#1

B i b l i o t h e k e n

in F r e i s t i l 06.04.2007 16:54
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Viele Traueranzeigen zu Beginn: Vom Sterben der Bibliotheken.
zuletzt bearbeitet 26.05.2007 12:51 | nach oben springen

#2

RE: Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen

in F r e i s t i l 10.04.2007 14:22
von Der fröhliche Hai

Der fröhliche Hai grüßt den ungekrönten Verweiskönig Fritz-Franz.


Wir Haie sind Wanderer zwischen den Welten ......
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#3

RE: Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen

in F r e i s t i l 10.04.2007 19:15
von Tybalt • 63 Beiträge

Hier ein paar Links zu Gutenberg-Projekten, bei denen rechte-freie Literatur Online gestellt wird. Endloser Lesestoff, wenn man denn möchte...

Gutenberg-Projekt bei Spiegel-Online

Amerikansiches Gutenberg-Projekt, und hier sind die deutsche Bücher.

Australisches Gutenberg-Projekt (Hier finden sich übrigens jede Menge Geschichten von H.P. Lovecraft, der für meine Signatur Pate stand.)




Tybalt


(\__/)
( o o )
(>/||\<)
Das ist Bunnythulhu. Er ist erwacht, und er wird alle in den Wahnsinn treiben. Kopiere Bunnythulhu in deine Signatur oder koste seinen süßen Wahnsinn!
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#4

Bibliothekensterben

in F r e i s t i l 13.04.2007 09:08
von Frau Musterfrau • 33 Beiträge

Ein nicht ganz zu vernachlässigender Aspekt ist, daß offenbar inzwischen viele - auch wissenschaftlich arbeitende - Menschen meinen, ohne Bibliotheken auskommen zu können, da man sich ja die neuesten Informationen jederzeit bequem aus dem Internet holen könne.

Mich hat in der Arbeit mal eine Studentin angerufen und mich nach Informationen zu einem bestimmten Thema gefragt, da sie im Internet nichts finden konnte. Ich fand diese Frage sehr seltsam, und ich habe sie dann darauf aufmerksam gemacht, daß es an ihrem Studienort Köln sicher eine großartig ausgestattete Bibliothek gibt, die nur auf ihren Besuch warte. Auf diese Möglichkeit war sie selbst noch gar nicht gekommen. Ohne jegliche Ironie lautete ihre begeisterte Antwort: "Das ist eine gute Idee, das mache ich sofort."

Bei zurückgehender oder fehlender Nachfrage ist es schwer für die Bibliotheken, der Stadt, dem Land oder sonstigen Träger Geld für Neuanschaffungen, Buchpflege oder Personal zu entlocken. Und wenn die Öffnungszeiten immer mehr reduziert werden oder nur noch alte Schinken aus den Achtzigern dort stehen, geht auch niemand mehr hin. Ein Teufelskreis.

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#5

RE: Bibliothekensterben

in F r e i s t i l 13.04.2007 09:52
von Contravaniloquentiam • 242 Beiträge

Guten Morgen Frau Musterfrau,

schön Sie bei uns zu sehen!
In welchem Bereich haben Sie studiert/studieren Sie, auf den Ihre These zutreffe?
Für den Bereich der Geisteswissenschaften einschließlich der Geschichte kann ich Ihnen versichern, daß Ihre These unhaltbar ist. Viele Standardwerke sind uralt, nicht neu aufgelegt.

Gruß,
CVL

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#6

RE: Bibliothekensterben

in F r e i s t i l 13.04.2007 15:15
von Contravaniloquentiam • 242 Beiträge

"Ad fontes Staying Alive Party"

Lengtein. Gehen Sie auf solchen Veranstaltungen?

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#7

RE: Bibliothekensterben

in F r e i s t i l 14.04.2007 09:35
von Contravaniloquentiam • 242 Beiträge

Tja, lieber Fritz-Franz, Dengtein ist für mich immer ein ganz besonders ärgerliches Schmankerl. Die Lateiner sollten es doch eigentlich besser wissen, die meisten unter ihnen achten auf Ausdruck und Genauigkeit - so will ich jedenfalls verallgemeinern. Einige jedoch versuchen den Hauch des Angestaubten, der sich durch die Verwirtschaftlichung der Gesellschaft auf den alten Sprachen vermeintlich niedergelegt hat, wegzublasen: Das tun sie durch Englische Einsprengsel, ich habe es häufig erlebt.

Ich hoffe, Du bist nur rat- aber nicht tatlos.

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#8

RE: Bibliothekensterben

in F r e i s t i l 16.04.2007 15:12
von Frau Musterfrau • 33 Beiträge

In Antwort auf:
Guten Morgen Frau Musterfrau,

schön Sie bei uns zu sehen!
In welchem Bereich haben Sie studiert/studieren Sie, auf den Ihre These zutreffe?
Für den Bereich der Geisteswissenschaften einschließlich der Geschichte kann ich Ihnen versichern, daß Ihre These unhaltbar ist. Viele Standardwerke sind uralt, nicht neu aufgelegt.

Gruß,
CVL


Jessas, jetzt hätte ich vor lauter römischen Rangfolgen und altdeutschen Handwerkern beinahe die Bibliotheken vergessen. Vielen Dank erstmal für die freundliche Begrüßung.

In "meinem" Bereich, den Naturwissenschaften, ist es selbstverständlich auch so, daß allgemeine Grundlagen sich selten überlebt haben und es auch noch einige alte Standardwerke gibt; aber sofern man sich mit Forschung beschäftigt (ich leider nicht), dann ist gelegentlich schon Literatur aus den Neunzigern veraltet.
Ich darf hier die "Treibhausgase" anführen, die im größeren Umfang seit Anfang der achtziger Jahre erforscht werden. Damals wurde die Rolle der Ozeane als Kohlendioxidsenken gar nicht berücksichtigt, aus neuester Sicht wurde sie in den Neunzigern überbewertet. Man darf gespannt auf die nächste Theorie sein.

In den historischen Wissenschaften, zu denen ich auch Archäologie, (teilweise) Geologie und Paläontologie zählen würde, hält sich die Anzahl neuer Erkenntnisse vielleicht in Grenzen. Ich denke aber schon, daß es auch hier gelegentlich Neubewertungen gibt und Fragestellungen betrachtet werden, die bisher vernachlässigt wurden. Bitte berichtigen Sie mich, wenn das falsch sein sollte, aber ich habe den Eindruck, daß beispielsweise die Behandlung der "kleinen Leute" im Rahmen der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte erst in den letzten 15-20 Jahren modern geworden ist, wohingegen zuvor die Geschichte fast ausschließlich als vergangene Politik betrachtet wurde.
Kurzum: Der Anteil bedeutsamer älterer Literatur mag in den einzelnen Disziplinen schwanken, aber auf neue Literatur kann wohl kein Fachgebiet verzichten.

Bei meinem Verweis auf darbende Bibliotheken und die möglichen Folgen hatte ich in erster Linie an Stadtbibliotheken gedacht, mit einem konkreten Beispiel im Hinterkopf. Bei uns sollte eine Stadtteilbibliothek geschlossen werden, mit Hinweis auf die allgemeine finanzielle Situation und die Nachfrage in speziell dieser Bibliothek. Leider befindet sich diese Bibliothek in einem Stadtviertel, dessen Bevölkerung man zum Großteil als "sozial benachteiligt" bezeichnet; die Idee war also nicht sonderlich konstruktiv. Erst nach einem Bürgerentscheid wurde erreicht, daß alle Stadtteilbibliotheken erhalten bleiben. Aber wenn sich niemand dafür interessiert, was ihn nicht persönlich betrifft?

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#9

„Säuberungsaktionen“

in F r e i s t i l 03.05.2007 15:30
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Zitat von Ute E.
… Man liest immer wieder, wie man dem begegnet: Durch "Säuberungsaktionen" in Schulbüchereien: Bücher in alter RS werden vernichtet; gleiche Buchtitel werden mit neuer RS angeschafft. Welch eine Steuerverschwendung!…
Siehe dort!

Und welche Undankbarkeit! Wer jemals eine Büchersammlung zugunsten einer an Geldmangel leidenden Bibliothek veranstaltete, wird wissen, wovon ich rede. Einen Bettelbrief verfassen, von diesem 6000 Exemplare drucken lassen, allesamt von Hand kuvertieren und adressieren. Die Bücher abholen, begutachten, einfassen und beschriften. Kartei- und Ausleihkarten erstellen u.v.a.m. Alle diese Arbeiten wurden ehrenamtlich von Eltern, vorallem von Müttern, während mehreren Wochen verrichtet.

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#10

Von grossen und kleinen Bibliotheken

in F r e i s t i l 03.06.2007 11:26
von Fritz-Franz • 675 Beiträge

Zitat von Thomas Brunnschweiler


Ein verstorbener Freund besass eine Bibliothek mit 25000 Bänden. Ich fand das eine enorme Zahl. Sie ist auch gross, wenn man bedenkt, dass eine Bibliothek im Mittelalter höchstens ein Dutzend bis 2000 Bücher umfasste. Die Uni-Bibliothek Basel beherbergt drei Millionen «Einheiten», wie das im Fachjargon heisst. Das ist aber ein Klacks, verglichen mit den 42 Millionen Bänden der russischen Staatsbibliothek.

Vor einigen Wochen erfuhr meine private Bibliothek einen massiven Zuwachs. Ich erstand für 140 Franken so viel Lesestoff, dass ich ein ganzes Zimmer bräuchte, ihn aufzustellen. Bräuchte? Ja, denn die 2900 Bände, die ich erwarb, finden auf einer einzigen DVD-Rom Platz. Und die passt in ein Couvert. Es ist die «Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky», die sich «Grossbibliothek» nennt. Natürlich habe ich diese Anschaffung nicht gemacht, um nächtelang am Bildschirm zu lesen. Eine solche digitale Sammlung ist ein Arbeitsinstrument zum Suchen, Vergleichen, Zitieren.

Die digitale Textsammlung, die ich besitze, braucht im Gestell knappe 20 Zentimeter und ist schon so umfangreich wie alle Bücher in meiner Wohnung zusammen. Eine Bibliothek mit 25000 Bänden passt heute in eine kleine Schachtel. Wahnsinn! Dazu bietet das Internet unzählige Bücher zum Stöbern. Lesen werde ich zwar weiterhin gebundene Bücher, aber die Elektronik hilft mir, die Texte zu finden, die ich lesen möchte.

Baslerstab

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#11

Erstausgaben deutscher Dichtung

in F r e i s t i l 03.06.2007 15:52
von Fritz-Franz • 675 Beiträge
Liebe Freunde der deutschen Literatur!

Heute will ich Reklame für Gero von Wilpert und Adolf Gühring machen, besonders für ihr gemeinsames Werk mit dem Titel „Erstausgaben deutscher Dichtung“. Dieses Werk solltet Ihr stets zur Hand haben, wenn Ihr in Buchantiquariaten oder Brockenhäusern nach kostbaren gedruckten Werken sucht. Für etwas mehr als hundert Franken findet man sogar die Erstausgabe dieses Nachschlagewerks, das die Literatur vom Jahre 1600 bis zum Jahr 1960 verzeichnet, z.Z. bei Amazon, gedruckt von Friedrich Pustet, Regensburg, auf Dünndruckpapier der Firma Schoeller & Hoesch GmbH, Gernsbach, verlegt vom Alfred Kröner Verlag, Stuttgart.

Was ist der „Wilpert-Gühring“? Der mir vorliegende Band verzeichnet auf 1468 Seiten die Werke von 1360 (!) deutschen Dichtern und Dichterinnen mit Titel, Anzahl Seiten, Ort, Verlag und Herausgabedatum. Der letzte „Wilpert-Gühring“, welcher bis ins Jahr 1990* reicht, kostet neu ca. 150 €; jedoch ist auch dieser mittlerweile günstiger zu bekommen. Also, macht Euch auf die Socken, ihr Lieben!

* Anmerkung: Es muß u. U. auch die erste Aufl. (Stuttgart 1967) berücksichtigt werden, da bei der Neubearbeitung zahlreiche Autoren (nicht nur NS-Schriftsteller) unter den Tisch fielen.

Anmerkung zur Anmerkung: Die neue Auflage ist mittlerweile ist weg; die bessere (ältere) noch in vier Exemplaren erhältlich. Also … So. 03.06.2007 17:32
zuletzt bearbeitet 03.06.2007 17:32 | nach oben springen


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