauvorhaben vom Tisch?

Wir haben ja im vergangenen Jahr vor dem Oberverwaltungsgericht Münster den Prozess gewonnen. Das OVG hat gegen das Urteil keine Revision zugelassen. Gegen diese Nichtzulassung liegen jetzt zwei Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht vor, eine vom Naturschutzbund und eine von privaten Klägern aus Greven. Wir gehen davon aus, dass das Bundesverwaltungsgericht in den nächsten Monaten darüber entscheiden wird. Und wir gehen auch davon aus, dass in unserem Sinne entschieden wird.

Und wenn es dann tatsächlich im Herbst losgeht?

Die Bauzeit beträgt dann zwei Jahre. Also Fertigstellung im Herbst 2009.

Dann auch mit entsprechenden neuen Angeboten?

Wir sind dann technisch in der Lage, weite Mittelstrecken- und Langstreckenflüge durchzuführen. Dass der Bedarf für solche Flüge besteht, haben wir mit wissenschaftlichen Gutachten nachgewiesen. Und wir führen die ersten Gespräche mit Veranstaltern und Airlines.

Geht das auch konkreter?

Sie wissen doch, wir verkünden erst etwas, wenn die Tinte unter den Verträgen trocken ist. Aber vielleicht eine interessante Anmerkung: Air Berlin hat die LTU unter anderem mit der Begründung gekauft, in den touristischen Langstreckenverkehr einsteigen zu wollen. Das ist doch eine interessante Entwicklung, wenn unser stärkster Partner Air Berlin solche Überlegungen hat.

Was halten Sie denn überhaupt von den regelmäßigen Anträgen der Grünen in der Region Osnabrück, dass der Landkreis Osnabrück komplett seine Anteile am FMO verkaufen solle?

Das ist doch normal und gehört zur Politik dazu.

Aber es gibt doch bestimmt etliche Grünen-Politiker, die hier vom FMO aus eine Flugreise antreten?

Wir verlangen beim Check-in nicht das Parteibuch. Aber ich kann mir vorstellen, dass Ihr Eindruck nicht ganz falsch ist.

Ganz anderes Thema: Muss auf einem Flughafen eigentlich so viel Denglisch gesprochen werden? Hubs, Low Cost - da blicken doch viele gar nicht mehr durch.

In der Tat, auch wir waren dem ein wenig verfallen. Die Gefahr besteht immer, wenn man täglich mit englischen Fachbegriffen arbeitet. Aber wir haben uns inzwischen sehr intensiv mit den sprachlichen Formen unserer Werbung auseinandergesetzt. In unserer aktuellen Werbekampagne "Spart am Start" arbeiten wir ausschließlich mit deutschen Begriffen. Mit einer Ausnahme - dem Begriff des Low-Cost-Verkehrs.


Warum diese Ausnahme?

Dieser Begriff ist heutzutage allgemein bekannt. Man spricht zwar oft vom Billigflugverkehr. Diesen Begriff wollen wir bewusst nicht nutzen, weil billig auch eine schlechte Qualität suggerieren könnte. Das ist hier am FMO aber nicht der Fall.


Wir Haie sind Wanderer zwischen den Welten ......
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